
◆ STADT · SÜDTIROL
Bruneck ist der heimliche Hauptort des Pustertals – eine Kleinstadt, die mühelos zwei Rollen spielt: unten die mittelalterliche Stadtgasse mit Erkern, Zunftschildern und alten Stadttoren, darüber das Bischofsschloss mit Reinhold Messners Museum Ripa – und am südlichen Stadtrand schweben die Gondeln auf den Kronplatz, Südtirols berühmtesten Skiberg, auf dessen Gipfelplateau Zaha Hadids MMM Corones und das Fotografie-Museum LUMEN warten. Dazwischen liegen Konditorkunst bei Acherer, frisch Gebrautes im Rienzbräu und drei Michelin-Sterne im Atelier Moessmer; vor der Tür beginnen Ahrntal, Pragser Wildsee und die Dolomiten.

Bruneck verdankt seinen Namen einem Bischof: Mitte des 13. Jahrhunderts ließen die Fürstbischöfe von Brixen – allen voran Bruno von Kirchberg – über dem Talboden eine Burg errichten und darunter eine planmäßige Marktsiedlung anlegen. Ihre Achse ist bis heute die Stadtgasse, eine sanft gebogene Zeile aus schmalen Bürgerhäusern mit Erkern, Lauben und schmiedeeisernen Wirtshausschildern, an deren Enden die alten Tore der Stadtbefestigung stehen. Aus dieser Gasse stammte auch Michael Pacher, einer der bedeutendsten Maler und Bildschnitzer der alpinen Gotik – sein Brunnen-Denkmal steht am oberen Ende der Altstadt.
Heute ist Bruneck die unbestrittene Mitte des Pustertals: Schulstadt, Einkaufsstadt, Treffpunkt der Seitentäler. In der Stadtgasse reihen sich inhabergeführte Läden und Südtiroler Feinkost, bei Acherer wird Patisserie zur Architektur, im Rienzbräu blubbert das Sudwerk mitten im Gastraum – und seit Norbert Niederkofler im Park der Tuchfabrik Moessmer sein mit drei Michelin-Sternen ausgezeichnetes Atelier eröffnet hat, pilgert auch die Gourmetwelt ins Tal. Über allem wacht das Schloss, in dem Reinhold Messner sein Museum Ripa den Bergvölkern der Welt gewidmet hat.
Und dann ist da der Berg. Der Kronplatz erhebt sich als breiter, baumfreier Rücken direkt über der Stadt; von Reischach und Percha schweben die Bahnen im Winter wie im Sommer aufs Gipfelplateau auf 2.275 Metern, wo sich das Panorama von den Zillertaler Alpen bis zu den Dolomiten dreht. Oben warten die Friedensglocke Concordia 2000, Zaha Hadids MMM Corones und das Fotografie-Museum LUMEN. travelperfect empfiehlt, Bruneck nicht nur als Etappe zu nehmen: Zwei, drei Tage reichen für Altstadt, Gipfel und einen Ausflug zum Pragser Wildsee – und machen meist Lust auf mehr.
01 · Auf einen Blick
· Stadtviertel
· Sehenswürdigkeiten
· Aktivitäten
· Entdecken & Buchen
02 · Was tun
Der Hausberg
Von Reischach schweben die Kabinen aufs baumfreie Plateau auf 2.275 Metern – im Winter mitten ins Skigebiet, im Sommer zu Wanderwegen und Bike-Trails. Oben rahmen drei Häuser den Rundumblick: Zaha Hadids MMM Corones über den traditionellen Alpinismus, das LUMEN für Bergfotografie und Norbert Niederkoflers AlpiNN für die Mittagspause. Dazu läutet die Friedensglocke Concordia 2000 über dem Tal.
