Wer den Wildpark Feldkirch zum ersten Mal betritt, merkt schnell: Hier geht es nicht um Spektakel, sondern um Begegnung. Auf dem weitläufigen Gelände am Stadtrand von Feldkirch leben heimische Wildtiere in Gehegen, die dem natürlichen Lebensraum so nahe kommen, wie es in einem Schutzpark möglich ist. Rothirsche, Wildschweine, Rehe und Mufflons bewegen sich auf Flächen, die Raum lassen – für die Tiere und für den Blick der Besucherinnen und Besucher.
Der Rundweg durch den Park führt durch Waldabschnitte und offene Wiesen, vorbei an Gehegen, in denen man sich manchmal fragen muss, ob das Tier einen gerade beobachtet oder umgekehrt. Besonders bei Kindern hinterlässt die Nähe zu den Tieren einen bleibenden Eindruck: Ein Damhirsch, der neugierig ans Gatter tritt, oder eine Wildschweinrotte, die geschäftig durch das Unterholz wühlt, sind Erlebnisse, die kein Bildschirm ersetzen kann. Der Park ist so angelegt, dass auch kleinere Kinder die Strecke gut bewältigen können – der Weg ist übersichtlich, das Gelände nicht zu anspruchsvoll.
Feldkirch selbst ist eine der schönsten mittelalterlichen Städte Vorarlbergs, und der Wildpark liegt in direkter Nähe zur Altstadt mit der Schattenburg. Das macht ihn zu einem idealen Baustein für einen ganzen Ausflugstag: Vormittags die Tiere beobachten, mittags durch die Gassen der Altstadt schlendern. Der Park ist das ganze Jahr über geöffnet und zeigt mit den Jahreszeiten immer ein anderes Gesicht – im Herbst, wenn das Laub fällt und der Rothirsch röhrt, entfaltet er eine besondere Stimmung, die man so schnell nicht vergisst.
Für Fotografinnen und Fotografen lohnt sich ein früher Besuch: In den Morgenstunden liegt das Licht weich über den Gehegen, die Tiere sind aktiv, und die Wege sind noch ruhig. Wer mit der Kamera kommt, sollte Geduld mitbringen – und ein Teleobjektiv, denn die schönsten Momente spielen sich oft in einiger Entfernung ab.