Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Amalfi
Der historische Kern passt in einen Rundgang von zwanzig Minuten – alles Weitere liegt am Wasser oder oben im Tal.
Alles beginnt an der Piazza Duomo, dem einzigen wirklich großen Platz des Ortes. Aus ihm steigt eine Freitreppe mit 62 Stufen auf, und oben steht die Kathedrale Sant'Andrea mit einer Fassade aus geometrischen Streifen in Grau und Weiß, Spitzbögen und einem Goldmosaik im Giebel – arabisch-normannisch im Motiv, in dieser Form allerdings ein Wiederaufbau des 19. Jahrhunderts, nachdem die alte Front eingestürzt war. Links daneben steht der Glockenturm aus dem 12. und 13. Jahrhundert, dessen Türmchen mit gelb-grüner Majolika gedeckt sind. Unten auf dem Platz plätschert die Fontana di Sant'Andrea, an den Rändern stehen die Tische der Pasticceria Pansa, die dort seit 1830 Kaffee ausschenkt. Wer den Platz ohne Gedränge sehen will, kommt vor neun Uhr morgens – ab dem späten Vormittag laden Fähren und Busse ihre Tagesgäste zweihundert Meter weiter unten ab.
Im Dom lohnt weniger das barockisierte Hauptschiff als das, was links davon liegt. Der Chiostro del Paradiso wurde im 13. Jahrhundert als Begräbnisstätte der Amalfitaner Adelsfamilien angelegt: schlanke Doppelsäulen tragen ineinander verschränkte Spitzbögen um einen Hof mit Palmen, ein Grundriss, der eher an einen maurischen Innenhof erinnert als an italienische Klosterarchitektur. Von dort führt der Weg durch die Basilica del Crocifisso, den älteren Vorgängerbau, in dem heute das Diözesanmuseum untergebracht ist, und hinunter in die Krypta. Unter dem Altar liegen die Reliquien des Apostels Andreas, die 1208 aus Konstantinopel hierher gebracht wurden. Der Rundgang durch Kreuzgang, Museum, Krypta und Kirche ist kostenpflichtig, in einer knappen Stunde zu schaffen, und wie überall in italienischen Kirchen sollten Schultern und Knie bedeckt sein.
Unten am Wasser steht das Arsenale della Repubblica, die einzige erhaltene mittelalterliche Schiffswerft Süditaliens. Zwei Schiffe aus wuchtigen Spitzbogengewölben reichen bis fast an die Uferstraße heran; hier wurden die Galeeren gebaut, mit denen Amalfi Handel bis Konstantinopel und Nordafrika trieb, und heute steht darin ein Museum zur Seerepublik. Gleich daneben öffnet sich die Spiaggia Marina Grande, der Hausstrand direkt unter der Altstadt, ein Bogen aus dunklem Sand und Kies mit Strandbädern und einem frei zugänglichen Abschnitt. Am östlichen Ende der Uferzeile beginnt der Weg nach Atrani, das keine tausend Meter entfernt liegt und trotzdem eine eigene Gemeinde ist – der kürzeste Ortswechsel, den die Küste zu bieten hat.
Zwei Ziele liegen außerhalb des Zentrums und lohnen den Weg. Das Museo della Carta steckt rund zehn Gehminuten hinter dem Dom im Valle dei Mulini, in einer der ältesten Papiermühlen Europas; bei der Führung werden die wassergetriebenen Stampfwerke angeworfen, und am Ende siehst du, wie aus eingeweichten Lumpen ein Bogen der handgemachten carta bambagina entsteht. Die Grotta dello Smeraldo wiederum liegt einige Kilometer westlich bei Conca dei Marini. Durch eine Öffnung unterhalb der Wasserlinie fällt Licht in die Meereshöhle und färbt das Wasser smaragdgrün; im Inneren hängen Stalaktiten von der Decke, unter Wasser stehen Stalagmiten und eine versenkte Keramik-Krippe. Erreichbar ist sie per Boot ab dem Hafen von Amalfi oder über Treppe und Aufzug direkt von der Küstenstraße aus, bei starkem Seegang aber gar nicht.













