Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Seefeld in Tirol
Zwei Kirchen, ein Moorsee und eine Standseilbahn – in Seefeld liegt das Wesentliche innerhalb eines Fußwegs von einer halben Stunde.
Die Pfarrkirche St. Oswald steht mitten im Ort und ist der älteste Grund, warum Menschen überhaupt hierher kamen. Der spätgotische Bau entstand im 15. Jahrhundert und verdankt seine für ein Bergdorf ungewöhnliche Größe einer Wallfahrt: An Gründonnerstag 1384 soll der Burgherr Oswald Milser vom Priester die große Hostie der Priesterkommunion verlangt haben, worauf der Boden unter ihm nachgab und er sich am Altar festklammerte. Der Zustrom der Pilger finanzierte in den folgenden Jahrzehnten den Neubau. Über dem Südportal erzählt ein Relief die Szene, im Inneren wird der Stein gezeigt, in dem sich der Legende nach die Griffspuren erhielten. Sehenswert ist außerdem das Netzrippengewölbe über dem Chor.
Fünf Gehminuten weiter, auf einer offenen Wiese am Ortsrand, steht das Seekirchl, offiziell die Heiligkreuzkirche und das meistfotografierte Motiv des Plateaus. Erzherzog Leopold V. ließ den weiß getünchten Bau mit der geschwungenen Haube um 1628 errichten, damals stand er zeitweise tatsächlich im Wasser einer Senke, die dem Kirchlein seinen Namen gab. Heute liegt die Wiese trocken, und das Gebäude wirkt wie ein Modell, das jemand ins Gelände gestellt hat. Innen ist es schlicht und nicht durchgehend geöffnet, gelegentlich finden Konzerte statt. Die eigentliche Wirkung entsteht ohnehin von außen, am frühen Morgen, wenn die Kalkwände des Wettersteins dahinter das erste Licht bekommen und die Wiese noch niemandem gehört.
Direkt anschließend beginnt der Wildsee, ein flacher Moorsee am Rand eines Schutzgebiets, den ein ebener Rundweg in einer knappen halben Stunde umfasst. Weil er kaum tief ist, erwärmt er sich im Sommer schneller als die Bergseen der Umgebung und wird zum Baden genutzt, während drumherum Kiefernwald, Schilf und Moorwiesen stehen. Im Winter ist derselbe Weg geräumt und am Ufer verläuft eine Loipenspur. Wer eine Stunde mehr Zeit hat, hängt das Wildmoos westlich davon an, eine Hochfläche mit Weiden, lockerem Wald und zwei Karstseen, die sich nur in manchen Jahren füllen und danach wieder im Untergrund verschwinden.
Der vierte Bezugspunkt liegt am Ortsrand, dort wo die Standseilbahn der Bergbahnen Rosshütte in den Hang einsteigt und auf rund 1.760 Meter hinauffährt. Von der Bergstation fahren zwei Pendelbahnen weiter, die eine zum Seefelder Joch auf gut 2.060 Meter, die andere von derselben Station aus in die entgegengesetzte Richtung zum Härmelekopf auf gut 2.040 Meter. Oben stehst du an der Kante des Karwendels und schaust über das ganze Plateau bis zum Wetterstein und zur Zugspitze. Unten im Ort erinnert die Nordische Arena mit der Toni-Seelos-Olympiaschanze daran, dass Seefeld zweimal olympische Bewerbe und 2019 die Nordische Ski-WM ausgetragen hat.













