Stadt · Griechenland

Kefalonia

Wenn du bei Divarata aus dem Auto steigst und über die Leitplanke schaust, liegt der Myrtos-Strand rund zweihundert Meter tiefer als weißer Kieselbogen zwischen zwei Felswänden, und das Wasser staffelt sich in Streifen von Hellgrün über Türkis bis Tintenblau.

6 Stadtviertel9 Sehenswürdigkeiten6 Hotels
Überblick

Deine Kefalonia-Reise auf einen Blick

Beste Reisezeit
Spätes Mai bis Anfang Oktober
Anreise
Flughafen Kefalonia (EFL) ca. 8 km südlich von Argostoli; Fähren u. a. ab Sami
Region
Ionische Inseln, Griechenland
Hauptort
Argostoli (seit 1757 Inselhauptstadt)
Fläche
Größte Ionische Insel, rund 773 km²
Höchster Berg
Megas Soros im Ainos-Nationalpark, 1.628 m
Über Kefalonia

Reisen nach Kefalonia

Mit rund 773 Quadratkilometern ist Kefalonia die größte der Ionischen Inseln – und die am wenigsten handzahme. Ein Kalkgebirge zieht sich von Süd nach Nord durch die Insel, überragt vom 1.628 Meter hohen Ainos, dessen dunkle endemische Tannen ihm bei den Venezianern den Namen Monte Nero eintrugen und der seit 1962 als Nationalpark geschützt ist. Darunter arbeitet das Wasser: Bei den Katavothres nahe Argostoli verschwindet Meerwasser in Spalten im Fels, wandert quer unter der Insel hindurch und tritt Wochen später an der Ostküste bei Karavomylos wieder aus – nachgewiesen wurde das in den 1960er-Jahren mit Farbstoff. Auf derselben unterirdischen Route liegt die Melissani-Höhle, deren Dach eingestürzt ist, sodass um die Mittagszeit ein Lichtschacht auf den See darunter fällt. Am 12. August 1953 legte ein schweres Erdbeben fast alle Orte der Insel in Trümmer; nur der äußerste Norden um Fiskardo blieb weitgehend verschont, weshalb dort noch pastellfarbene Häuser aus venezianischer Zeit am Hafen stehen, während Argostoli und Lixouri nüchtern und niedrig wieder aufgebaut wurden. Dazwischen liegen der rote Sand von Xi auf der Paliki-Halbinsel, die Robola-Weinberge im Omala-Tal, das Wallfahrtskloster Agios Gerasimos, die Karettschildkröten im Fischereihafen von Argostoli und Bergdörfer, in die kaum ein Bus fährt. Ohne Mietwagen bekommst du von alldem wenig zu sehen.

Kefalonia – Karte
Reiseführer

Kefalonia von A bis Z

Aktualisiert August 2026

Die Straße von Argostoli nach Fiskardo braucht für sechzig Kilometer weit über eine Stunde, und das liegt nicht am Verkehr. Sie klettert an Kalkwänden entlang, fällt in Olivensenken ab, biegt um Felsnasen, hinter denen plötzlich der ganze Golf liegt – und irgendwo bei Divarata wirst du anhalten, weil rund zweihundert Meter unter dir Myrtos liegt. Kefalonia ist die größte der Ionischen Inseln und zugleich die, die am wenigsten nach Badeinsel funktioniert. In der Mitte steht ein Gebirge, darunter liegen Höhlen, die Dörfer entstanden nach dem Beben von 1953 neu, und ohne Autoschlüssel bleibst du auf halber Strecke stehen.

Sehenswürdigkeiten

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten auf Kefalonia

Kefalonias Höhepunkte liegen weit auseinander – zwischen Myrtos im Nordwesten und der Melissani-Höhle an der Ostküste liegt eine gute Dreiviertelstunde Bergstraße.

Der Myrtos-Strand ist das Bild, das die meisten von Kefalonia im Kopf haben, und ausnahmsweise hält es der Wirklichkeit stand. Zwischen zwei fast senkrechten Kalkwänden zieht sich ein Bogen aus weißen, faustgroßen Kieseln, das Wasser fällt schon nach wenigen Metern steil ab und schichtet sich deshalb in klar getrennten Farbbändern. Der beste Blick ist nicht unten, sondern von den ausgeschilderten Aussichtspunkten an der Straße oberhalb von Divarata; von dort führt eine schmale Serpentinenstraße hinunter zum Parkplatz. Die Bucht öffnet sich nach Westen, die Wände stehen im Osten und Süden: Am frühen Morgen liegt der Strand deshalb im Schatten, ab dem späten Vormittag steht die Sonne über dem Meer und die Farbbänder sind am kräftigsten. Am schönsten wird das Licht am späten Nachmittag – erst kurz vor Sonnenuntergang zieht der äußerste Nordteil in den Schatten.

Etwa 45 Autominuten östlich beginnt die zweite Kefalonia-Geschichte, die unterirdische. Bei der Melissani-Höhle nahe Karavomylos ist vor langer Zeit ein Teil der Decke eingebrochen, sodass Tageslicht in einen Hohlraum fällt, der sonst stockdunkel wäre. Über den See darunter rudern kleine Boote mit ein paar Gästen an Bord, und wenn die Sonne hoch genug steht, wird das Wasser für ein paar Minuten so durchsichtig, dass die Boote zu schweben scheinen. Auf der anderen Seite von Sami, rund zehn Fahrminuten entfernt, liegt die Drogarati-Höhle, ein Tropfsteinsystem mit einer großen Halle, deren Akustik gelegentlich für Konzerte genutzt wird – unten ist es kühl und feucht, feste Schuhe sind sinnvoller als Badelatschen.

