Rovinj steigt unmittelbar aus dem Meer auf. Die Altstadt drängt sich auf einer einstigen Insel, deren schmaler Kanal längst zugeschüttet ist, sodass die pastellfarbenen Häuser heute dicht an dicht bis an die Wasserkante reichen. Über allem thront der Glockenturm der Kirche Sv. Eufemija, ein schlanker venezianischer Campanile nach dem Vorbild des Markusturms, der schon von weit draußen auf der Adria sichtbar ist.
Das Herz der Altstadt ist die Grisia, die steile Gasse, die zur Kirche hinaufführt. An ihren Hauswänden hängen Gemälde und kleine Galerien reihen sich aneinander – Rovinj hat eine lebendige Künstlertradition, die im Sommer in einem stadtweiten Open-Air-Kunsttag gipfelt. Wer durch die schmalen Wege weitergeht, stößt auf abgewetzte Steinstufen, Wäscheleinen zwischen den Fassaden und immer wieder den Blick durch eine Gasse hinaus aufs Wasser.
Unten am Hafen schaukeln die bunten Fischerboote, und die venezianische Vergangenheit ist überall greifbar: in den Löwenreliefs an den Toren, in den Balkonen über den engen Calli, in den Namen der Plätze. Rovinj gehörte über Jahrhunderte zur Republik Venedig, und dieses Erbe prägt die Stadt stärker als jeder andere Einfluss.
Vor der Küste liegen die bewaldeten Inseln des Archipels und der Naturpark Zlatni Rt mit seinen Pinien und Steineichen, ein beliebtes Ziel für Spaziergänge und stille Badebuchten. Dazu kommt die istrische Küche: frischer Fisch, Trüffel aus dem Hinterland, Malvazija-Wein. Rovinj verbindet die Schönheit eines venezianischen Stadtbilds mit der Leichtigkeit eines Adria-Sommers – einer der fotogensten Orte der ganzen kroatischen Küste.