Wer durch die Gassen der Feldkircher Altstadt schlendert, dem fällt er unweigerlich ins Auge: der Katzenturm, der mit seinen markanten Rundungen und dem charakteristischen Dach die Silhouette der Stadt prägt wie kein anderes Bauwerk. Seit dem Mittelalter wacht er über Feldkirch, und wer einmal auf seiner Aussichtsplattform gestanden hat, versteht sofort, warum die Einheimischen ihn so verehren.
Der Turm gehört zur ehemaligen Stadtbefestigung von Feldkirch und ist einer der besterhaltenen Wehrtürme Vorarlbergs. Sein Name geht auf eine volkstümliche Überlieferung zurück, die bis heute für Gesprächsstoff sorgt. Im Inneren erwarten die Besucher historische Gemäuer, die von Jahrhunderten der Stadtgeschichte erzählen. Die Treppen führen Stufe für Stufe höher, vorbei an dicken Steinmauern, durch die man die Stille vergangener Epochen förmlich spüren kann.
Oben angekommen, eröffnet sich ein Panorama, das seinesgleichen sucht: Die Dächer der Altstadt liegen zu Füßen, dahinter erstreckt sich das Rheintal, und an klaren Tagen reicht der Blick bis zu den Alpengipfeln des Vorarlberger Oberlandes. Die Schattenburg, das zweite große Wahrzeichen der Stadt, ist von hier aus in ihrer ganzen Wucht zu sehen. Fotografen kommen besonders in den frühen Morgenstunden auf ihre Kosten, wenn das Licht golden über die Ziegeldächer fällt und der Dunst noch in den Tälern liegt.
Der Katzenturm lässt sich gut in einen Rundgang durch die Feldkircher Altstadt einbetten. Der Marktplatz mit seinen historischen Laubengängen liegt nur wenige Gehminuten entfernt, ebenso die Kathedrale St. Nikolaus. Wer Zeit mitbringt, erkundet die mittelalterliche Stadtstruktur zu Fuß und begreift dabei, wie gut Feldkirch sein historisches Erbe bewahrt hat. Der Turm ist dabei nicht nur ein Aussichtspunkt, sondern ein konkreter Anker in der Geschichte dieser Stadt.