Im Norden geht es um zwei Dörfer. Assos sitzt auf einer schmalen Landenge zwischen zwei Buchten, und über dem Ort erstreckt sich auf der vorgelagerten Halbinsel die venezianische Festung von 1593 – eine weitläufige Anlage, von der vor allem der Mauerring, das Tor und die Ruinen im Kiefernwald erhalten sind. Der Rundweg dauert deutlich länger, als er vom Parkplatz aus aussieht, nimm Wasser mit. Eine halbe Stunde weiter endet die Küstenstraße in Fiskardo, dem einzigen Ort, den das Erdbeben von 1953 weitgehend verschont hat: pastellfarbene Häuser um ein kleines Hafenbecken, dazu die Ruine einer frühchristlichen Basilika auf der Landzunge gegenüber, die traditionell den Normannen zugeschrieben wird.

Und schließlich Argostoli und sein Umland. Die De-Bosset-Brücke von 1813 quert die Lagune von Koutavos auf rund 690 Metern und ist heute reine Fußgängerstrecke, mit einem steinernen Obelisken auf halbem Weg. Ein paar Kilometer landeinwärts liegt im Omala-Tal das Kloster Agios Gerasimos, die wichtigste Wallfahrtsstätte der Insel und dem Schutzpatron Kefalonias gewidmet – schulterfreie Kleidung ist dort nicht gern gesehen. Direkt daneben beginnen die Robola-Weinberge. Über allem steht der Ainos, mit 1.628 Metern der höchste Berg der Ionischen Inseln, dessen Nationalpark du bis fast auf Gipfelhöhe befahren kannst.

Sehenswürdigkeiten in Kefalonia

Alle 9 Sehenswürdigkeiten
Strände & Buchten

Die schönsten Strände auf Kefalonia von Myrtos bis Xi

Die Insel hat zwei Sorten Strand – helle Kiesbuchten unter Klippen im Norden und Osten, lange Sandabschnitte im Süden und auf der Paliki-Halbinsel.

Myrtos-Strand
Myrtos-Strand

Fangen wir mit dem an, worüber am meisten geschrieben wird. Myrtos ist ein Kieselstrand, kein Sandstrand – nimm Badeschuhe mit, das erspart den Balanceakt über handtellergroße Steine. Das Wasser fällt sehr schnell tief ab, was die Farben erklärt, aber auch bedeutet, dass Kinder und unsichere Schwimmer hier nur mit Begleitung ins Wasser sollten; bei Wind aus West steht am Ufer schnell ordentlich Brandung. Schatten gibt es kaum, das Angebot am Strand ist überschaubar, und der Parkplatz ist an Julitagen gegen elf Uhr voll. Wer früh kommt oder erst gegen 17 Uhr, hat mehr vom Ort.

Der Osten ist ruhiger. Antisamos liegt in einer grün bewaldeten Bucht bei Sami, gegenüber die Silhouette von Ithaka, unter den Füßen wieder Kiesel – hier stand die Kulisse für die Verfilmung von Corellis Mandoline aus dem Jahr 2001, abgebaut wurde sie nach den Dreharbeiten wieder – geblieben ist die Bucht selbst, und die ist der eigentliche Grund zu kommen. Nördlich davon reihen sich um Agia Efimia kleinere Badeplätze aneinander, die man ohne Suchen kaum findet. Wer in Sami wohnt, hat all das in einer Viertelstunde vor der Tür und spart sich die lange Fahrt an die Westküste, deren Buchten hübscher, aber eben auch voller sind.

Die Sandstrände liegen im Süden und Westen. Um Lassi, gleich vor den Toren von Argostoli, ziehen sich Makris Gialos und Platis Gialos hin, gut ausgestattet mit Liegen, Tavernen und Wassersport, dazu Flugzeuge im Landeanflug auf den nahen Airport – das ist der klassische Familienabschnitt der Insel. Lourdas an der Südküste bietet einen langen, dunkleren Sandstrand unter den Ainos-Hängen. Im Südosten liegt Skala mit dem längsten zusammenhängenden Sandstreifen Kefalonias, hinter dem sich Pinien und ein ganzer Ferienort ausbreiten.

Am leersten wird es auf Paliki. Xi auf der Südseite der Halbinsel ist wegen seines rötlich-lehmigen Sandes bekannt, in dem sich Badegäste traditionsgemäß einschmieren, und weil das Wasser hier über hundert Meter flach bleibt, ist es der entspannteste Kinderstrand der Insel. An der Westseite öffnet sich unter hohen Kalkwänden die Bucht von Petani, breiter und dramatischer, mit klarem, kühlerem Wasser und ein paar Tavernen am Hang. Zwischen beiden liegen Megas Lakkos und mehrere namenlose Buchten, für die du eine Schotterpiste in Kauf nehmen musst – dafür teilst du sie mit fast niemandem.

Höhlen & Karst

Melissani, Drogarati und die Katavothres von Argostoli

Kefalonia ist von innen hohl, und das ist keine Metapher – das Meer fließt quer durch die Insel, von der Westküste bis nach Sami.

Die Melissani-Höhle besuchst du nicht wegen der Höhle, sondern wegen des Lichts. Nach dem Einbruch eines Deckenteils fällt die Sonne durch das offene Rund direkt auf den unterirdischen See; steht sie hoch genug, wird das Wasser so klar, dass du bis auf den Grund siehst und die Ruderboote scheinbar über einer Leere schweben. Genau deshalb ist die Mittagszeit hier ausnahmsweise die richtige Uhrzeit, was die Warteschlange erklärt: In der Hochsaison lohnt es sich, entweder gleich zur Öffnung da zu sein oder die Mittagsspitze in Kauf zu nehmen. Die Bootsfahrt selbst dauert eine knappe Viertelstunde, der Ruderer erklärt die Formationen unterwegs.

