Wer von Mayrhofen aus die Schlegeisstraße hinaufkurvt, merkt spätestens nach den letzten Serpentinen, dass er sich in einer anderen Welt befindet. Auf 1782 Metern Seehöhe öffnet sich das Zemmgrund-Tal zu einem Panorama, das selbst erfahrene Alpinisten kurz innehalten lässt: Der Schlegeis-Stausee liegt wie ein blaugrüner Spiegel zwischen den Gipfeln des Hochfeilers, des Schlegeiskees und der Zsigmondyspitze – ein Wasserbecken, das durch die Staumauer des Schlegeisspeicher entstanden ist und das gesamte Hochtal dominiert. Die Staumauer selbst ist ein technisches Denkmal aus den 1960er-Jahren. Zwischen 1965 und 1971 errichtet, fasst der Speicher rund 126,7 Millionen Kubikmeter Wasser und dient der Stromerzeugung für das Tiroler Verbundnetz. Was als Infrastrukturprojekt begann, ist heute ein Anziehungspunkt für Wanderer, Radfahrer und Naturliebhaber aus ganz Europa. Die Mauer selbst kann begangen werden – von dort öffnet sich ein Blick auf die türkisfarbene Wasserfläche, der so direkt und unvermittelt ist, dass man unwillkürlich nach dem Fotoapparat greift. Rund um den See verläuft ein gut ausgebauter Wanderweg, der in etwa zwei Stunden umrundet werden kann. Wer möchte, folgt dem Steig weiter ins Hintere Zemmgrund bis zur Dominikushütte oder zur Furtschaglhaus-Hütte – beides alpine Klassiker, die bereits Generationen von Bergsteigern als Ausgangspunkt für Hochtouren genutzt haben. Das Wasser des Sees wechselt je nach Lichteinfall und Tageszeit seine Farbe: morgens in der Frühsonne leuchtet es fast smaragdgrün, am Nachmittag, wenn Wolken über den Hochfeiler ziehen, wird es tief stahlblau. Der Weg von Mayrhofen zum Parkplatz am Stausee führt über die Mautstraße Schlegeisstraße – die Fahrt dauert rund 30 bis 40 Minuten und ist selbst schon ein Erlebnis. Wer lieber mit dem Fahrrad kommt, findet in der Radroute durchs Zemmgrund eine der lohnendsten Aufstiege im Zillertal. Am Seeufer selbst gibt es einen Kiosk sowie das Alpengasthaus Zamangerhof, wo man nach der Wanderung einkehren kann, bevor die Abfahrt ins Tal beginnt.
Besucher erleben einen türkisfarbenen Hochgebirgssee auf 1782 Metern, umrahmt von Gletschern und Felsgipfeln. Die begehbare Staumauer bietet einen direkten Panoramablick. Rundherum erschließen Wanderwege das Zemmgrund bis zu alpinen Hütten. Ein Kiosk und das Alpengasthaus Zamangerhof sorgen für Verpflegung vor Ort.
Der Schlegeisspeicher entstand zwischen 1965 und 1971 als Teil der Tiroler Wasserkraftwirtschaft. Die Bogenstaumauer wurde errichtet, um das Gletscherwasser des Zemmgrundes für die Stromerzeugung im Verbundnetz zu nutzen. Mit einem Fassungsvermögen von rund 126,7 Millionen Kubikmetern zählt der Speicher zu den größten Hochgebirgsreservoiren Österreichs. Was als reines Infrastrukturprojekt konzipiert war, entwickelte sich in den folgenden Jahrzehnten zu einem der meistbesuchten Naturschauplätze im Zillertal.
