Wer von Werfen aus den Blick hebt, sieht sie sofort: Burg Hohenwerfen thront auf einem 155 Meter hohen Felsrücken über dem Salzachtal, als hätte jemand eine mittelalterliche Festung direkt in die Alpenkulisse gestellt. Der erste Eindruck täuscht nicht – die Burg ist so präsent, dass sie das gesamte Tal dominiert und selbst vorbeifahrende Zugreisende unweigerlich den Kopf drehen. Die Geschichte beginnt im 11. Jahrhundert, als Erzbischof Gebhard von Salzburg die Anlage als strategischen Stützpunkt errichten ließ. Was folgte, war eine wechselvolle Karriere als Festung, Staatsgefängnis und Residenz der Salzburger Erzbischöfe. Über die Jahrhunderte wurde Hohenwerfen ausgebaut, belagert und umgebaut – und blieb dabei erstaunlich gut erhalten. Heute zählt sie zu den wenigen Höhenburgen im Alpenraum, die noch vollständig aufrecht stehen und besichtigt werden können. Der Besuch beginnt bereits beim Aufstieg: Entweder man wählt den Fußweg durch den Burgwald, oder man nutzt die Seilbahn, die bequem zur Anlage hinaufführt. Oben angekommen, öffnet sich ein weitläufiges Burgareal mit Innenhof, Bergfried, Burgkapelle und historischen Wohnräumen. Die Führungen durch das Innere vermitteln ein konkretes Bild vom Leben auf einer mittelalterlichen Felsenburg – von der Burgküche bis zu den ehemaligen Gefängniszellen. Eines der eindrücklichsten Erlebnisse ist die Flugvorführung der Greifvögel auf dem Burghof: Adler, Falken und Eulen fliegen in unmittelbarer Nähe der Zuschauer – ein Spektakel, das besonders für Kinder unvergesslich bleibt, aber auch Erwachsene in seinen Bann zieht. Die Falknerei gehört zu den ältesten und renommiertesten ihrer Art in Österreich. Vom Wehrgang und vom Bergfried aus eröffnet sich ein Panorama, das seinesgleichen sucht: Das Salzachtal liegt tief unten, die Berchtesgadener Alpen ragen im Norden auf, und an klaren Tagen reicht der Blick weit in das Alpenvorland. Fotografen finden hier zu jeder Tageszeit lohnende Motive – morgens im Dunst, mittags im harten Alpenlicht, abends in der Abendröte.
Besucher erleben eine vollständig erhaltene Höhenburg mit geführten Rundgängen durch historische Räume, täglichen Greifvogelvorführungen im Burghof sowie einem weiten Panorama vom Bergfried. Die Seilbahn erleichtert den Aufstieg; der Fußweg durch den Burgwald ist eine lohnende Alternative für Naturfreunde.
Burg Hohenwerfen geht auf das Jahr 1077 zurück, als Erzbischof Gebhard von Salzburg die Anlage als Reaktion auf den Investiturstreit errichten ließ. Im Laufe der Jahrhunderte diente sie den Salzburger Erzbischöfen als Residenz, Verwaltungssitz und Staatsgefängnis – unter anderem sollen hier hochrangige Gefangene inhaftiert worden sein. Mehrfach belagert und durch Brände beschädigt, wurde die Burg immer wieder aufgebaut und erweitert. Die heutige Gestalt geht wesentlich auf Umbauten im 16. Jahrhundert zurück. Seit dem 20. Jahrhundert ist sie als Museum zugänglich und gilt als eine der bedeutendsten erhaltenen Höhenburgen im gesamten Alpenraum.
