Wer den Hauptplatz von Lienz betritt, dem fällt die Liebburg sofort ins Auge: Das Renaissance-Schloss mit seinen markanten Ecktürmen und dem gepflegten Innenhof dominiert das Ensemble des Platzes auf eine Weise, die Geschichte spürbar macht, ohne museal zu wirken. Gebaut im 16. Jahrhundert als Residenz der Grafen von Wolkenstein-Rodenegg, hat das Gebäude über die Jahrhunderte viele Rollen gespielt – Adelssitz, Verwaltungszentrum, städtisches Wahrzeichen.
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Der erste Eindruck entsteht vom Hauptplatz aus: Die symmetrische Fassade mit ihren zwei runden Türmen und dem zentralen Torbogen zieht den Blick an. Wer durch das Tor tritt, gelangt in einen ruhigen Innenhof, der vom Trubel des Platzes vollständig abgeschirmt wirkt. Hier zeigt sich die Liebburg von ihrer intimsten Seite – die Renaissance-Arkaden, die den Hof umsäumen, und das Zusammenspiel aus Stein und Licht geben dem Ort eine eigentümliche Stille, die man in einer lebhaften Kleinstadt nicht erwartet.
Heute beherbergt die Liebburg das Stadtamt von Lienz, ist also ein aktiv genutztes Verwaltungsgebäude. Das macht den Besuch zu einem ungewöhnlichen Erlebnis: Man bewegt sich durch ein Stück gelebter Stadtgeschichte, das gleichzeitig Büroalltag und Denkmal ist. Die Außenfassade und der Innenhof sind frei zugänglich und lassen sich in einem kurzen Spaziergang erkunden. Wer Lienz besucht, kommt an der Liebburg ohnehin kaum vorbei – der Hauptplatz ist der natürliche Mittelpunkt der Altstadt, von dem aus sich alle weiteren Wege erschließen.
Die Liebburg fügt sich nahtlos in einen Rundgang durch die Lienzer Altstadt ein. Vom Hauptplatz aus sind es nur wenige Gehminuten zur Pfarrkirche St. Andrä und zum Museum der Stadt Lienz im Schloss Bruck, das die umfangreichere Ausstellung zur Regionalgeschichte beherbergt. Wer die Liebburg als Ausgangspunkt wählt, hat die kompakte Innenstadt von Lienz schnell im Griff.