Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Kufstein
Fast alles, was du in Kufstein sehen willst, liegt in einem Radius von zehn Gehminuten – der Rest sind Höhenmeter.
Die Festung Kufstein ist der Grund, warum es diese Stadt an dieser Stelle gibt, und sie bleibt der erste Programmpunkt. Sie sitzt auf einem Felsklotz direkt über der Altstadt, wurde 1205 erstmals urkundlich erwähnt und nach der Eroberung durch Maximilian I. im Jahr 1504 zu der Anlage ausgebaut, die du heute siehst: Kaiserturm, Bürgerturm, Josefsburg, ein tief in den Fels getriebener Brunnen und ein weitläufiger Mauerkranz, von dem aus du das Inntal in beide Richtungen überblickst. In den Kasematten und Türmen steckt das Stadtmuseum mit Funden aus der Region, Waffenkammer und Zellen, im Hof gibt es eine Burgschänke. Hinauf kommst du mit der gläsernen Panoramabahn, einem Schrägaufzug mit Blick über die Stadt, oder in ein paar Minuten mehr zu Fuß über den alten Festungsaufgang.
Zur Festung gehört die Heldenorgel, eine der größten Freiluftorgeln der Welt, 1931 zum Gedenken an die Gefallenen des Ersten Weltkriegs eingeweiht und seit 2022 allen Opfern beider Weltkriege und der Gewalt gewidmet. Ihre 4.948 Pfeifen auf 65 Registern stehen offen im Bürgerturm, der Spieltisch dagegen steht unten am Fuß des Bergs – bei dieser Entfernung würde der Organist seinem eigenen Ton sonst hinterherhören. Gespielt wird täglich zur Mittagszeit, im Sommer meist zusätzlich am frühen Abend; bis 2022 endete das Konzert mit dem Lied vom guten Kameraden, seit 2023 wechselt das Schlussstück jährlich. Zuhören kannst du überall in der Stadt, am dichtesten unten am Spieltisch oder oben im Festungshof. Prüfe die aktuellen Spielzeiten vor Ort, sie werden saisonal angepasst.
Unten führt der Weg zwangsläufig in die Römerhofgasse, eine kaum zwei Armlängen breite Gasse zwischen Stadtplatz und Inn. Bemalte Fassaden, gemauerte Gewölbe, schmiedeeiserne Wirtshausschilder über dem Kopfsteinpflaster – und mittendrin das Auracher Löchl, eines der ältesten Gasthäuser der Stadt, in dessen Umfeld das Kufsteinlied entstanden sein soll. Ein paar Schritte weiter öffnet sich der Untere Stadtplatz mit Arkadengängen und Rathaus, dahinter steht die gotische Stadtpfarrkirche St. Vitus, das bedeutendste Sakralgebäude der Stadt. Für den kompletten Altstadtdurchgang brauchst du keine halbe Stunde, für einen ehrlichen Nachmittag mit Einkehr ist er trotzdem lang genug.
Drei Ziele liegen etwas abseits und lohnen den Umweg. Die Glasmanufaktur Riedel produziert seit Mitte der 1950er-Jahre in Kufstein und ist der Grund, warum in vielen Weinkellern der Welt Gläser mit Tiroler Herkunft stehen; Werksführungen und Werksverkauf gibt es, Termine solltest du aber vorab klären, weil sich die Produktion nicht nach Besuchszeiten richtet. Die Hochwacht über der Stadt liefert den Panoramablick auf Festung, Inn und Kaisergebirge, ohne dass du eine Bergtour dafür einplanen musst. Und die Klosteranlage auf dem Thierberg nördlich des Zentrums belohnt einen kurzen, steilen Anstieg mit einer Kapelle auf dem Felskopf und dem Blick über das ganze untere Inntal.













