
◆ STADT · KAMPANIEN
Positano ist die Vertikale unter den Küstenorten: Pastellfarbene Häuser stapeln sich einen Hang hinauf, der so steil ist, dass es im Ort kaum Straßen, dafür endlose Treppen gibt. Unten leuchtet die Majolika-Kuppel von Santa Maria Assunta über der Spiaggia Grande, oben kleben die Bergdörfer Montepertuso und Nocelle in den Felsen. Dazwischen: Bougainvillea, Zitronen, Boutiquen mit Moda Positano und Terrassen, auf denen schon John Steinbeck saß, als er 1953 schrieb, Positano sei ein Traumort, der erst wirklich wird, wenn man wieder fort ist. Die Ikone der Amalfiküste ist längst kein Geheimtipp mehr – aber wer Treppen steigt, früh aufsteht oder im September kommt, findet sie noch, die stillen Winkel.

Positano war nie für Autos gebaut. Der Ort wuchs als Kaskade aus Fischer- und Bauernhäusern an einen Hang, der eigentlich keinen Platz für ein Dorf bietet – verteidigt von Wachtürmen wie der Torre Trasita gegen sarazenische Korsaren, versorgt von den Mühlen im Tal der heutigen Via dei Mulini. Seinen Namen verdankt der Ort der Legende nach der byzantinischen Madonnen-Ikone in der Kirche Santa Maria Assunta: Ein Segelschiff geriet vor der Küste in eine Flaute, eine Stimme rief „Posa, posa!“ – „leg ab!“ –, die Seeleute brachten das Bild an Land, und der Wind kehrte zurück.
Im 19. Jahrhundert wanderte ein großer Teil der Bevölkerung nach Amerika aus – der Küstenpfad nach Fornillo heißt bis heute Via Positanesi d'America. Die Wiederentdeckung kam mit den Künstlern und Schriftstellern des 20. Jahrhunderts: John Steinbeck schrieb 1953 seinen berühmten Essay über den Traumort, der erst Sehnsucht wird, wenn man wieder abgereist ist, Mick Jagger und Keith Richards komponierten hier 1968 „Midnight Rambler“, und aus den Schneidereien des Ortes wurde die Moda Positano – luftige Leinenmode und handgenähte Sandalen, die bis heute in den Boutiquen der Via dei Mulini verkauft werden.
Heute gehört Positano mit der gesamten Amalfiküste zum UNESCO-Welterbe und ist im Hochsommer entsprechend voll. Die gute Nachricht: Der Ort lässt sich austricksen. Früh am Morgen gehören Strand und Gassen den Bewohnern, abends nach Abfahrt der Tagesgäste kehrt die Magie zurück, und wer in die Bergdörfer Montepertuso und Nocelle aufsteigt, findet eine zweite, fast unberührte Welt über den Dächern. travelperfect empfiehlt mindestens zwei Übernachtungen – Positano als Tagesausflug ist nur die halbe Geschichte.
01 · Auf einen Blick
· Ortsteile




· Sehenswürdigkeiten
· Aktivitäten
· Entdecken & Buchen
02 · Was tun
Das vertikale Dorf
Der klassische Abstieg: über die autofreie Via dei Mulini mit ihren Boutiquen und Keramikläden hinunter zur Chiesa di Santa Maria Assunta, deren Majolika-Kuppel über dem Ort leuchtet, und weiter auf die Spiaggia Grande. Unter der Kirche lohnt das MAR Positano – die Fresken einer römischen Villa, die der Vesuv 79 n. Chr. begrub. Zurück geht es gemütlich mit Granita-Pause oder per Ortsbus.
Höhenwege & Bergdörfer
Der berühmteste Höhenweg Italiens führt von Bomerano nach Nocelle, meist auf halber Höhe zwischen Fels und Meer, mit Blicken bis Capri. Wer es kürzer mag, fährt mit dem Ortsbus nach Montepertuso, schaut sich das legendäre Loch im Felsen an und isst in einer der Dorftrattorien – kostenloser Shuttle vieler Häuser inklusive. Festes Schuhwerk und Wasser sind im Sommer Pflicht.
