Salerno wird von Reisenden oft nur als Durchgangsstation zur Amalfiküste wahrgenommen – und genau das macht den Reiz dieser Stadt aus. Während Positano und Amalfi sich im Sommer mit Tagesausflüglern füllen, behält Salerno seinen ungeschminkten süditalienischen Alltag. Hier kauft man morgens noch beim Fischhändler, abends trifft sich halb Kampanien zum Passeggiata-Spaziergang auf dem Lungomare Trieste, einer der schönsten Uferpromenaden des italienischen Südens.
Das Herz der Stadt schlägt im Centro Storico, einem Gewirr enger Gassen, in denen Wäscheleinen zwischen den Häusern hängen und kleine Trattorien fangfrischen Fisch servieren. Mittendrin thront der Dom San Matteo aus dem 11. Jahrhundert, in dessen Krypta die Reliquien des Evangelisten Matthäus ruhen. Der prachtvolle Atriumshof mit seinen antiken Säulen und das Glockenturm-Mosaik zeigen, dass Salerno einst eine bedeutende Macht war: Im Mittelalter beherbergte die Stadt mit der Schola Medica Salernitana die erste medizinische Hochschule Europas.
Über den Dächern erhebt sich das Castello di Arechi, eine langobardische Festung, von der aus sich der Golf von Salerno bis zur Costiera Amalfitana erstreckt. Wer im Winter kommt, erlebt mit den „Luci d'Artista“ ein Lichterfest, das die ganze Altstadt in ein Meer aus Installationen verwandelt.
Kulinarisch lebt Salerno von der kampanischen Küche: handgezogene Mozzarella di Bufala aus dem nahen Cilento, Pizza in neapolitanischer Tradition und süße Scazzetta-Torte. Von der Stadt aus erreicht man per Fähre in unter einer Stunde Amalfi und Positano, per Zug Pompeji und Neapel – Salerno ist damit die praktischste und zugleich authentischste Basis für die ganze Region.