Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Sölden
Was du hier ansiehst, liegt fast nie im Ort, sondern zwischen 2.000 und 3.400 Metern – ohne Bergbahn oder feste Schuhe bleibt wenig übrig.
Der Gaislachkogl ist der Berg, an dem sich Sölden erklären lässt. Vom südlichen Ortsrand zieht die Gaislachkoglbahn in zwei Sektionen die Westflanke hinauf, erst zur Mittelstation, dann über eine Felsstufe zur Bergstation auf rund 3.040 Metern. Wenige Meter darüber sitzt auf 3.048 Metern das ice Q, ein Gipfelrestaurant aus versetzt gestapelten Glaskuben, das 2015 als Kulisse für den James-Bond-Film „Spectre“ diente – in der Handlung eine Höhenklinik, in Wirklichkeit eine Haubenküche mit Rundblick über die Ötztaler Alpen bis zur Wildspitze, mit 3.768 Metern dem höchsten Berg Nordtirols. Der Gipfel mit der Aussichtsplattform liegt noch einmal zehn Meter höher, auf 3.058 Metern. Selbst im August liegt die Temperatur oben spürbar unter der im Tal, und der Wind erledigt den Rest: Jacke einpacken, auch wenn du unten im T-Shirt einsteigst.
Wenige Schritte unterhalb des Gipfels führt ein Gang in den Berg hinein. 007 Elements ist keine übrig gebliebene Filmkulisse, sondern eine 2018 eröffnete Installation, die auf rund 1.300 Quadratmetern in den Fels gegraben wurde. Mehrere dunkle Räume nehmen sich je ein Element der Bond-Filme vor – Titelsequenz, Soundtrack, Fahrzeuge, Technik –, gearbeitet mit Projektionen, Requisiten und einer Tonspur, die man im Bauch spürt; der letzte Raum öffnet sich mit einer Panoramascheibe zurück ins Gebirge. Rechne mit gut einer Stunde, plane sie in die Auffahrt ein und schau dir vorher die letzte Talfahrt der Bahn an, denn oben übernachtet niemand.
Die zweite Richtung führt ins Rettenbachtal. Vom Südrand des Ortes klettert die Ötztaler Gletscherstraße in engen Kehren aus dem Talboden bis auf rund 2.800 Meter hinauf; oben öffnet sich ein Hochtal aus Schutt, Fels und Eis mit dem Rettenbachferner, einem der bekanntesten Gletscherskigebiete der Alpen. Ein Straßentunnel führt von dort in das Becken des Tiefenbachferners hinüber, sodass beide Gletscher zusammenhängen. Wer nicht Ski fährt, kommt trotzdem hinauf – die Straße ist eine Sehenswürdigkeit für sich, und der Blick von den obersten Kehren zurück ins Tal ist der beste, den du ohne Bergschuhe bekommst.
Bleibt die Ostflanke über der nördlichen Ortshälfte. Die Giggijochbahn startet am oberen Ortsrand und bringt dich auf 2.283 Meter, mitten in die Pisten und im Sommer an den Beginn der Höhenwege; von dort führen Wege zu den Almen hinüber, unter anderem zur Gampe Thaya, einer Almhütte auf rund 2.000 Metern mit eigener Produktion statt Kantinenware. Auf der gegenüberliegenden Westflanke führt von der Mittelstation der Gaislachkoglbahn ein halbtägiger Weg zum Gaislachsee, einem kleinen Bergsee im Gaislachtal unterhalb des Gipfels. Und für den Tag, an dem oben nichts geht, steht talauswärts in Längenfeld mit dem Aqua Dome eine Thermenanlage mit schwefelhaltigem Wasser und drei runden Außenbecken – kein Söldener Bauwerk, aber die verlässlichste Alternative im Tal.