Meer & Inseln
Über die Via Positanesi d'America – den Küstenpfad am Sarazenenturm vorbei – geht es in die ruhigere Bucht von Fornillo. Vom Anleger der Spiaggia Grande starten Bootstouren zu den Li-Galli-Inseln, dem Sirenen-Archipel der Odyssee, mit Badestopps in Buchten, die zu Fuß unerreichbar sind. Fähren verbinden Positano im Sommer mit Capri, Amalfi und Salerno – das Meer ist hier die beste Straße.
Abende in Positano
Wenn die Tagesgäste abreisen, beginnt Positanos beste Stunde: Aperitivo auf den Terrassen über der Häuserkaskade, danach kampanische Küche – von der Strandinstitution Chez Black über die Familientrattoria Da Vincenzo bis zum kerzenerleuchteten Saal von La Sponda im Le Sirenuse. Wer danach noch Energie hat, tanzt im Music on the Rocks, dem Club in der Felsgrotte am Ostende des Strandes.
03 · Wann
Positano lebt mit dem Rhythmus der Saison: Von Ostern bis Ende Oktober läuft der Ort auf voller Drehzahl, danach schließen viele Hotels, Restaurants und Strandbars bis zum Frühjahr. Das Mittelmeerklima ist mild – heiße, trockene Sommer, sanfte Übergangszeiten und feuchte, aber selten kalte Winter. Die süßesten Wochen sind die Ränder der Saison: Mai, Juni und September verbinden Badewetter mit erträglichem Andrang.
04 · Häufige Fragen
Mai, Juni und September: Dann ist es warm genug zum Baden, die Wanderwege sind angenehm begehbar und der Hochsommer-Andrang fehlt. Juli und August sind heiß, voll und teuer. Von November bis März schließen viele Hotels, Restaurants und Strandbars – der Ort ist dann sehr ruhig, aber das Angebot stark eingeschränkt.
Vom Flughafen Neapel oder vom Bahnhof Neapel mit der Circumvesuviana-Bahn nach Sorrent, von dort weiter mit dem SITA-Bus über die Küstenstraße (ca. 50 Minuten). Von April bis Oktober sind die Fähren die schönste Variante: Sie verbinden Positano mit Neapel, Sorrent, Salerno, Amalfi und Capri und ersparen die kurvige SS163. Ein eigenes Auto ist im Ort eher Last – Parkplätze sind rar und teuer.
Mindestens zwei Übernachtungen: Als Tagesausflug erlebt man nur das volle, mittägliche Positano. Mit zwei bis drei Tagen bleiben Zeit für die Strände, den Sentiero degli Dei, ein Abendessen in Montepertuso und einen Bootsausflug – und vor allem für die magischen Stunden am frühen Morgen und Abend, wenn die Tagesgäste fort sind.
Ja, Positano gehört zu den teuersten Adressen Italiens – besonders in den Top-Lagen am Strand und in der Hochsaison. Es gibt aber Stellschrauben: in den Bergdörfern Montepertuso und Nocelle essen (oft mit kostenlosem Shuttle), den freien Strandabschnitt statt des Lidos nutzen, in Fornillo oder oberhalb des Zentrums wohnen und die Randsaison wählen.
Unbedingt – der Höhenweg von Bomerano nach Nocelle gehört zu den schönsten Wanderungen Europas, mit Blicken über die gesamte Küste bis Capri. Die klassische Logistik ab Positano: mit dem Bus nach Bomerano, in gut drei Stunden zurückwandern und am Ende über die Treppen (oder mit dem Lokalbus ab Nocelle) hinunter in den Ort. Festes Schuhwerk, Wasser und ein früher Start sind im Sommer Pflicht.
Die Spiaggia Grande ist die Bühne des Ortes – mit Lidos, Fähranleger und der berühmten Kulisse, aber auch dem größten Trubel. Ruhiger ist die Spiaggia di Fornillo, die man über den Küstenpfad Via Positanesi d'America erreicht. Noch eine Stufe entspannter sind die kleinen Buchten östlich des Orts wie Arienzo, die per Treppe oder Boots-Shuttle erreichbar sind.
05 · In der Nähe
Sagen Sie uns, worauf Sie Lust haben — wir planen Ihre Tage in Positano, vom Strand bis zum Weg der Götter.
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