Forte dei Marmi trägt seinen Namen nach dem Marmor, der einst aus den Steinbrüchen von Carrara über den Ort zum Meer gebracht wurde. Die alte Verladebrücke, der Pontile, ragt noch heute weit ins Tyrrhenische Meer hinaus – nur dass dort, wo früher Marmorblöcke verschifft wurden, jetzt Spaziergänger den Sonnenuntergang über dem Wasser fotografieren. Im Rücken des Orts stehen die Apuanischen Alpen, deren weiße Gipfel an klaren Tagen wie schneebedeckt wirken, obwohl es nur der Stein ist.
Die Versilia-Küste ist hier in Bagni gegliedert – private Strandclubs mit geharktem Sand, gestreiften Sonnenschirmen und oft mehreren Generationen Stammgästen. Diese Ordnung gehört zum Charakter des Orts: Forte dei Marmi gibt sich elegant, aber nie laut. Man kommt im Leinenhemd, fährt mit dem Fahrrad zur Eisdiele und kennt seinen Strandwärter mit Namen.
Das Zentrum dreht sich um die Piazza Garibaldi mit dem namensgebenden Fortino, dem kleinen Festungsbau aus dem 18. Jahrhundert. Rundherum liegen die Boutiquen internationaler Modehäuser, doch das wahre Ereignis ist der Wochenmarkt: zweimal pro Woche verwandelt sich die Piazza Marconi in ein Freiluft-Kaufhaus, berühmt für Kaschmir, Leinen und Lederwaren zu Preisen, die vom Marktstand bis zur Luxusware reichen.
Abends führt der Weg oft in die Capannina di Franceschi, die seit 1929 als eine der ältesten Tanzlokale Italiens gilt und schon italienische Industriellenfamilien und Filmstars sah. Wer es ruhiger mag, bleibt am Strand, isst frischen Fisch in einem der Lokale rund um die Roma Imperiale und lässt den Abend mit Blick auf die beleuchtete Pontile-Promenade ausklingen. Forte dei Marmi ist Badeort, Modebühne und toskanisches Stück Geschichte zugleich – kompakt genug, um es in wenigen Tagen ganz zu kennen, und stilvoll genug, um immer wieder zu kommen.

Pontile di Forte dei Marmi
Das Wahrzeichen von Forte dei Marmi: einst Verladebrücke für Marmor, heute ein Steg weit über das Tyrrhenische Meer mit Blick auf Ort und Berge.
Wahrzeichen von Forte dei Marmi





