Wer von Lienz aus den Blick nach Norden hebt, sieht es sofort: Schloss Bruck sitzt auf einem Felsvorsprung über der Stadt, als hätte es sich dort für die Ewigkeit eingerichtet. Das mächtige Gemäuer aus dem 13. Jahrhundert war einst Residenz der Grafen von Görz, die über weite Teile Tirols herrschten – und noch heute spürt man beim Betreten des Burghofs, dass hier Geschichte nicht bloß ausgestellt, sondern förmlich greifbar wird. Der Weg hinauf lohnt sich schon für die Aussicht allein: Das Dreieck aus Isel, Drau und den Lienzer Dolomiten entfaltet sich vor einem wie eine lebendige Karte. Doch im Inneren wartet das Regionalmuseum Osttirol mit einer Sammlung, die weit über das übliche Burgmuseum hinausgeht. Besonders die spätgotische Burgkapelle mit ihren Fresken aus dem 15. Jahrhundert zieht Besucher in ihren Bann – die farbintensiven Wandmalereien haben die Jahrhunderte erstaunlich gut überstanden und zeigen Szenen aus dem Leben der Heiligen mit einer Lebendigkeit, die man in dieser Abgeschiedenheit nicht erwartet. Ein weiteres Herzstück der Sammlung sind die Werke des Osttiroler Malers Albin Egger-Lienz, dessen großformatige Gemälde Bauern, Krieger und das harte Leben im Hochgebirge mit einer Wucht darstellen, die lange nachwirkt. Die Kombination aus mittelalterlicher Architektur und regionaler Kunstgeschichte macht Schloss Bruck zu einem der kulturell dichtesten Ausflugsziele in ganz Osttirol. Ein Besuch folgt am besten einem ruhigen Rhythmus: erst der Rundgang durch die Ausstellungsräume, dann ein längerer Aufenthalt in der Kapelle, und schließlich der Aufstieg auf den Bergfried, von dem aus sich das gesamte Lienzer Becken überblicken lässt. Wer sich Zeit nimmt, braucht gut zwei Stunden – wer die Details der Fresken und die Egger-Lienz-Sammlung wirklich auf sich wirken lassen möchte, eher drei.
Ein Rundgang durch mehrere Ausstellungsräume mit regionaler Geschichte und Kunst, darunter die frescengeschmückte Burgkapelle und großformatige Gemälde von Albin Egger-Lienz. Abschluss bildet der Bergfried mit freiem Blick über Lienz und die Lienzer Dolomiten.
Schloss Bruck geht auf das 13. Jahrhundert zurück und war die Hauptresidenz der mächtigen Grafen von Görz, die von hier aus große Teile Tirols und Kärntens kontrollierten. Nach dem Aussterben der Görzer Linie fiel die Burg 1500 an die Habsburger. Die spätgotische Burgkapelle, deren Fresken aus dem 15. Jahrhundert stammen, gilt als eines der bedeutendsten Zeugnisse mittelalterlicher Wandmalerei in Osttirol. Heute beherbergt das Schloss das Regionalmuseum Osttirol mit seiner renommierten Sammlung von Werken Albin Egger-Lienz'.
