Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Kitzbühel
Der historische Kern besteht aus zwei Gassen, und vom oberen Ende der Vorderstadt bis zur Talstation der Hahnenkammbahn läufst du keine zehn Minuten.
Kitzbühels Altstadt ist im Kern ein Doppelstrang. Die Vorderstadt ist die breitere der beiden Gassen, heute Fußgängerzone, gesäumt von Bürgerhäusern in Ocker, Rosé und Grün, deren Dächer hinter geraden Fassadenmauern verschwinden – die Inn-Salzach-Bauweise, die du von Rattenberg bis Burghausen wiederfindest. Bezahlt wurden diese Häuser vom Bergbau: Kupfer und Silber aus den Gruben rund um die Stadt machten Kitzbühel im 15. und 16. Jahrhundert wohlhabend, das Stadtrecht trägt der Ort seit 1271. Am oberen Ende der Gasse steht die gotische Katharinenkirche mit einem spätgotischen Flügelaltar im schmalen Innenraum. Parallel dazu läuft die Hinterstadt, enger, stiller und ohne die Schaufensterdichte der Nachbargasse – hier spürst du das Mittelalter deutlicher als zwanzig Meter weiter westlich.
Nördlich der Altstadt steigt eine Terrasse an, auf der zwei Kirchen dicht nebeneinanderstehen. Die Pfarrkirche St. Andreas ist im Kern spätgotisch, im 15. Jahrhundert errichtet und später barock ausgestattet; ihr Turm ist von fast jedem Punkt der Stadt aus sichtbar. An der Südseite ihres Chors liegt die Rosakapelle, deren Deckenfresko Simon Benedikt Faistenberger nach 1751 malte – er stammte aus jener Kitzbüheler Künstlerfamilie, die im Barock in halb Tirol gearbeitet hat. Zwei Schritte weiter steht die Liebfrauenkirche, deren wuchtiger Glockenturm die Silhouette Kitzbühels stärker prägt als jedes andere Bauwerk; von Faistenberger stammen dort die Fresken von 1739 in Gewölbe und Wänden der oberen Kapelle. Der Weg hinauf dauert vom Zentrum aus fünf Minuten, und der Blick zurück über die Dächer bis zum Hahnenkamm ist der beste, den du ohne Bergbahn bekommst.
Das Museum Kitzbühel sitzt in der Hinterstadt im ehemaligen Getreidekasten, einem Speicherbau auf den Resten der mittelalterlichen Stadtmauer und damit im ältesten Gebäudebestand des Ortes. Drei Themen liegen dort übereinander: die Bergbaugeschichte, die den Ort groß gemacht hat, die Anfänge des Wintersports mit frühen Skiern und Rennplaketten – und die größte öffentlich zugängliche Sammlung von Alfons Walde. Walde, 1891 geboren und in Kitzbühel aufgewachsen, malte Skifahrer, Bauernhöfe und Schneehänge in flächigen, warmen Farben und hat damit das Bild vom Tiroler Winter geprägt, das bis heute auf Plakaten und Postkarten klebt. Wer die Bilder gesehen hat, erkennt draußen die Motive wieder – das ist der eigentliche Grund, das Museum an den Anfang und nicht ans Ende zu stellen.
Der Rest der Sehenswürdigkeiten steht nicht in der Stadt, sondern über ihr. Im Westen führt die Hahnenkammbahn hinauf zum Start der Streif auf rund 1.665 Metern, im Osten bringt dich die Hornbahn Richtung Kitzbüheler Horn, mit 1.996 Metern der höchste Punkt am Stadtrand und ein Aussichtsberg, dessen Blick vom Wilden Kaiser bis zu den vergletscherten Gipfeln der Hohen Tauern reicht. Nordwestlich liegt der Schwarzsee, ein dunkles Moorgewässer mit Schilfgürtel und Strandbad, das sich im Sommer schneller aufheizt als jeder Bergsee und deshalb als einer der wärmsten Badeseen Tirols gilt. Alle drei erreichst du ohne Auto: zum See zu Fuß in einer knappen halben Stunde, zu den Bergbahnen mit dem Ortsbus.















