Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Positano
Positano hat keine Museumsmeile – drei der vier Sehenswürdigkeiten liegen an der Treppe, die du ohnehin hinunterläufst, die vierte hoch darüber am Berg.
Der Mittelpunkt des Ortes ist die Pfarrkirche Santa Maria Assunta, und zwar in jeder Hinsicht. Ihre mit grün, gelb und blau glasierten Majolika-Ziegeln gedeckte Kuppel ist das meistfotografierte Motiv Positanos, und weil man sie von fast jedem Punkt des Hangs aus sieht, dient sie zugleich als Orientierungshilfe im Treppengewirr. Im Inneren hängt über dem Hauptaltar eine byzantinische Ikone der Schwarzen Madonna, an der die Gründungslegende des Ortes hängt: Seeräuber, die das Bild verschleppten, sollen auf See eine Stimme gehört haben, die ihnen befahl, es abzusetzen – posa, posa –, worauf sie an dieser Bucht anlegten und der Ort seinen Namen bekam. Über dem Portal des 1707 errichteten Glockenturms nebenan sitzt ein mittelalterliches Relief mit einem Fabelwesen, einer Pistrice, das aus einem älteren Kirchenbau stammt. Der Eintritt kostet nichts; wie fast überall in Italien solltest du aber damit rechnen, dass die Kirche über die Mittagszeit schließt, und Schultern und Knie bedecken.
Unter der Kirche liegt die jüngste Sehenswürdigkeit des Ortes und zugleich seine älteste Schicht. Bei Arbeiten unter der Krypta stieß man auf die Reste einer römischen Küstenvilla, die beim Vesuvausbruch des Jahres 79 n. Chr. unter Asche und Schlamm verschwand – dasselbe Ereignis, das Pompeji und Herculaneum begrub. Freigelegt ist bisher vor allem ein Raum mit vollständig erhaltener Wandmalerei: Fabelwesen, Masken, Vögel und Girlanden auf tiefrotem und schwarzem Grund, die Farben so kräftig, als wären sie eben erst aufgetragen worden. Zugänglich ist das MAR Positano nur mit Ticket zu festen Einlasszeiten und in kleinen Gruppen, weil der Raum unter der Kirche eng und die Luftfeuchtigkeit heikel ist. In der Hauptsaison lohnt es sich, das Ticket im Voraus zu sichern statt auf gut Glück vor der Tür zu stehen.
Die dritte Sehenswürdigkeit ist ein Weg. Vom Bootsanleger an der Spiaggia Grande zieht sich die Via Positanesi d'America als schmaler, gepflasterter Pfad nach Westen um den Felssporn herum – benannt nach den Positanesen, die im 19. und frühen 20. Jahrhundert nach Amerika auswanderten und deren Überweisungen den Ort über eine lange Armutsphase brachten. Auf dem Sporn steht die Torre Trasita, einer jener Wachtürme, mit denen die Küste über Jahrhunderte gegen sarazenische Korsaren gesichert wurde – wann genau sie entstand, ist bis heute umstritten; in Privatbesitz ist sie längst und lässt sich nur von außen ansehen. Der Pfad läuft fast eben auf halber Höhe über dem Wasser, gibt den Blick auf den hellen Grund der Bucht frei und endet nach wenigen Minuten am Strand von Fornillo. Vom Boot abgesehen ist es die einzige Stelle auf Meereshöhe, an der du die ganze Ortssilhouette am Stück vor dir hast.
Die vierte liegt hoch über allem anderen und ist ein Loch. Il Buco di Montepertuso ist ein natürlicher Durchbruch in der Felswand über dem gleichnamigen Bergdorf, groß genug, dass der Himmel hindurchscheint; der Name bedeutet nichts anderes als durchbohrter Berg. Der Legende nach entstand er, als die Madonna und der Teufel darum stritten, wer die Wand durchstoßen könne – er scheiterte, sie schaffte es mühelos, und das Dorf stellt das im Sommer bei einem Fest mit Feuerwerk am Fels nach. Ein kurzer, steiler Pfad führt vom Dorfplatz hinauf. Und wenn du ohnehin oben bist: Die weitesten Blicke auf Positano hast du nicht vom Strand, sondern von der Serpentinenstraße nach Montepertuso und von den Terrassen entlang der Via Cristoforo Colombo, wo der komplette Hang mit Kirche, Häusern und Bucht in einem einzigen Bild liegt.














