Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten auf Kefalonia
Kefalonias Höhepunkte liegen weit auseinander – zwischen Myrtos im Nordwesten und der Melissani-Höhle an der Ostküste liegt eine gute Dreiviertelstunde Bergstraße.
Der Myrtos-Strand ist das Bild, das die meisten von Kefalonia im Kopf haben, und ausnahmsweise hält es der Wirklichkeit stand. Zwischen zwei fast senkrechten Kalkwänden zieht sich ein Bogen aus weißen, faustgroßen Kieseln, das Wasser fällt schon nach wenigen Metern steil ab und schichtet sich deshalb in klar getrennten Farbbändern. Der beste Blick ist nicht unten, sondern von den ausgeschilderten Aussichtspunkten an der Straße oberhalb von Divarata; von dort führt eine schmale Serpentinenstraße hinunter zum Parkplatz. Die Bucht öffnet sich nach Westen, die Wände stehen im Osten und Süden: Am frühen Morgen liegt der Strand deshalb im Schatten, ab dem späten Vormittag steht die Sonne über dem Meer und die Farbbänder sind am kräftigsten. Am schönsten wird das Licht am späten Nachmittag – erst kurz vor Sonnenuntergang zieht der äußerste Nordteil in den Schatten.
Etwa 45 Autominuten östlich beginnt die zweite Kefalonia-Geschichte, die unterirdische. Bei der Melissani-Höhle nahe Karavomylos ist vor langer Zeit ein Teil der Decke eingebrochen, sodass Tageslicht in einen Hohlraum fällt, der sonst stockdunkel wäre. Über den See darunter rudern kleine Boote mit ein paar Gästen an Bord, und wenn die Sonne hoch genug steht, wird das Wasser für ein paar Minuten so durchsichtig, dass die Boote zu schweben scheinen. Auf der anderen Seite von Sami, rund zehn Fahrminuten entfernt, liegt die Drogarati-Höhle, ein Tropfsteinsystem mit einer großen Halle, deren Akustik gelegentlich für Konzerte genutzt wird – unten ist es kühl und feucht, feste Schuhe sind sinnvoller als Badelatschen.
Im Norden geht es um zwei Dörfer. Assos sitzt auf einer schmalen Landenge zwischen zwei Buchten, und über dem Ort erstreckt sich auf der vorgelagerten Halbinsel die venezianische Festung von 1593 – eine weitläufige Anlage, von der vor allem der Mauerring, das Tor und die Ruinen im Kiefernwald erhalten sind. Der Rundweg dauert deutlich länger, als er vom Parkplatz aus aussieht, nimm Wasser mit. Eine halbe Stunde weiter endet die Küstenstraße in Fiskardo, dem einzigen Ort, den das Erdbeben von 1953 weitgehend verschont hat: pastellfarbene Häuser um ein kleines Hafenbecken, dazu die Ruine einer frühchristlichen Basilika auf der Landzunge gegenüber, die traditionell den Normannen zugeschrieben wird.
Und schließlich Argostoli und sein Umland. Die De-Bosset-Brücke von 1813 quert die Lagune von Koutavos auf rund 690 Metern und ist heute reine Fußgängerstrecke, mit einem steinernen Obelisken auf halbem Weg. Ein paar Kilometer landeinwärts liegt im Omala-Tal das Kloster Agios Gerasimos, die wichtigste Wallfahrtsstätte der Insel und dem Schutzpatron Kefalonias gewidmet – schulterfreie Kleidung ist dort nicht gern gesehen. Direkt daneben beginnen die Robola-Weinberge. Über allem steht der Ainos, mit 1.628 Metern der höchste Berg der Ionischen Inseln, dessen Nationalpark du bis fast auf Gipfelhöhe befahren kannst.















