Šibenik unterscheidet sich von den meisten dalmatinischen Küstenstädten schon durch seinen Ursprung: Es wurde nicht von Römern oder Griechen, sondern von Kroaten gegründet und gilt als älteste rein kroatische Stadt an der Adria, erstmals im 11. Jahrhundert urkundlich erwähnt. Diese eigenständige Geschichte spiegelt sich in einer Altstadt wider, deren steile Steingassen und Treppen sich vom Wasser den Hang hinaufstaffeln. Ihr Mittelpunkt ist die Kathedrale des heiligen Jakob, ein Bauwerk von außergewöhnlichem Rang. Über mehr als hundert Jahre errichtet, ist sie vollständig aus Stein gefügt – ohne Mörtel und ohne Holz, allein aus präzise ineinandergreifenden Platten und Blöcken. Der Baumeister Juraj Dalmatinac schuf hier auch den berühmten Fries aus 71 steinernen Porträtköpfen an der Außenwand der Apsiden, jeder ein eigenes Gesicht. Die UNESCO hat die Kathedrale als Weltkulturerbe ausgezeichnet. Hoch über der Stadt wachen gleich vier Festungen, die in jüngerer Zeit aufwendig restauriert wurden. Die Festung Sv. Mihovil dient heute als Freiluftbühne mit weitem Blick über die Dächer, und von den Wehranlagen reicht der Blick auf den schmalen Meereskanal Sv. Ante, durch den die Schiffe in den geschützten Naturhafen einfahren. Diese ungewöhnliche Lage – eine Stadt, die sich an einem fjordartigen Kanal hinter einer Mündung verbirgt – gehört zu den Eigenheiten Šibeniks. Vor den Toren der Stadt liegt mit dem Nationalpark Krka eines der beliebtesten Naturziele Kroatiens: terrassenförmige Wasserfälle, Travertinbecken und smaragdgrünes Wasser. Šibenik verbindet damit ein einzigartiges steinernes Welterbe, eine wehrhafte Vergangenheit und einen der schönsten Flusslandschaften des Landes.






