◆ STADT · ASTURIEN
Llanes ist die meistbesuchte Küstenstadt Asturiens — und doch bleibt sie zuerst ein Fischerort. Hinter den mittelalterlichen Mauern aus dem Jahr 1206 drängen sich Steinhäuser um einen aktiven Hafen, an dessen Nordmole 66 bunt bemalte Betonwürfel die Wellenbrecher in ein begehbares Kunstwerk verwandeln. Vor der Tür: ein zerklüfteter Streifen Costa Verde mit Muschelbuchten, einer Inlandbucht ohne Meeresblick und Felskaminen, die bei rauer See wie Geysire toben.
Llanes erhielt zu Beginn des 13. Jahrhunderts unter Alfons IX. seinen Freiheitsbrief, und vom 15. bis ins 18. Jahrhundert machte der Salzhandel zusammen mit den ergiebigen Fischgründen aus dem Ort einen der bedeutendsten Häfen der Kantabrischen Küste. Davon erzählt noch heute das Gewebe der Altstadt: erhaltene Abschnitte der Stadtmauer, der wuchtige Torre de Llanes als alter Verteidigungsbau und die romanisch-gotische Basílica de Santa María, deren Bau im Mittelalter begann. Gedenktafeln erinnern an den Durchzug Kaiser Karls V. 1517 und an die Armada von 1588 — Geschichte, die hier nicht im Museum, sondern an Hausecken steht.
Der unverwechselbare Akzent ist jüngeren Datums. Am nördlichen Wellenbrecher des Hafens schuf der baskische Maler und Bildhauer Agustín Ibarrola (1930–2023) ab 2001 die Cubos de la Memoria: 66 Betonblöcke von je rund 60 Tonnen, in einer zweiten Phase bis November 2003 vollendet und zu einem dreidimensionalen Farbteppich bemalt. Ibarrola wollte, wie er selbst sagte, seine eigene Erinnerung mit der der Kunst und der von Llanes verweben — wer über die Mole geht, liest drei Gedächtnisse zugleich.
Wenige Schritte trennen den Hafen vom Paseo de San Pedro, einer Promenade über den Klippen, von der aus der Blick über das türkise Wasser bis zu den weißen Gipfeln der Picos de Europa reicht. Hier beginnt einer der schönsten Abschnitte des Camino del Norte. Die Stadt sitzt auf einem schmalen Saum zwischen Meer und Gebirge — vorne Wellen und Felskamine, im Rücken der Kalkkarst der Sierra del Cuera, und in dieser Enge liegt der ganze Reiz von Llanes.
01 · Auf einen Blick
· Stadtviertel
· Sehenswürdigkeiten
· Entdecken & Buchen
02 · Was tun
Altstadt & Hafen
Vom Torre de Llanes durch die mittelalterlichen Gassen zur Basílica de Santa María, dann hinaus zur Nordmole, wo Ibarrolas Cubos de la Memoria den Wellenbrecher fluten. Über den kleinen Stadtstrand El Sablón führt der Weg zum Leuchtturm und auf den Paseo de San Pedro, die Klippenpromenade mit Blick auf die Picos de Europa.
Buchten der Costa Verde
Die Playa de Toró mit ihren markanten Felsnadeln, das ruhige Poo, das von grünen Hängen umrahmte Barro — und als Kuriosum die Playa de Gulpiyuri, eine etwa 40 Meter kurze Salzbucht rund 100 Meter landeinwärts, gespeist durch unterirdische Galerien und seit 2001 Naturdenkmal. Wer Weite sucht, fährt zur sichelförmigen Torimbia.
Wo das Meer brüllt
An den Klippen von Llames de Pría liegt das größte und spektakulärste Ensemble von Bufones in Asturien: natürliche Felskamine, durch die das Kantabrische Meer bei Flut und Seegang als donnernde Wasserfontäne nach oben schießt. Ein Abstecher ins Hinterland erreicht über den Kalkkarst der Sierra del Cuera die Tore der Picos de Europa.
03 · Wann
Llanes liegt im feuchten, grünen Norden Spaniens: Die Sommer sind mild statt heiß, der Regen verteilt sich über das Jahr, und gerade diese Frische hält die Costa Verde so saftig. Wer die Bufones in Aktion sehen will, kommt bei Seegang — wer ruhiges Badewasser sucht, im Hochsommer.
04 · Häufige Fragen
Llanes verbindet einen aktiven Fischerhafen und eine mittelalterliche Altstadt mit dem Kunstwerk der Cubos de la Memoria am Wellenbrecher und einer außergewöhnlich dichten Küste: über 30 Kilometer mit Buchten, Felsnadeln, der Inlandbucht Gulpiyuri und den Bufones de Pría. Es ist kein reiner Badeort, sondern eine lebendige Villa Marinera vor der Kulisse der Picos de Europa.
Die Cubos de la Memoria sind ein Werk des baskischen Künstlers Agustín Ibarrola (1930–2023): 66 Betonblöcke von je rund 60 Tonnen an der nördlichen Hafenmole, ab 2001 bemalt und 2003 vollendet. Sie gelten als eines der bedeutendsten Beispiele öffentlicher Kunst in Spanien und sind frei zugänglich.
Bufones sind natürliche Felskamine in den Klippen, durch die das Meer bei Flut und Seegang als hohe Wasserfontäne nach oben schießt. Die Bufones de Pría bei Llames de Pría bilden das größte Ensemble Asturiens. Am eindrucksvollsten sind sie bei rauer See und Wind, oft im Herbst und Winter — bei ruhigem Wetter bleiben sie still.
Gulpiyuri ist eine nur etwa 40 Meter kurze Salzsandbucht rund 100 Meter im Landesinneren, ohne direkten Meeresblick. Sie wird durch unterirdische Galerien vom Kantabrischen Meer gespeist und gilt als eine der kleinsten Buchten der Welt. Seit 2001 ist sie Naturdenkmal und Teil der geschützten Ostküste Asturiens.
Llanes liegt am östlichen Ende Asturiens und ist per FEVE-Schmalspurbahn (Renfe) mit eigenem Bahnhof erreichbar. ALSA-Busse fahren mehrmals täglich, etwa von Gijón in rund 1 Std. 45 Min. Mit dem Auto ist die Küste am flexibelsten; die nächsten Flughäfen sind Asturias (OVD) und Santander.
Klassisch asturisch: Fabada (Bohneneintopf), Verdinas (kleine grüne Bohnen, oft mit Meeresfrüchten), Cachopo und Cabrales-Blauschimmelkäse — dazu Sidra, der aus der Höhe eingeschenkte Apfelwein. Vom Hafen kommen fangfrische Meeresfrüchte wie Centollo (Seespinne), Pixín (Seeteufel) und Cabracho (Drachenkopf).
05 · In der Nähe
Sagen Sie uns, worauf Sie Lust haben — wir planen Ihre Tage in Llanes.
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