Wer denkt, Museen seien stille, ernste Angelegenheiten, hat das Karikaturmuseum Krems noch nicht besucht. Gleich beim Eintreten wird klar: Hier darf gelacht werden – und zwar mit Absicht. Das Haus an der Donau ist das einzige Museum Österreichs, das sich vollständig der Karikatur, dem Cartoon und dem Comic als eigenständige Kunstformen widmet. Dass diese Gattungen lange als minderwertig galten, ist längst Geschichte. In Krems werden sie mit demselben kuratorischen Ernst behandelt wie Gemälde in großen Kunsthäusern – nur dass das Ergebnis deutlich vergnüglicher ist. Das Museum befindet sich in einem markanten Gebäude in der Kremser Altstadt, unweit der Steiner Landstraße und des historischen Stadtzentrums. Die Architektur selbst ist ein Statement: modern, klar, offen – ein Kontrast zur barocken Umgebung, der gut funktioniert. Innen empfangen Besucher großzügige Ausstellungsräume, die wechselnden Sonderausstellungen ebenso Platz bieten wie der ständigen Sammlung mit Werken österreichischer und internationaler Zeichnerinnen und Zeichner. Die Sammlung umfasst Originalzeichnungen, Drucke und Objekte, die die Geschichte der politischen Karikatur ebenso abdecken wie zeitgenössischen Comicstrip oder Presseillustration. Namen wie Manfred Deix, dessen bissig-derbe Gesellschaftsporträts Österreich über Jahrzehnte geprägt haben, sind hier dauerhaft vertreten. Deix-Fans finden in Krems einen der bedeutendsten Bestände seines Werks überhaupt – eine Erfahrung, die weit über das bloße Anschauen hinausgeht, weil die Originale eine Wucht haben, die Reproduktionen schlicht nicht transportieren können. Ein Besuch lässt sich gut in anderthalb bis zwei Stunden gestalten, je nachdem wie tief man in die Sonderausstellungen eintaucht. Das Programm wechselt regelmäßig und spricht ein breites Publikum an: Mal steht ein europäischer Pressezeichner im Mittelpunkt, mal eine thematische Schau zur politischen Satire oder zur Comicgeschichte. Es lohnt sich, vor dem Besuch die aktuelle Ausstellung auf der Website zu prüfen, um keine besonders interessante Schau zu verpassen. Das Karikaturmuseum ist auch für Familien mit Kindern geeignet – Comic und Cartoon sind niedrigschwellige Formate, die Kinder direkt ansprechen. Wer mit Jugendlichen reist, findet hier einen Ort, an dem Kunst nicht erklärt werden muss, sondern einfach funktioniert. Gleichzeitig bietet das Haus genug Tiefe für Kunstinteressierte, die sich ernsthaft mit der Geschichte der Zeichenkunst auseinandersetzen möchten.
Besucher erwartet ein modernes Museumsgebäude mit großzügigen Ausstellungsräumen, einer ständigen Sammlung rund um österreichische Karikatur sowie regelmäßig wechselnden Sonderausstellungen. Der Ton ist lebendig, die Kunst zugänglich – auch ohne kunsthistorisches Vorwissen.
Das Karikaturmuseum Krems wurde im Jahr 2001 eröffnet und ist seitdem das einzige seiner Art in Österreich. Es entstand als Teil des kulturellen Ausbaus der Stadt Krems, die sich in den 1990er und 2000er Jahren als Kulturstandort in der Wachauregion profilierte. Die enge Verbindung mit dem Werk Manfred Deix, einem der bekanntesten österreichischen Karikaturisten des 20. Jahrhunderts, prägte das Profil des Hauses von Beginn an. Deix, bekannt für seine schonungslosen Gesellschaftsporträts im Stil eines kritischen Realismus, hinterließ dem Museum einen bedeutenden Teil seines zeichnerischen Werks. Seither hat sich das Haus zu einem international beachteten Ort für die Zeichenkunst entwickelt.
