
◆ STADT · SÜDTIROL
Sterzing ist Italiens nördlichste Stadt – und eine seiner charmantesten kleinen Alpenstädte. Auf 948 Metern, eine knappe halbe Stunde südlich des Brenners, reiht die alte Fuggerstadt ihre pastellfarbenen Bürgerhäuser mit Erkern, Zinnengiebeln und Lauben entlang der Neustadt auf; über allem wacht der Zwölferturm. Der Silberbergbau machte den Ort im 15. Jahrhundert reich, die Augsburger Fugger unterhielten hier ihre Niederlassung – heute füllen Gourmetadressen, Cafés und Südtiroler Gelassenheit die Gassen. Ringsum steigen die Berge des Wipptals an: Die Bergbahn schwebt auf den Rosskopf, in den Seitentälern warten die Gilfenklamm, Burg Reifenstein und stille Bergdörfer.

Sterzing verdankt seine Existenz dem Pass: Schon die Römer unterhielten an der Brennerroute die Station Vipitenum, im Mittelalter zogen Säumer, Kaufleute und Kaiser durch die Stadt an der wichtigsten Nord-Süd-Verbindung der Alpen. Richtig reich wurde Sterzing im 15. Jahrhundert, als am Schneeberg im hintersten Ridnauntal Silber, Blei und Zink gefördert wurden: Die Augsburger Fugger eröffneten eine Niederlassung, die Bürger bauten ihre Häuser mit Erkern, Zinnengiebeln und Lauben – und leisteten sich Kunst von europäischem Rang, allen voran den Flügelaltar des Ulmer Meisters Hans Multscher für die Pfarrkirche.
Dieses Erbe ist heute auf wenigen hundert Metern erlebbar. Die Fußgängerzone zieht sich als Alt- und Neustadt durch das Zentrum, getrennt vom Zwölferturm, durch dessen Torbogen sich der ganze Bummel der Stadt schiebt. Im Rathaus blieb der spätgotische Ratssaal erhalten, im Deutschhaus hängen die Multscher-Tafeln, und in den Gassen mischen sich Metzgereien, Konditoreien und Weinläden mit Boutiquen. Dass Sterzing zu den „Borghi più belli d'Italia“, den schönsten Orten des Landes, gezählt wird, überrascht hier niemanden – im Advent, wenn der Christkindlmarkt um den Zwölferturm leuchtet, schon gar nicht.
Und dann sind da die Berge, die in Sterzing nicht Kulisse, sondern Alltag sind. Die Bergbahn auf den Rosskopf startet wenige Gehminuten vom Bahnhof, im Westen öffnen sich Ridnaun- und Ratschingstal mit der Gilfenklamm und der BergbauWelt am Schneeberg, im Osten steigt das Pfitschtal Richtung Hochfeiler an. Südlich der Stadt thront Burg Reifenstein über dem Talboden. travelperfect empfiehlt, Sterzing als Basislager zu denken: vormittags Stadt, nachmittags Berg – kaum irgendwo in Südtirol liegen beide so nah beieinander.
01 · Auf einen Blick
· Sehenswürdigkeiten
· Aktivitäten
· Entdecken & Buchen
02 · Was tun
Fuggerstadt zu Fuß
Der klassische Stadtbummel beginnt an der Pfarrkirche im Moos, führt am Deutschhaus mit dem Multschermuseum vorbei und dann die Neustadt hinauf: Erker an Erker, Lauben, Konditoreien, das Rathaus mit seinem spätgotischen Ratssaal – und am Ende der Torbogen des Zwölferturms. Eine Stunde reicht für die Strecke, ein halber Tag für das Genießen.
Der Hausberg
Kaum eine Südtiroler Stadt hat ihren Berg so nah: Die Talstation liegt wenige Gehminuten vom Bahnhof, oben warten Almwiesen, Hütten und Panoramawege mit Blick auf Stubaier und Zillertaler Alpen. Im Winter wird der Rosskopf zum entspannten Familienskigebiet, dessen kilometerlange Rodelbahn bis ins Tal führt.