Rund sechs Kilometer und zehn Fahrminuten weiter, auf der anderen Seite von Sami, liegt die Drogarati-Höhle, und die ist das genaue Gegenteil: keine Sonne, kein Wasser, dafür Tropfsteine. Über eine Treppe steigst du in eine große Kammer hinab, in der Stalaktiten von der Decke hängen und Stalagmiten ihnen entgegenwachsen; wegen der Akustik dieses Raums finden dort gelegentlich Konzerte statt. Unten ist es das ganze Jahr über kühl und sehr feucht, die Stufen sind entsprechend rutschig – Sandalen sind hier die falsche Wahl, und wer nach dem Strand kommt, sollte etwas Langärmeliges dabeihaben. Beide Höhlen zusammen füllen einen Vormittag, sie liegen nur wenige Fahrminuten auseinander.

Das Wasser in Melissani stammt nicht aus dem Berg, sondern aus dem Meer – und zwar von der anderen Inselseite. Bei den Katavothres nördlich von Argostoli verschwindet Meerwasser in Spalten im Kalkfels, ein Phänomen, das schon im 19. Jahrhundert eine Mühle antrieb; die Anlage fiel dem Beben von 1953 zum Opfer, an ihrer Stelle dreht sich heute ein nachgebautes Mühlrad. Wohin das Wasser fließt, war lange unklar; erst Färbeversuche in den 1960er-Jahren zeigten, dass es quer unter der Insel hindurchwandert und Wochen später an der Ostküste bei Karavomylos und in der Melissani-Höhle wieder austritt. Das Beben von 1953 hat den Zufluss verändert, sichtbar ist er trotzdem geblieben.

Aktivitäten & Touren in Kefalonia

Orte & Dörfer

Argostoli, Sami, Fiskardo und die Orte auf Kefalonia

Auf Kefalonia gibt es keine Altstadt im üblichen Sinn, weil 1953 fast alles einstürzte – die Unterschiede zwischen den Orten sind trotzdem groß.

Fiskardo und Assos
Fiskardo und Assos

Argostoli ist mit Abstand der größte Ort und das Verwaltungszentrum der Insel, aufgebaut nach dem Beben in schlichten, niedrigen Zeilen. Wer historische Kulissen erwartet, wird enttäuscht; wer griechischen Alltag sucht, ist hier richtig. Die Marmorgasse Lithostroto zieht sich als Fußgängerachse durch das Zentrum, abends füllt sich die Plateia Valianou mit Familien, Cafétischen und Kindern, die zwischen den Stühlen Fangen spielen. Am Fischereihafen kommen vormittags die Boote zurück, und mit ihnen tauchen die unechten Karettschildkröten auf. Ein Museum und eine Bibliothek dokumentieren, wie die Stadt vor 1953 aussah.

Auf der anderen Seite der Bucht liegt Lixouri, das zweitgrößte Städtchen und die Hauptstadt der Paliki-Halbinsel. Die kleine Autofähre pendelt zwischen beiden Ufern: Die Überfahrt dauert gut zwanzig Minuten, die Straße rund um den Golf knapp eine Stunde – gespart ist damit rund eine halbe Stunde, und praktischer ist keine andere Verbindung der Insel. Lixouri selbst ist unaufgeregt, mit einem breiten Platz am Wasser, Tavernen ohne Speisekarten auf Englisch und einem Rhythmus, der von der Fähre vorgegeben wird. Als Basis ist der Ort ideal für alle, die Xi, Petani und den leeren Westen vor der Haustür haben wollen.

Sami an der Ostküste ist der wichtigste Fährhafen und liegt genau gegenüber von Ithaka, dessen Bergrücken den ganzen Blickwinkel füllt. Der Ort selbst ist funktional, die Lage dafür unschlagbar: Melissani, Drogarati und Antisamos liegen alle in einer Viertelstunde Fahrzeit. Nördlich davon zieht sich die Straße nach Agia Efimia, einem kleinen Hafenort, an dem Segler festmachen und der als ruhigere Alternative zu Sami funktioniert. Von hier startet die schönste Fahrstrecke der Insel, die Küstenstraße nach Norden.

Ganz oben liegen Assos und Fiskardo, die beiden Orte, die auf jedem Kefalonia-Foto vorkommen. Assos hängt an einer Landenge unter der venezianischen Festung, Fiskardo bewahrt als einziger Ort seine Häuser aus der Zeit vor 1953 und ist im Sommer der elegante Treffpunkt der Insel, mit Yachthafen, Boutiquen und Preisen, die das widerspiegeln. Im Südosten bilden Skala und Poros das Gegenprogramm: Skala ist der große, entspannte Ferienort am Sandstrand, Poros ein Fährhafen mit Verbindung aufs Festland, hinter dem sich eine enge Schlucht ins Bergland öffnet.

Reiseplanung & Route

Kefalonia-Urlaub planen mit einer Inselrunde in einer Woche

Fünf bis sieben Tage sind das richtige Maß – kürzer verbringst du den halben Urlaub auf der Bergstraße, länger lohnt sich nur mit Ausflügen auf die Nachbarinseln.

Die erste Entscheidung ist die Basis, und sie ist wichtiger als jede Routenplanung. Kefalonia ist groß und bergig, gefühlte Entfernungen und tatsächliche Fahrzeiten klaffen weit auseinander: Von Argostoli nach Fiskardo brauchst du weit über eine Stunde, von Skala im Südosten nach Petani im Westen fast zwei. Wer die ganze Insel sehen will, wohnt am besten mittig – in Argostoli, Lassi oder Sami – und fährt sternförmig. Zwei Standquartiere sind eine Alternative, etwa drei Nächte im Süden und drei im Norden, aber mehr als zwei Umzüge lohnen sich auf einer Woche nicht.

