Wer einmal auf der Olpererhütte gestanden hat, versteht sofort, warum diese Tour zu den eindrucksvollsten Wanderungen im Zillertal zählt. Der Weg beginnt im Schlegeis-Stausee-Gebiet, das von Mayrhofen aus über das Zillertal und weiter durch das Zamsergrund-Tal erreichbar ist. Schon die Anfahrt gibt einen Vorgeschmack: Das tiefblaue Wasser des Schlegeissspeichers schimmert zwischen den Felswänden, und der Olperer-Gipfel mit seinen 3.476 Metern thront über allem wie ein stiller Wächter. Von der Staumauer des Schlegeissspeichers auf etwa 1.782 Metern Höhe beginnt der eigentliche Aufstieg zur Olpererhütte. Der Weg führt zunächst am Ufer des Speichers entlang, bevor er über steinige Pfade und alpine Wiesen in Serpentinen aufwärts zieht. Wer aufmerksam geht, entdeckt unterwegs Murmeltiere in den Felsritzen und im Sommer leuchten Alpenrosen in kräftigem Rosa zwischen den Geröllfeldern. Nach etwa zwei bis zweieinhalb Stunden Gehzeit taucht die Hütte auf 2.389 Metern auf — und mit ihr eines der bekanntesten Panoramen der Zillertaler Alpen. Die Olpererhütte selbst, bewirtschaftet vom Deutschen Alpenverein, ist mehr als eine Einkehrmöglichkeit. Auf ihrer Terrasse öffnet sich der Blick direkt auf den Schlegeisspeicher tief unten und auf die vergletscherten Gipfel des Zillertaler Hauptkamms — Hochfeiler, Zsigmondyspitze und natürlich der Olperer selbst. Wer früh aufbricht, erlebt, wie das erste Morgenlicht die Gletscher in ein weiches Orange taucht. Mittags füllt sich die Terrasse mit Wanderern aus ganz Europa, und der Duft von frisch gekochter Suppe zieht durch die Bergluft. Der Abstieg auf derselben Route gibt nochmals Gelegenheit, Details wahrzunehmen, die beim Aufstieg in der Anstrengung untergingen: die Struktur der Felsformationen, das Rauschen der Bäche, die Weite des Speicherbeckens von oben. Wer die Wanderung zur Olpererhütte plant, sollte früh starten — nicht nur wegen der Stimmung, sondern auch weil nachmittags häufig Quellwolken über den Gipfeln aufziehen.
Der Aufstieg zur Olpererhütte ist eine der klassischen Tagestouren im Zillertal: Vom Schlegeisspeicher führt der Weg über alpine Wiesen und Geröllpfade auf 2.389 Meter — mit direktem Blick auf Gletscher, Stausee und den Zillertaler Hauptkamm. Eine Tour, die Kondition fordert und mit einem der eindrucksvollsten Panoramen der Alpen belohnt.
