Korfu Sehenswürdigkeiten und die Highlights der Ionischen Inseln
Morgens um neun, bevor die Ausflugsboote ablegen, gehören dir die Gassen der Korfu-Altstadt fast allein – nur der Duft von frischem Brot und ein paar Katzen auf den Treppen.
Korfu-Stadt ist der beste Auftakt: Die Altstadt steht seit 2007 auf der UNESCO-Liste, und ihr Grundriss erzählt die halbe Inselgeschichte – venezianische Wohnhäuser mit Wäscheleinen über den Gassen, die Arkaden des Liston aus der kurzen französischen Zeit, dem Pariser Rue de Rivoli nachempfunden, und davor die Spianada, auf der die Briten das Cricketspielen hinterlassen haben. Die Alte Festung auf ihrer Felszunge trennst du am besten von der Neuen Festung auf zwei Besuche; von oben blickst du über die Dächer bis zu den Bergen Albaniens, die nur wenige Kilometer entfernt liegen.
Südlich der Stadt steht das Achilleion, der Palast, den sich Kaiserin Elisabeth von Österreich – Sisi – 1890 auf einen Hügel mit Meerblick bauen ließ und den später Kaiser Wilhelm II. übernahm. Die Statuen des sterbenden und des triumphierenden Achill im Garten sind das Fotomotiv, der Blick über die Ostküste der eigentliche Grund für den Besuch. Auf dem Rückweg lohnt der Halt in Kanoni: Vom Aussichtspunkt schaust du auf das Inselkloster Vlacherna und die Mäuseinsel – und direkt darüber setzen die Flugzeuge zur Landung an, so niedrig, dass Planespotter eigens dafür anreisen.
Die Westküste Korfus liefert die Landschaftsbilder: Paleokastritsa mit seinem Kloster über sechs ineinander verschachtelten Buchten, das Bergnest Lakones darüber, und weiter nördlich die Ruine der Byzantinerburg Angelokastro auf ihrem Felskegel. Bei Sidari hat das Meer den Sandstein zum Canal d'Amour geschliffen, und ganz im Norden führt eine Stichstraße zum Kap Drastis mit seinen weißen Klippenfingern. Wer den höchsten Punkt will, fährt auf den Pantokrator: 906 Meter, ein Kloster, ein Sendemast und an klaren Tagen ein Blick über den gesamten Archipel.
Über Korfu hinaus haben drei Ziele Ikonen-Status: die Melissani-Höhle auf Kefalonia, deren eingestürzte Decke mittags einen Lichtkegel auf den unterirdischen See wirft – die Ruderboote fahren dann durch türkis leuchtendes Wasser –, der Aussichtspunkt über der Schiffswrack-Bucht Navagio auf Zakynthos und die Blauen Grotten am Kap Skinari, durch die Boote ab Agios Nikolaos kurven. Rechne die Fahrzeiten ehrlich: Das sind drei verschiedene Inseln, kein Tagesprogramm. Welche Bucht, Höhle und Festung zu welcher Insel gehört, klärt der Rest dieses Guides.





