Burgen & Marmor
Südlich der Stadt thront Burg Reifenstein auf ihrem Felsrücken – eine der besterhaltenen Burgen Südtirols, nur mit Führung zu besichtigen. Wenige Kilometer westlich rauscht der Ratschinger Bach durch die Gilfenklamm, eine über Stege begehbare Schlucht aus reinweißem Marmor. Beides zusammen ergibt einen perfekten Ausflugstag.
Genuss im Wipptal
Sterzings Milchhof hat den Ort in ganz Italien zum Begriff gemacht – Sterzinger Joghurt steht in jedem Supermarkt des Landes. Vor Ort schmeckt es am besten in den Cafés der Neustadt, bevor es weitergeht: zum Pretzhof nach Tulfer, wo kompromisslos regional gekocht wird, oder in die Gourmetstube Einhorn nach Mauls, eine der besten Küchen Südtirols.
03 · Wann
Sterzing liegt auf 948 Metern im Wipptal – das Klima ist alpin, mit schneereichen Wintern und angenehm frischen Sommern. Anders als an den Südtiroler Seen gibt es hier zwei klare Hochsaisonen: den Wandersommer von Juni bis September und den Winter, wenn Skigebiete, Rodelbahn und der Christkindlmarkt die Stadt füllen. Dazwischen liegen stille, lohnende Wochen.
04 · Häufige Fragen
Für Wanderer ist Juni bis September ideal: Bergbahn, Hütten und die Gilfenklamm sind dann in Betrieb, im Tal herrschen angenehme 20–27 °C. Wintersportler und Romantiker kommen von Dezember bis März – mit den Skigebieten Rosskopf, Ratschings und Ladurns sowie dem Christkindlmarkt im Advent. Der Herbst lockt mit goldenen Lärchen und Törggelen.
Die Stadt selbst sieht man gemütlich an einem Tag: Neustadt, Zwölferturm, Rathaus, Multschermuseum und Pfarrkirche liegen wenige hundert Meter auseinander. Mit Rosskopf, Burg Reifenstein, Gilfenklamm und der BergbauWelt in Ridnaun füllt Sterzing aber problemlos drei bis vier Tage – und taugt als Basislager für das ganze Wipptal.
Mit dem Auto über die Brennerautobahn A22, Ausfahrt Sterzing – von München sind es rund zweieinhalb Stunden, von Innsbruck knapp eine. Mit der Bahn über die Brennerbahn bis Sterzing-Pfitsch; der Bahnhof liegt wenige Gehminuten vom Zentrum. Die nächsten Flughäfen sind Innsbruck und Bozen.
Ja – Sterzing gehört zu den fünf Original Südtiroler Christkindlmärkten und gilt als der intimste von ihnen. Statt Rummel gibt es Handwerk, Chöre und Glühwein vor der Kulisse der beleuchteten Erkerhäuser und des Zwölferturms, vom Spätnovember bis Anfang Januar. Wer Menschenmassen meiden will, kommt unter der Woche oder zur blauen Stunde.
Den Sterzinger Joghurt vom örtlichen Milchhof, der in ganz Italien Kultstatus hat, dazu Südtiroler Klassiker wie Knödel, Schlutzkrapfen und Speck in den Gasthäusern der Fußgängerzone. Wer mehr will: Die Kleine Flamme in der Neustadt verbindet Südtirol mit Asien und Frankreich, der Pretzhof in Tulfer und die Gourmetstube Einhorn in Mauls zählen zu den besten Adressen des Landes.
Burg Reifenstein südlich der Stadt (nur mit Führung), die Gilfenklamm bei Stange mit ihren Marmorwänden, die BergbauWelt Ridnaun Schneeberg am Talschluss des Ridnauntals und das Pfitschtal Richtung Hochfeiler. Über den Brenner ist Innsbruck in einer knappen Stunde erreichbar, nach Süden locken Brixen und Bozen entlang der Eisack.
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