Eine gute Wochenaufteilung sieht so aus: Tag eins zum Ankommen, Lassi und Argostoli mit De-Bosset-Brücke und Lagune. Tag zwei in den Osten, morgens Drogarati, danach Melissani zur besten Lichtzeit, nachmittags baden in Antisamos. Tag drei die große Nordrunde über Myrtos, Assos und Fiskardo, mit einem späten Mittagessen im Hafen. Tag vier ins Landesinnere: Kloster Agios Gerasimos, Robola-Weinprobe im Omala-Tal und, wenn das Wetter klar ist, die Auffahrt in den Ainos-Nationalpark. Tag fünf gehört Paliki mit Xi und Petani, Tag sechs dem Süden um Skala und Lourdas.

Zum Fahren selbst zwei ehrliche Hinweise. Die Hauptstraßen sind gut ausgebaut, aber kurvig und in den Bergabschnitten schmal; rechne pauschal mit dem Doppelten dessen, was die Kilometerzahl vermuten lässt, und plane keine Fahrten im Dunkeln, weil Leitplanken und Beleuchtung streckenweise fehlen. Ziegen auf der Fahrbahn sind normal, entgegenkommende Reisebusse auf den Serpentinen nach Myrtos oder Assos ebenfalls. Tanken solltest du in den größeren Orten; im Norden und auf Paliki liegen die Stationen weit auseinander und schließen früh.

Wenn du weniger Zeit hast, streichst du zuerst Paliki und den Süden – Ostküste und Nordrunde sind die beiden Tage, die keiner auslassen sollte. Bei zehn Tagen oder mehr hängst du eine Fährfahrt nach Ithaka an, das von Sami oder Fiskardo in kurzer Überfahrt erreichbar ist, dazu einen ganzen Tag für eine Bootstour oder eine Kajakrunde entlang der Küste. Wer im Juli oder August reist, sollte die Fahrten grundsätzlich in die frühen Vormittagsstunden legen: Um zehn ist die Luft noch erträglich, die Aussichtspunkte sind leer, und der Nachmittag gehört ohnehin dem Wasser.

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Übernachten

Hotels auf Kefalonia und die passende Gegend für deinen Urlaub

Auf Kefalonia entscheidest du dich weniger für ein Haus als für eine Himmelsrichtung, und die legt fest, wie dein Urlaub aussieht.

Grob gibt es fünf Gegenden. Lassi und Argostoli sind die beste Wahl für die erste Kefalonia-Reise: kurze Wege zum Flughafen, Sandstrände vor der Tür, Restaurants und Supermärkte fußläufig und eine mittige Lage für Tagesausflüge. Skala und Lourdas im Süden sind die klassischen Familien- und Pauschalgegenden mit langen Stränden und viel Ausstattung. Sami und Agia Efimia im Osten liegen bei den Höhlen und den Fähren nach Ithaka. Fiskardo und Assos im Norden sind die stimmungsvollste, aber auch teuerste und am weitesten entfernte Ecke. Und Paliki ist die Wahl für alle, die Ruhe über kurze Wege stellen.

In der gehobenen Kategorie hat die Insel eine überraschende Dichte. Das F Zeen Kefalonia über dem Strand von Lourdata ist ein familiengeführtes Fünf-Sterne-Retreat für Erwachsene mit Spa, Hammam und Yoga-Programm. Das Emelisse Nature Resort nahe Fiskardo verteilt Suiten und Villen über Zypressengärten mit Infinity-Pool über dem Ionischen Meer. Das Petani Bay Hotel liegt als Adults-only-Haus über der Bucht von Petani auf Paliki, mit Sonnenuntergang direkt vom Poolrand. Weiter südöstlich nahe Skala liegt das Apostolata Island Resort & Spa an einem Hang mit weitem Meerblick, mehreren Pools und Spa.

Bodenständiger und trotzdem gut gelegen sind zwei Adressen rund um Lassi: das Thalassa Boutique Hotel & Spa oberhalb der Bucht, ein Adults-only-Haus mit zwei Süßwasserpools nahe dem Makris-Gialos-Strand, und das etablierte Mediterranee Hotel direkt am Sandstrand, nur rund zwei Kilometer von Argostoli entfernt. Daneben besteht ein großer Teil des Angebots aus kleinen Apartmenthäusern und Studios in Familienbesitz – auf einer Insel, auf der du ohnehin selbst fährst, ist das oft die praktischere und deutlich günstigere Lösung, gerade außerhalb der Hochsaison.

Zur Buchung drei praktische Punkte. Erstens ist die Saison kurz: Viele Häuser öffnen erst im Mai und schließen im Oktober wieder, im Winter ist außerhalb von Argostoli und Lixouri fast nichts geöffnet. Zweitens brauchst du fast überall einen Parkplatz – frag beim Buchen nach, gerade in Fiskardo und Assos ist Parken im Ortskern schwierig. Drittens lohnt ein Blick auf die Anfahrt zur Unterkunft: Hanglagen mit Meerblick sind hier die Regel, und manche werden über steile, schlecht befestigte Zufahrten erschlossen, die mit einem kleinen Mietwagen nur im Schritttempo funktionieren.

Hotels in Kefalonia

Alle 6 Hotels

Ferienhäuser & Villen mit Pool

Die beliebteste Wahl in der Region — privates Ferienhaus oder Villa mit Pool, oft mitten in den Weinbergen.

