Wer zum ersten Mal in Schladming ankommt, wird von der Kulisse überrascht: Die Dächer der Altstadt ducken sich unter die mächtigen Flanken des Dachsteinmassivs, und schon vom Bahnhof aus ahnt man, dass hier die Berge nicht Dekoration sind, sondern Lebensraum. Schladming, eingebettet ins steirische Ennstal auf rund 745 Metern Seehöhe, ist eine der bekanntesten Skidestinationen Österreichs – und gleichzeitig weit mehr als das. Der Stadtplatz mit seinen bürgerlichen Häuserfassaden aus dem 16. und 17. Jahrhundert erzählt von einer Zeit, als Schladming durch den Silberbergbau zu Wohlstand kam. Die gotische Stadtpfarrkirche St. Achaz überragt das Ensemble und setzt einen ruhigen Kontrapunkt zum Trubel der Wintersaison. Zwischen November und April verwandelt sich der Ort: Die Planai, eines der vier Skigebiete der Ski amadé-Region, zieht Skifahrer aus ganz Europa an. Beim Nachtslalom auf der Planai brennen die Fackeln, und Zehntausende säumen die Strecke – eine Atmosphäre, die sich schwer in Worte fassen lässt. Doch Schladming ist auch im Sommer eine Reise wert. Die Schladminger Tauern bieten ein dichtes Netz aus Wanderwegen, das vom gemütlichen Talspaziergang bis zur anspruchsvollen Mehrtagesetappe auf dem Schladminger Höhenweg reicht. Mit der Planai-Gondel schwebt man in Minuten auf 1.894 Meter und blickt über ein Panorama, das von der Dachsteingruppe bis zu den Niederen Tauern reicht. Mountainbiker schätzen die präparierten Trails rund um die Planai, Familien finden am Reiteralm-Badesee eine willkommene Abkühlung nach langen Wandertagen. Das kulinarische Angebot folgt dem alpinen Rhythmus: In den Gasthäusern rund um den Stadtplatz stehen Steirisches Wurzelfleisch, Tauernroggenbrote und kräftige Suppen auf der Karte. Après-Ski-Betrieb und ruhige Hüttenabende existieren in Schladming nebeneinander, ohne sich gegenseitig zu verdrängen. Wer die ruhigere Seite sucht, findet sie in den umliegenden Weilern wie Rohrmoos oder Untertal – von dort sind es nur wenige Minuten in die Ortsmitte, aber die Stille ist eine völlig andere.




