◆ STADT · ASTURIEN
An der Mündung des Sella, zwischen den Gipfeln der Picos de Europa und der rauen Brandung des Kantabrischen Meeres, liegt eine asturische Hafenstadt, die das Salz, das Süßwasser und die Tiefenzeit in sich vereint. Wer hier ankommt, riecht zuerst die Mischung aus Algen, frisch geschlagenem Apfelmost und nassem Stein, sieht die bunten Indiano-Villen am Strand von Santa Marina und ahnt, dass im Berg gegenüber 30.000 Jahre alte Pferde und Frauenfiguren in den Fels gemalt wurden. travelperfect führt durch eine kleine Welt, in der Steinzeitkunst, Kajaksport und Apfelweinkultur gleichberechtigt nebeneinander leben.
Der Name verrät die Geografie: Ribadesella ist das "Ufer am Sella", die Stelle, an der einer der wichtigsten Lachsflüsse Asturiens nach seinem Lauf aus den Picos de Europa breit und gelassen ins Kantabrische Meer mündet. Auf der einen Seite des Flusses liegt der alte Fischerhafen mit seinen vertäuten Booten und den lärmenden Möwen, auf der anderen der elegante Halbmond der Playa de Santa Marina. Dazwischen spannt sich eine niedrige Brücke, über die seit Generationen Fischer, Badegäste und Pilger des Küsten-Jakobswegs (Camino del Norte) ziehen. Die Gezeiten bestimmen den Rhythmus: Bei Ebbe legen sich Sandbänke frei, bei Flut drückt der Atlantik bis weit in die Ría hinein.
Hinter dem Strand reihen sich die casas de indianos auf, prunkvolle Villen mit verglasten Galerien, Türmchen und Palmengärten, die heimgekehrte Auswanderer Anfang des 20. Jahrhunderts mit ihrem in Kuba und Argentinien erworbenen Vermögen errichten ließen. Im Rücken der Stadt erhebt sich der Monte Corberu, gekrönt von der Ermita de la Guía, einer schlichten Kapelle aus dem späten 16. Jahrhundert, von der aus sich der schönste Blick über Hafen, Dächer und die in der Tiefe ankernden Boote öffnet. Gleich am Fuß des Bergs, im Stadtteil El Portiellu, beginnt die mittelalterliche Altstadt mit ihren schmalen Gassen, kleinen Plätzen und steinernen Bürgerhäusern, die auf einer Siedlung des 13. Jahrhunderts stehen.
Das eigentliche Wunder aber liegt unter Tage. 1968 entdeckten Höhlenforscher in der Cueva de Tito Bustillo einen rund 700 Meter langen Gang voller paläolithischer Malereien und Gravuren, darunter eine berühmte Wand mit Pferden und ein einzigartiger Saal mit Frauenfiguren, die das natürliche Relief des Gesteins nutzen. Die ältesten Spuren reichen über 30.000 Jahre zurück; seit 2008 gehört die Höhle zum UNESCO-Welterbe "Höhle von Altamira und paläolithische Höhlenkunst Nordspaniens". Wer keinen der streng limitierten Plätze ergattert, taucht im benachbarten Centro de Arte Rupestre in diese versunkene Bilderwelt ein, während draußen am Strand von Vega, ein paar Kilometer westlich, riesige Dinosaurier-Fußspuren im roten Jura-Sandstein an eine noch ältere Zeit erinnern.
01 · Auf einen Blick
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02 · Was tun
Tiefenzeit
Morgens die paläolithischen Pferde und Frauenfiguren der Cueva de Tito Bustillo (Voranmeldung zwingend, Mindestalter 7 Jahre, geöffnet etwa März bis Oktober), danach das angeschlossene Centro de Arte Rupestre für den Überblick. Am Nachmittag rollt man bei Ebbe zum Strand von Vega westlich der Stadt, wo gigantische Dinosaurier-Fußabdrücke im roten Jura-Sandstein liegen.
Fluss & Sport
Der Sella ist Asturiens Kajak-Ader: Vom Bergstädtchen Arriondas paddelt man rund 20 Kilometer flussabwärts durch grüne Schluchten bis Ribadesella, dieselbe Strecke wie der legendäre Descenso. Wer es ruhiger mag, wandert oder radelt auf dem alten Bahndamm am Ufer entlang und beobachtet Lachse und Reiher in den Gezeitenarmen.
Altstadt & Aussicht
Ein Bummel beginnt im mittelalterlichen El Portiellu, führt durch die Gassen der Altstadt zum lebhaften Fischerhafen und über die Promenade von Santa Marina mit ihren verglasten Indiano-Villen. Zum Abschluss steigt man den Monte Corberu zur Ermita de la Guía hinauf, von wo der Blick über Flussmündung, Dächer und die offene See reicht.
03 · Wann
Das Klima ist atlantisch geprägt: mild, grün und feucht das ganze Jahr über, mit kühlen, wolkigen Sommern und milden, regnerischen Wintern. Wer Höhle, Strand und Fluss kombinieren will, plant am besten zwischen Spätfrühling und Frühherbst, wenn die Cueva de Tito Bustillo geöffnet ist und das Meer zum Baden einlädt.
04 · Häufige Fragen
Ja. Auf engstem Raum verbindet die Stadt UNESCO-Steinzeitkunst, einen breiten Stadtstrand, einen lebendigen Fischerhafen und die Nähe zu den Picos de Europa. Für die Höhle, einen Strandtag und einen Altstadtbummel reichen zwei bis drei Tage; mit Kajaktour auf dem Sella und Ausflug zu den Saurierspuren plant man besser vier.
Die Besucherzahl ist streng limitiert, eine Voranmeldung ist praktisch zwingend. Die geführte Tour dauert etwa eine Stunde, das Mindestalter liegt bei 7 Jahren, und die Höhle ist meist nur von etwa März bis Oktober geöffnet. Wer keinen Platz bekommt, sollte das angeschlossene Centro de Arte Rupestre besuchen, das die Malereien aufwändig aufbereitet zeigt.
Der Descenso Internacional del Sella ist ein rund 20 Kilometer langes Kanu- und Kajakrennen von Arriondas nach Ribadesella, das seit 1930 stattfindet und als Fiesta de Interés Turístico Internacional gilt. Es wird traditionell am ersten Samstag im August ausgetragen (2026 am 8. August) und verwandelt die ganze Region in ein mehrtägiges Volksfest mit Musik, Sidra und Festzug.
Die Stadt liegt an der Bahnlinie Oviedo–Santander (Renfe/FEVE) und ist mit ALSA-Bussen ab Oviedo in gut einer Stunde erreichbar. Die nächsten Flughäfen sind Asturias (OVI, rund 100 km) und Santander (SDR, etwa 120 km); mit dem Mietwagen erschließt man Höhle, Strände und die Picos de Europa am flexibelsten.
In den Sidrerías schenkt man den naturtrüben Apfelmost (sidra) aus der Höhe ein. Auf den Teller kommen frischer Fisch und Meeresfrüchte aus dem Hafen, escalopines con queso Cabrales (mit dem kräftigen Blauschimmelkäse aus den Picos), cachopo und zum Abschluss arroz con leche, der cremige asturische Milchreis.
Sehr gut. Der Sella entspringt im Picos-Massiv, und über Cangas de Onís erreicht man die berühmten Seen von Covadonga und die Schluchten des Nationalparks in unter einer Stunde. Ribadesella verbindet so Küste, Fluss und Hochgebirge in bequemer Tagesausflugs-Distanz.
Sagen Sie uns, worauf Sie Lust haben — wir planen Ihre Tage in Ribadesella.
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