Wer durch das Steiner Tor in die Kremser Altstadt tritt, wechselt das Tempo. Das mächtige gotische Stadttor aus dem 15. Jahrhundert markiert nicht nur den Eingang in ein historisches Ensemble, sondern auch den Übergang in eine Stadt, die ihren Charakter über Jahrhunderte bewahrt hat. Die engen Gassen, die sich vom Hohen Markt in alle Richtungen verzweigen, erzählen von einer Stadtgeschichte, die bis ins 11. Jahrhundert zurückreicht. Das Zentrum des Viertels bildet der Hohe Markt mit seinen Bürgerhäusern aus Renaissance und Barock. Hier trifft man an Vormittagen auf Einheimische, die beim Bäcker einige Häuser weiter ihre Besorgungen erledigen, während Besucher die Fassaden studieren. Die Pfarrkirche St. Veit, deren Türme über die Dächer ragen, lässt sich von fast jeder Gasse aus anpeilen – ein natürlicher Orientierungspunkt im Gewirr der Altstadtstraßen. Besonders lebendig wird die Kremser Altstadt in den Abendstunden, wenn die Weinstuben und Restaurants in den Seitengassen öffnen. Die Weinbauregion Wachau beginnt praktisch vor der Haustür, und das spürt man in der Qualität der Weinkarten. Grüner Veltliner und Riesling aus umliegenden Lagen stehen in kleinen Lokalen neben der Landstraße neben regionalen Speisen. Die Kunstmeile Krems, die das Karikaturmuseum und die Kunsthalle Krems miteinander verbindet, hat dem Viertel eine zusätzliche kulturelle Schicht gegeben. Ausstellungen zeitgenössischer Kunst finden hier in historischen Gemäuern statt – ein Kontrast, der in Krems ganz selbstverständlich wirkt. Die Altstadt ist damit nicht nur für Geschichtsinteressierte, sondern ebenso für Kunstliebhaber und Weinkenner ein lohnender Aufenthaltsort.

Steiner Tor
Das Steiner Tor ist das markante spätgotische Stadttor von Krems an der Donau und eines der besterhaltenen mittelalterlichen Stadttore Österreichs.
Spätgotischer Rundturm aus dem Jahr 1480 – eines der besterhaltenen Stadttore Österreichs