Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Rovinj
Die Altstadt misst kaum vierhundert Meter im Durchmesser – alles Wichtige liegt zwischen Hafenkai und Kirchturm, und dazwischen geht es fast nur bergauf.
Alles beginnt oben. Die Kirche der heiligen Euphemia entstand zwischen 1725 und 1736 nach Plänen des Venezianers Giovanni Dozzi und ist die größte Kirche Istriens; im Inneren steht der schwere Steinsarkophag der Heiligen, die der Legende nach im Jahr 800 vor der Küste angeschwemmt wurde. Der Glockenturm ist älter als das Kirchenschiff – Antonio Manopola baute ihn zwischen 1654 und 1680 nach dem Vorbild des Campanile von San Marco –, die Fassade kam sogar erst Mitte des 19. Jahrhunderts dazu. Bis zur Kupferfigur der Euphemia ganz oben sind es rund 60 Meter; sie dreht sich mit dem Wind und diente Fischern jahrhundertelang als Wetterzeichen. Ist der Turm geöffnet, führen rund zweihundert offene Holzstufen hinauf in die Glockenstube, und der Blick reicht über die Dächer bis auf die Inseln. Schwindelfrei solltest du sein, die Konstruktion ist offen und die Stufen sind ausgetreten.
Unten am Wasser liegt der Trg maršala Tita, der einzige wirklich große Platz der Stadt, gesäumt von Cafés, dem alten Uhrturm und einem Barockpalast, in dem das Heimatmuseum der Stadt Rovinj sitzt. Zu sehen sind Archäologie, alte Meister aus istrisch-venezianischem Bestand, zeitgenössische kroatische Kunst und ein Saal mit den Marinebildern Alexander Kirchers. Der Palast wird allerdings seit Jahren saniert – im zweiten Stock haben Restauratoren historische Wandmalereien freigelegt –, weshalb das Haus mit wechselnden Ausstellungen arbeitet, im Sommer Gastausstellungen den ersten Stock belegen und die durchgehende Dauerausstellung zur Stadtgeschichte erst entsteht. Öffnungszeiten und Eintritt ändern sich mit der Bauphase, prüf beides kurz vor dem Besuch. Von dort führt der Balbi-Bogen in die Altstadt, ein Stadttor von 1679 an der Stelle des mittelalterlichen Vorgängers, über dem Durchgang der geflügelte Löwe von Venedig, an den Seiten zwei steinerne Köpfe. Von 1283 bis 1797 gehörte Rovinj zur Republik Venedig, und das blieb nicht beim Baustil: Die Stadt ist bis heute amtlich zweisprachig, auf den Ortsschildern steht neben Rovinj auch Rovigno, die italienische Gemeinschaft unterhält eigene Schule und Vereine, und die Gassen heißen Grisia oder Carera.
Ein paar Schritte weiter an der Uferstraße liegt das Batana-Ökomuseum, klein und eigenwillig und deshalb sehenswerter als manches große Haus. Es dreht sich um die Batana, ein flaches Holzboot mit charakteristischem Rumpf, das Rovinjer Fischer über Generationen selbst gebaut haben, und um die Bitinada, einen mehrstimmigen Gesang, bei dem Stimmen Instrumente ersetzen. 2016 nahm die UNESCO die Arbeit des Museums in ihr Register guter Praxisbeispiele auf. In der Saison gehören Fahrten mit einer originalen Batana und Abende in einem Spacio, einem traditionellen Weinkeller, zum Programm – Termine wechseln, frag am selben Tag im Museum nach.
Zwei weitere Adressen lohnen den Umweg. Das Aquarium Rovinj gehört zum Meeresforschungszentrum der Stadt und zeigt seit 1891 Bewohner der Adria in schlichten Becken; es ist eines der ältesten Aquarien Europas, klein, altmodisch, mit Kindern eine gut angelegte halbe Stunde. Und der Waldpark Zlatni rt südlich der Altstadt zählt streng genommen ebenfalls zu den Sehenswürdigkeiten, auch wenn du dort vor allem badest und im Schatten liegst; der Küstenwald ist gepflanzt und nicht gewachsen, steht seit den 1960er-Jahren unter Schutz, und wie er entstanden ist, liest du weiter unten im Kapitel über die Strände.