Altstadt & Schlossberg
Vom Ursulinentor durch die gebogene Stadtgasse mit ihren Erkern und Zunftschildern, vorbei an Konditoreien und Südtiroler Feinkost bis zum Rathausplatz – und dann in wenigen Minuten hinauf zum Schloss, wo das MMM Ripa von den Bergvölkern der Welt erzählt. Zurück über den Graben an der Rienz, wo die Cafés in der Nachmittagssonne stehen.
Seen & Zinnen
Bruneck ist der ideale Stützpunkt fürs Hochpustertal: Der smaragdgrüne Pragser Wildsee liegt eine gute halbe Stunde entfernt (im Hochsommer ist die Zufahrt reglementiert – früh starten oder Bus nehmen), dahinter öffnen sich Toblach und das Höhlensteintal Richtung Drei Zinnen. Wer mag, kombiniert See, Almwanderung und Rückfahrt mit der Pustertalbahn zu einem vollen Bergtag.
Tal & Täler
Der Radweg folgt der Rienz talaufwärts über Olang und Niederdorf bis Innichen und weiter nach Lienz – überwiegend eben, bestens beschildert, mit Bahn-Rückfahrt samt Rad. Wer es wilder mag, biegt ins Ahrntal ab: zur mächtigen Burg Taufers und zu den tosenden Reinbachfällen bei Sand in Taufers.
03 · Wann
Bruneck liegt auf gut 800 Metern im inneralpinen Pustertal: Die Sommer sind warm, aber selten heiß, die Nächte bleiben kühl, und die Winter sind kalt, oft sonnig und dank Beschneiung und Höhenlage des Kronplatz sehr schneesicher. Wer Bergbahnen nutzen will, plant um die Saisonzeiten herum – im April und November stehen viele Lifte still und manche Häuser machen Pause.
04 · Häufige Fragen
Juni bis September für Wandern, Radtouren und die Bergmuseen, Dezember bis März für die Skisaison am Kronplatz. Der Herbst lockt mit klarer Fernsicht, goldenen Lärchen und Törggelen. April und November sind Zwischensaison: ruhig und günstig, aber viele Bergbahnen und manche Hotels pausieren.
Mit der Bahn über die Brennerlinie bis Franzensfeste und von dort mit der Pustertalbahn nach Bruneck; der Bahnhof liegt wenige Gehminuten von der Altstadt. Mit dem Auto über die Brennerautobahn A22, Ausfahrt Brixen/Pustertal, und die Pustertaler Straße. Die nächsten Flughäfen sind Innsbruck, Bozen, Venedig und Verona.
Unbedingt. Die Bahnen fahren in der Sommersaison täglich aufs Plateau, oben warten das MMM Corones von Zaha Hadid, das Fotografie-Museum LUMEN, das Restaurant AlpiNN und die Friedensglocke Concordia 2000 – dazu ein 360-Grad-Panorama von den Zillertaler Alpen bis zu den Dolomiten. Abwärts geht es zu Fuß, mit dem Bike oder wieder per Gondel.
Mit dem Auto in einer guten halben Stunde über Niederdorf ins Pragser Tal – im Hochsommer ist die Zufahrt allerdings reglementiert, dann braucht es eine frühe Anfahrt oder eine Reservierung. Alternativ mit der Pustertalbahn bis Niederdorf-Prags und weiter mit dem Bus. Am schönsten ist der See früh morgens, bevor die Tagesgäste kommen.
Ja. Bruneck ist wie das ganze Pustertal mehrheitlich deutschsprachig, alle Schilder und Speisekarten sind zweisprachig Deutsch und Italienisch. Deutsche Gäste verständigen sich problemlos – ein paar italienische Höflichkeitsfloskeln öffnen trotzdem Türen.
Für Altstadt, Schloss und einen Kronplatz-Tag reichen zwei bis drei Tage. Als Basis für das Pustertal – mit Pragser Wildsee, Ahrntal, Radweg und Dolomiten-Ausflügen – trägt Bruneck problemlos eine ganze Woche, zumal Bahnen und Busse die Täler gut erschließen.
Sag uns, worauf du Lust hast — wir planen deine Tage im Pustertal.
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