Wer Feldkirch zum ersten Mal betritt, tut das am besten durch eines der alten Stadttore. Der Churertor oder das Wassertor rahmen den Eintritt in eine Altstadt, die so vollständig erhalten ist, dass man unwillkürlich das Tempo drosselt. Die Lauben entlang der Schmiedgasse und der Neustadt – jene charakteristischen Arkadengänge, die seit dem Mittelalter Schutz vor Regen und Sonne bieten – geben Feldkirch seinen unverwechselbaren Rhythmus: beschaulich, aber nie verschlafen. Hoch über allem thront die Schattenburg, eine der besterhaltenen mittelalterlichen Burganlagen Vorarlbergs. Vom Burghügel aus öffnet sich ein Panorama über die Dächer der Altstadt, den Kirchturm des Domes St. Nikolaus und die Bergketten, die das Rheintal einrahmen. Der Dom selbst ist ein gotisches Bauwerk von beachtlichem Rang – das Hochaltarbild von Wolf Huber, einem Meister der Donauschule, ist allein schon eine Reise wert. Feldkirch ist keine Stadt, die mit Superlativen wirbt. Stattdessen überzeugt sie mit einer Dichte an Qualität, die auf engem Raum erstaunlich viel bietet: Der Marktplatz mit seinen Brunnen und Fassaden bildet das gesellschaftliche Zentrum, an dem sich morgens Einheimische beim Einkauf und abends Gäste beim Aperitif begegnen. Die Ill, die den westlichen Stadtrand begleitet, bietet Spazierwege, die in wenigen Minuten aus dem Stadtkern in eine stille Flusslandschaft führen. Kulturell ist Feldkirch überraschend aktiv für eine Stadt seiner Größe. Das Montforthaus, das moderne Veranstaltungszentrum, bringt Konzerte und Kongresse in die Stadt. Das Feldkirch Festival und der Weihnachtsmarkt auf dem Marktplatz sind Ereignisse, die weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt sind. Gleichzeitig sorgen die Nähe zu Bludenz, dem Bodensee, Liechtenstein und der Schweiz dafür, dass Feldkirch ein idealer Ausgangspunkt für Tagestouren in alle Himmelsrichtungen ist. Die Gastronomie spiegelt die Grenzlage wider: Vorarlberger Küche mit Käsknöpfle und Bodenseefelchen trifft auf österreichische Gasthauskultur und internationale Einflüsse aus der Nachbarschaft. Wer abends durch die Neustadt schlendert, findet Weinbars neben traditionellen Gasthäusern – eine Vielfalt, die ohne Aufhebens funktioniert.