Agriturismi & Weingüter

Urlaub auf dem Land: übernachten auf einem Weingut oder Bauernhof, mit Wein und Öl aus eigener Ernte.

Essen & Trinken

Essen und Trinken auf Kefalonia mit Kreatopita und Robola

Die Insel hat eine eigene Küche, die sich von der ägäischen deutlich unterscheidet – mehr Fleisch, mehr Kräuter, weniger Tomate.

Das bekannteste Gericht ist die Kreatopita, die kefalonische Fleischpastete: Lamm oder Ziege, Reis, Zwiebeln und eine sehr präsente Kräuter- und Gewürzmischung in einem Teigmantel, oft in großen Blechen gebacken und in Stücken verkauft. Dazu kommt Aliada, eine kräftige Paste aus Knoblauch und Kartoffel, die traditionell zu gebackenem oder frittiertem Stockfisch gereicht wird und mit der man nicht am selben Abend Verhandlungen führen sollte. Wer Fisch will, bestellt ihn am besten nach Gewicht und nach Tagesfang – in den Hafenorten steht der Preis pro Kilo, nicht pro Portion, auf der Karte.

Bei den Adressen ist Fiskardo die Bühne. Die Taverne Tassia am Hafen wurde 1972 gegründet und von der Köchin und Kochbuchautorin Tassia Dendrinou zu einer Institution der Insel gemacht; direkt am Wasser liegt außerdem Vasso's, eine gehobene Fischtaverne, die vom Tagesfang lebt. In Argostoli sitzt du im Kyani Akti auf einem Holzsteg mit den Tischen knapp über dem Wasser und Bergblick, während das Arxontiko in einer ruhigen Gasse nahe dem Hauptplatz ehrliche kefalonische Hausmannskost kocht. In Sami führt die Familie hinter Casa Grec am Ende der Hafenpromenade seit 1989 eine Küche, die alles selbst macht.

Beim Wein führt kein Weg an Robola vorbei, der weißen Rebsorte, die auf den kargen Kalkhängen rund um den Ainos wächst und einen trockenen, zitrus- und mineralbetonten Wein ergibt. Verkosten kannst du ihn in der Genossenschaftskellerei im Omala-Tal, wenige Minuten vom Kloster Agios Gerasimos entfernt – das lässt sich gut mit dem Klosterbesuch und der Auffahrt zum Ainos verbinden. Mitnehmen kann man außerdem den dunklen Thymianhonig der Insel und Mandolato, den mit Mandeln gespickten Nougat, den es auf allen Ionischen Inseln gibt und den hier fast jede Bäckerei führt.

Zur Praxis: In Griechenland wird spät gegessen, vor 21 Uhr sitzen in den Tavernen meist nur Urlauber, und das ist völlig in Ordnung. In Fiskardo solltest du im Juli und August für die bekannten Häuser reservieren, sonst wartest du am Kai. In Bergdörfern und auf Paliki gibt es Tavernen, die ohne Karte arbeiten und dir stattdessen zeigen, was in der Küche steht – das ist keine Marotte, sondern die ehrlichste Form der Tageskarte. Kartenzahlung ist in den Touristenorten üblich, in kleinen Dorftavernen aber nicht garantiert, also ein paar Scheine einstecken.

Restaurants in Kefalonia

Anreise & Mietwagen

Anreise nach Kefalonia mit Flug, Fähre und Mietwagen

Der Flughafen liegt acht Kilometer südlich von Argostoli, und die entscheidende Buchung ist danach nicht das Hotel, sondern das Auto.

Kefalonia hat einen eigenen Flughafen, Kefalonia International Airport mit dem Kürzel EFL, rund acht Kilometer südlich von Argostoli und damit dicht bei Lassi. In der Sommersaison wird er aus Deutschland direkt angeflogen, überwiegend von Ferienfluggesellschaften und mit einem Angebot, das in den Randmonaten schnell dünner wird; außerhalb der Saison führt der Weg in der Regel über Athen. Der Terminal ist klein, die Autovermietungen sitzen direkt gegenüber, und Taxis stehen bei ankommenden Maschinen bereit – einen Linienbus vom Flughafen solltest du nicht einplanen.

Per Fähre bestehen mehrere Verbindungen, die je nach Jahreszeit unterschiedlich dicht bedient werden. Vom Festland kommst du über Kyllini auf der Peloponnes nach Poros im Südosten der Insel sowie über weitere Häfen nach Sami und Argostoli. Im Norden verbindet Fiskardo die Insel in der Saison mit Ithaka und Lefkada, von Sami führen ebenfalls Überfahrten nach Ithaka. Nach Zakynthos gibt es im Sommer eine Verbindung ab dem kleinen Hafen Pessada. Fahrpläne wechseln von Jahr zu Jahr und von Monat zu Monat – prüfe sie kurz vor der Reise und plane bei Anschlussflügen Puffer ein.

Ein Mietwagen ist auf Kefalonia keine Option, sondern die Voraussetzung dafür, mehr als den eigenen Strandabschnitt zu sehen. Buche früh, gerade für Juli und August, weil der Bestand auf der Insel begrenzt ist und die Preise mit der Nachfrage steil steigen. Ein kleines Fahrzeug ist auf den engen Bergstraßen die klügere Wahl als ein großer Kombi. Kläre vor der Buchung, wie die Selbstbeteiligung geregelt ist und ob Schotterpisten mitversichert sind – viele Zufahrten zu Buchten und Bergdörfern sind nicht asphaltiert, und genau dort entstehen die typischen Schäden an Unterboden und Reifen.

