Es gibt Momente auf dem Rad, in denen man nicht genau weiß, in welchem Land man sich gerade befindet – und genau das ist der besondere Reiz dieser Tour. Die Radtour Dreiländereck Feldkirch führt durch eine Region, in der Österreich, die Schweiz und das Fürstentum Liechtenstein auf engstem Raum aufeinandertreffen. Wer von der mittelalterlichen Altstadt Feldkirchs aus in die Pedale tritt, taucht binnen weniger Kilometer in eine Landschaft ein, die sich entlang des Alpenrheins entfaltet: weite Auengebiete, gepflegte Radwege, ruhige Dörfer und immer wieder der Blick auf die Vorarlberger Bergkulisse.
Der Startpunkt liegt in Feldkirch selbst, einer der ältesten Städte Vorarlbergs. Die trutzige Schattenburg thront über den Dächern der Altstadt, und schon beim Losfahren durch das Montfortgässle oder am Ill-Ufer entlang spürt man, dass diese Stadt mehr zu bieten hat als bloße Durchgangsfunktion. Die Route folgt zunächst dem Flusslauf der Ill, bevor sie auf den Rheinradweg trifft – einen der bestausgebauten Radwege Mitteleuropas, der fast durchgehend flach verläuft und damit auch für Gelegenheitsradler gut geeignet ist.
Nach einigen Kilometern rollt man durch das Fürstentum Liechtenstein, vorbei an Vaduz mit seinem markanten Schloss auf dem Felsvorsprung über der Hauptstadt. Ein kurzer Stopp lohnt sich: Das Kunstmuseum Liechtenstein, die Hofkellerei und die gepflegten Weinberge entlang der Hanglagen geben dem kleinen Fürstentum ein unverwechselbares Gesicht. Dann, fast unmerklich, wechselt die Route auf Schweizer Boden – das Rheintal öffnet sich, und die Kulisse der Appenzeller Alpen auf der gegenüberliegenden Uferseite rückt ins Blickfeld.
Die Gesamtstreckenlänge und genaue Routenführung richten sich nach der gewählten Variante, doch das Grundprinzip bleibt: flache Rheinufer, kurze Grenzübergänge ohne Wartezeiten und ein Rhythmus, der Raum lässt für spontane Pausen, ein Stück Liechtensteiner Käse am Wegesrand oder einen Kaffee in einem der kleinen Rheindörfer. Wer die Tour in der Morgenstunde beginnt, erlebt das Rheintal noch im Dunst der frühen Stunden – eine Stimmung, die sich kein Reiseprospekt wirklich einfangen lässt.