Wer zum ersten Mal durch das Stadttor in die Kitzbüheler Altstadt tritt, begreift sofort, warum dieser Ort eine eigene Anziehungskraft entwickelt hat, die weit über den Skisport hinausgeht. Die pastellfarbenen Bürgerhäuser aus dem 15. und 16. Jahrhundert säumen die Vorderstadt und die Hinterstadt – zwei Gassen, die das Rückgrat der mittelalterlichen Anlage bilden. Zwischen Erker, Fresken und Laubengängen spielt sich ein Leben ab, das sich trotz allem Glamour eine bemerkenswerte Bodenhaftung bewahrt hat. Kitzbühel liegt auf rund 762 Metern Höhe im Tiroler Unterland und ist von zwei markanten Bergmassiven gerahmt: dem Kitzbüheler Horn im Osten und dem Hahnenkamm im Westen. Letzterer ist der eigentliche Mythos – die Hahnenkamm-Rennen, die hier jeden Januar ausgetragen werden, gelten als die anspruchsvollsten Abfahrten im alpinen Skizirkus. Die Streif, jene 3,3 Kilometer lange Piste mit Passagen wie dem Mausefalle-Sprung und dem Steilhang, hat Generationen von Skirennläufern geformt und gebrochen. Wer im Sommer die Streif zu Fuß oder per Mountainbike hinunterrollt, spürt noch immer den Respekt, den das Gelände einfordert. Doch Kitzbühel ist kein reines Skigebiet mit angehängter Ortschaft. Die Stadt besitzt eine Geschichte, die bis ins 12. Jahrhundert zurückreicht, als hier Silber und Kupfer abgebaut wurden. Das Stadtmuseum in der Hinterstadt dokumentiert diese Vergangenheit ebenso wie die Werke des Malers Alfons Walde, dessen Winterbilder die verschneiten Hänge rund um Kitzbühel zu Ikonen der österreichischen Moderne gemacht haben. Die Pfarrkirche St. Andreas und die Liebfrauenkirche, beide auf dem kleinen Kirchhügel über der Altstadt gelegen, sind romanisch-gotische Zeugen dieser langen Stadtgeschichte. Im Sommer verwandelt sich die Region in ein Wanderparadies: Über 1.000 Kilometer markierte Wege führen durch Almwiesen, an Bergseen vorbei und auf Gipfel mit Panoramen, die bis zu den Hohen Tauern reichen. Die Gondeln und Sessellifte des KitzSki-Verbunds transportieren Wanderer und Biker bequem in die Höhe. Das Aquarena-Erlebnisbad und der Golfclub Kitzbühel-Schwarzsee ergänzen das Angebot für jene, die den Berg einmal von unten betrachten möchten. Die Atmosphäre der Stadt changiert je nach Jahreszeit und Tageszeit. Am frühen Morgen, wenn die Boutiquen in der Vorderstadt noch geschlossen sind und der Nebel langsam von den Hängen zieht, gehört die Altstadt den Einheimischen. Mittags füllen sich die Terrassen der Cafés und Restaurants, abends verlagert sich das Leben in die Bars rund um den Josef-Pirchl-Platz. Kitzbühel versteht es, Weltläufigkeit und Tiroler Eigenart nebeneinander bestehen zu lassen – das ist keine Selbstverständlichkeit in einem Ort dieser Berühmtheit.