Ohne eigenes Auto wird es mühsam, aber nicht unmöglich. Der Überlandbus verbindet Argostoli mit den größeren Orten wie Sami, Skala, Poros und Lixouri, allerdings mit wenigen Fahrten am Tag, dünnerem Angebot am Wochenende und ohne Anbindung der abgelegenen Strände. Taxis fahren zuverlässig, aber auf einer so großen Insel summiert sich das. Die praktischste Verbindung im Alltag ist die Autofähre zwischen Argostoli und Lixouri, die die lange Fahrt um den Golf abkürzt. Für einzelne Ziele wie Melissani oder Myrtos sind organisierte Tagestouren die einfachste Lösung.

Mietwagen

Die schönsten Orte liegen abseits von Bahn und Bus — mit dem Mietwagen bist du flexibel.

Natur & Wandern

Der Ainos-Nationalpark, Wanderwege und die Schildkröten

Über der Badezone liegt eine zweite Insel aus dunklem Tannenwald, halbwilden Pferden und Blicken, die bei klarer Luft bis zum Festland reichen.

Ainos-Nationalpark
Ainos-Nationalpark

Der Ainos ist mit 1.628 Metern der höchste Berg der Ionischen Inseln und seit 1962 Nationalpark. Was ihn besonders macht, ist der Wald: Die Kefalonische Tanne wächst endemisch nur hier und auf wenigen griechischen Bergen, und ihre dunklen Kronen gaben dem Massiv bei den Venezianern den Namen Monte Nero. Eine Straße führt vom Sattel bei Agios Eleftherios hinauf bis nahe an den Kamm, der letzte Abschnitt ist unbefestigt. Oben stößt du mit etwas Glück auf die halbwilden Pferde, die im Park leben und als Nachfahren verwilderter Arbeitstiere gelten – füttern und bedrängen solltest du sie nicht.

Gewandert wird auf Kefalonia weniger, als die Landschaft hergibt, und genau das ist der Reiz. Vom Parkeingang führen markierte Wege durch den Tannenwald zum Gipfelbereich, wobei du für den Aufstieg eher an einen halben Tag denken solltest und im Sommer unbedingt an den frühen Morgen: Schatten gibt es zwar, Wasser unterwegs aber nicht. Weiter unten laufen Wege durch die Robola-Weinberge im Omala-Tal und entlang der Küste im Norden, etwa zwischen Assos und den Buchten nördlich davon. Im Frühjahr blüht der Karst so intensiv, dass Botaniker die Insel eigens deswegen bereisen.

Das bekannteste Tier der Insel schwimmt allerdings unten im Hafen. Unechte Karettschildkröten kommen regelmäßig in den Fischereihafen von Argostoli, vor allem vormittags, wenn die Boote einlaufen und Reste über Bord gehen – vom Kai aus siehst du sie ohne jedes Boot. Wichtiger als das Zuschauen sind ihre Brutplätze: Mehrere Sandstrände im Süden und Südosten, darunter Abschnitte bei Skala und Kaminia, dienen den Tieren zur Eiablage. Halte dich dort an die ausgeschilderten Regeln, lass Liegen und Schirme weg, wo sie untersagt sind, und leuchte nachts nicht mit Lampen über den Sand.

Ausflüge & Bootstouren

Ausflüge ab Kefalonia nach Ithaka und aufs Wasser

Von Sami aus siehst du Ithaka so nah, dass die Überfahrt kürzer dauert als die Fahrt nach Fiskardo.

Melissani-See
Melissani-See

Ithaka ist der naheliegendste Ausflug und der lohnendste. Die Nachbarinsel liegt gegenüber der Ostküste, in der Saison verkehren Fähren ab Sami und ab Fiskardo, und ein Tagesausflug reicht für den Hafenort Vathy in seiner tief eingeschnittenen Bucht, das Bergdorf Anogi oder die Bucht von Frikes und Kioni im Norden. Ithaka gilt als Heimat des Odysseus, und mehrere Orte auf der Insel beanspruchen Bezüge zur Odyssee – archäologisch ist das umstritten, als roter Faden für einen Tag funktioniert es trotzdem gut. Prüfe die Rückfahrzeit, bevor du zu weit fährst.

Auf dem Wasser hat Kefalonia mehr zu bieten als die üblichen Badebuchten. Ab Argostoli starten Bootstouren zur unbewohnten Felseninsel Vardiani vor der Bucht, mit Badestopps unterwegs. Seekajak-Touren führen entlang der Felsküste zu Höhlen und Buchten, die vom Land aus schlicht nicht erreichbar sind, und weil das Ionische Meer morgens meist glatt liegt, sind die frühen Touren die angenehmeren. In Fiskardo und Agia Efimia kannst du außerdem kleine Motorboote mieten, für die in Griechenland je nach Motorleistung kein Führerschein nötig ist – lass dir die Regeln vor Ort erklären.

Weiter weg lohnen zwei Ziele. Zakynthos ist im Sommer ab dem kleinen Hafen Pessada im Süden erreichbar, allerdings mit wenigen Abfahrten und ohne komfortable Anschlüsse, weshalb das eher eine Übernachtung als einen Tagesausflug ergibt. Lefkada im Norden ist über Fiskardo angebunden und interessant, weil die Insel per Damm mit dem Festland verbunden ist und mit Porto Katsiki und dem seit dem Beben von 2015 nur noch per Boot erreichbaren Egremni ganz andere Steilküstenstrände hat. Wer aufs Festland will, nimmt die Fähre nach Kyllini und ist von dort in gut anderthalb Stunden im antiken Olympia.

Stadtviertel

Die Stadtviertel von Kefalonia – und welches zu dir passt

ArgostoliArgostoliHauptort und einziger Ort mit echtem Alltag: die Marmorgasse Lithostroto, abends die Plateia Valianou voller Cafétische, die 690 Meter lange De-Bosset-Brücke über der Lagune von Koutavos und vormittags die Karettschildkröten am Fischereihafen. Mittige Lage für Ausflüge in alle Richtungen.Ideal für: Erste Basis & Stadtleben1 TagLassiLassiDie Halbinsel direkt vor Argostoli bündelt, was viele suchen: die Sandstrände Makris Gialos und Platis Gialos, Tavernen, Hotels und Sonnenuntergänge über dem Ionischen Meer. Der Flughafen liegt wenige Minuten entfernt, Argostoli ist zu Fuß oder in einer kurzen Fahrt erreichbar.Ideal für: Strandurlaub mit kurzen Wegen2–3 TageSamiSamiDer Fährhafen an der Ostküste liegt genau gegenüber von Ithaka und ist der Ausgangspunkt für die Naturwunder der Insel: die unterirdische Melissani-Lagune, die Tropfsteinhöhle Drogarati und der Kiesstrand Antisamos liegen alle in einer Viertelstunde Fahrzeit.Ideal für: Höhlen & Fähren1–2 TageAssosAssosEin Dorf auf einer schmalen Landenge an der Nordwestküste, überragt von den weitläufigen Mauern der venezianischen Festung von 1593 auf der vorgelagerten Halbinsel. Bunte Häuser um eine geschützte Bucht, ein paar Tavernen am Wasser und der Rundweg hinauf zur Burg.Ideal für: Halber Tag im Norden½ TagFiskardoFiskardoDer Ort im äußersten Norden überstand das Beben von 1953 fast unbeschadet und bewahrte so seine pastellfarbenen Häuser aus venezianischer Zeit. Heute ist der Hafen der elegante Treffpunkt der Insel, mit Segelyachten, bekannten Tavernen und Fährverbindungen nach Ithaka und Lefkada.Ideal für: Hafenabende & Ausflüge½–1 TagLixouriLixouriDie zweitgrößte Stadt liegt gegenüber von Argostoli auf der Paliki-Halbinsel und ist per Autofähre in kurzer Überfahrt erreichbar, was gegenüber der Straße rund um den Golf viel Zeit spart. Ausgangspunkt für den roten Sand von Xi und die Bucht von Petani.Ideal für: Ruhe & leere Strände1–2 Tage
Beste Reisezeit & Wetter

Beste Reisezeit für Kefalonia und das Wetter im Jahreslauf

Die Ionischen Inseln sind die grünsten Griechenlands, und das hat einen Preis – der Winter bringt hier deutlich mehr Regen als die Ägäis.

Kefalonia hat ein mediterranes Klima mit einem sehr trockenen, heißen Sommer und einem milden, ausgesprochen nassen Winter. Zwischen Juni und September fällt kaum Niederschlag, die Höchstwerte liegen im Hochsommer stabil um dreißig Grad, und das Meer erreicht im August und September Werte um fünfundzwanzig Grad. Ab Oktober kippt das Wetter, im Winter zieht ein Tief nach dem anderen über die Insel – dafür ist Kefalonia im Frühjahr so grün, wie man es von Griechenland nicht erwartet. Wichtig für die Planung ist außerdem die Saison: Zwischen November und April sind viele Hotels, Tavernen und Bootsanbieter geschlossen.

Jan14°8°nass, Insel im Winterbetrieb
Feb14°8°regnerisch, sehr grün
Mär16°9°erste warme Tage, Blütezeit
Apr19°11°Wanderwetter, Meer noch kühl
Mai24°15°warm und leer, Saisonstart
Jun28°19°Badewetter ohne Hochsaison
Jul31°21°heiß, Myrtos früh anfahren
Aug31°22°Hochsaison, teuerste Wochen
Sep27°19°warmes Meer, ruhige Strände
Okt23°16°mild, erste Regenfronten
Nov19°12°nass, vieles schließt
Dez15°10°mild und regnerisch

Beste Reisezeit · Balken = Tageshöchstwert

Die beste Reisezeit für Kefalonia sind Ende Mai bis Juni und der September. Dann liegen die Höchstwerte zwischen 24 und 28 Grad, das Meer ist warm genug, die Bergstraßen sind fahrbar ohne Hitzestau, und Myrtos, Melissani und Fiskardo sind noch nicht im Hochsaisonmodus. Juli und August sind verlässlich heiß und trocken, aber teuer und an den bekannten Punkten voll – wer dann reist, startet den Tag früh. April und Oktober eignen sich für Wanderungen und Rundfahrten, im Wasser wird es dann allerdings frisch, und ab November ist außerhalb von Argostoli und Lixouri das meiste geschlossen.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zu Kefalonia

Wie viele Tage sollte man für Kefalonia einplanen?
Fünf bis sieben Tage sind das sinnvolle Maß. In vier Tagen schaffst du die Ostküste mit den Höhlen und die Nordrunde über Myrtos, Assos und Fiskardo, verbringst aber viel Zeit im Auto. Ab einer Woche kommen Paliki, der Süden um Skala und ein Tag am Ainos entspannt dazu. Wer zehn Tage hat, hängt eine Fährfahrt nach Ithaka an.
Braucht man auf Kefalonia wirklich einen Mietwagen?
Für alles außer reinem Strandurlaub ja. Die Insel ist rund 773 Quadratkilometer groß und bergig, die Sehenswürdigkeiten liegen weit auseinander, und der Überlandbus verbindet nur die größeren Orte mit wenigen Fahrten pro Tag. Ohne Auto bleiben dir organisierte Tagestouren und Taxis. Buche den Wagen für Juli und August früh, der Bestand auf der Insel ist begrenzt.
In welcher Gegend wohnt man auf Kefalonia am besten?
Lassi und Argostoli sind für die erste Reise die praktischste Basis: Sandstrand, kurze Wege zum Flughafen und mittige Lage für Ausflüge. Skala und Lourdas im Süden sind familienfreundlich mit langen Stränden, Sami liegt direkt bei den Höhlen und den Ithaka-Fähren, Fiskardo und Assos sind die stimmungsvollste und teuerste Ecke, Paliki die ruhigste.
Kann man am Myrtos-Strand gut schwimmen?
Schwimmen ja, planschen nein. Der Untergrund besteht aus groben weißen Kieseln, Badeschuhe sind sehr zu empfehlen, und das Wasser fällt schon nach wenigen Metern steil ab. Bei Westwind steht am Ufer schnell kräftige Brandung. Für kleine Kinder eignen sich Xi auf Paliki oder Makris Gialos bei Lassi deutlich besser, weil das Wasser dort lange flach bleibt.
Wann besucht man die Melissani-Höhle am besten?
Rund um die Mittagszeit, weil dann die Sonne senkrecht durch das eingestürzte Dach fällt und das Wasser türkis aufleuchtet. Genau deshalb ist es dann auch am vollsten. Entweder du kommst gleich zur Öffnung und nimmst schwächeres Licht in Kauf oder du planst Wartezeit ein. Die Drogarati-Höhle liegt wenige Fahrminuten entfernt und lässt sich gut kombinieren.
Wie kommt man von Kefalonia nach Ithaka?
In der Saison mit der Fähre ab Sami an der Ostküste und ab Fiskardo im Norden – Ithaka liegt direkt gegenüber, die Überfahrt ist kurz. Ein Tagesausflug reicht für Vathy und den Norden der Insel. Die Fahrpläne wechseln jährlich und saisonal, prüfe sie kurz vorher und achte vor allem auf die letzte Rückfahrt des Tages.
Warum sehen die Orte auf Kefalonia so neu aus?
Am 12. August 1953 zerstörte ein schweres Erdbeben nahezu alle Ortschaften der Insel. Argostoli, Lixouri und die Dörfer wurden danach niedrig und schlicht wieder aufgebaut, historische Bausubstanz ist deshalb selten. Nur der äußerste Norden um Fiskardo blieb weitgehend verschont – dort stehen die pastellfarbenen Häuser aus venezianischer Zeit noch.
Was isst man auf Kefalonia typischerweise?
Kreatopita, die kefalonische Fleischpastete mit Lamm oder Ziege, Reis und viel Kräutern, ist das Nationalgericht der Insel. Dazu Aliada, eine kräftige Knoblauch-Kartoffel-Paste zu Stockfisch, frischer Fisch nach Gewicht in den Hafenorten und zum Abschluss Mandolato, der Nougat mit Mandeln. Getrunken wird Robola, der trockene Weißwein von den Kalkhängen am Ainos.
Ist Kefalonia für Familien mit Kindern geeignet?
Ja, wenn du die Basis passend wählst. Skala, Lourdas und Lassi haben lange Sandstrände mit flachem Einstieg und viel Infrastruktur, Xi auf Paliki bleibt über hundert Meter hinaus knietief. Weniger geeignet sind die Kiesbuchten unter Klippen wie Myrtos. Die langen, kurvigen Bergstrecken sind der eigentliche Faktor – plane kurze Fahrten und halte unterwegs an.
Kefalonia oder Zakynthos und Korfu – was passt zu wem?
Kefalonia ist die größte, bergigste und am wenigsten verbaute der drei. Wer Natur, Höhlen, Bergstraßen und Ruhe sucht und bereit ist zu fahren, ist hier richtig. Zakynthos punktet mit Schiffswrackbucht und mehr Nachtleben auf engerem Raum, Korfu mit seiner venezianischen Altstadt und der besten Anbindung. Für Kefalonia solltest du am ehesten Zeit mitbringen.
Wie voll wird Kefalonia in der Hochsaison?
Deutlich weniger voll als Korfu oder Zakynthos, weil sich die Gäste auf einer viel größeren Fläche verteilen. Eng wird es punktuell: am Parkplatz von Myrtos ab dem späten Vormittag, an der Melissani-Höhle zur Mittagszeit und abends in Fiskardo. Wer diese drei Punkte früh oder spät ansteuert, erlebt auch im August eine erstaunlich entspannte Insel.
Was kann man auf Kefalonia bei Regen machen?
Die beiden Höhlen sind wetterunabhängig, Drogarati sogar besonders angenehm, wenn es draußen ungemütlich ist. Dazu kommen das Kloster Agios Gerasimos im Omala-Tal, eine Robola-Weinprobe in der Genossenschaftskellerei nebenan sowie Museum und Bibliothek in Argostoli. Regentage fallen ohnehin fast nur in die Randmonate und den Winter.
Kann man auf Kefalonia Schildkröten sehen?
Ja. Unechte Karettschildkröten tauchen regelmäßig im Fischereihafen von Argostoli auf, vor allem vormittags, wenn die Boote zurückkommen – vom Kai aus und ohne Boot. Mehrere Sandstrände im Süden und Südosten sind Brutplätze; halte dich dort an die ausgeschilderten Regeln und verzichte nachts auf Taschenlampen über dem Sand.

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KefaloniaWenn du bei Divarata aus dem Auto steigst und über die Leitplanke schaust, liegt der Myrtos-Strand rund zweihundert Meter tiefer als weißer Kieselbogen zwischen zwei Felswänden, und das Wasser staffelt sich in Streifen von Hellgrün über Türkis bis Tintenblau.

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