Zadar ist eine Stadt, die ihre Geschichte und ihre Gegenwart am selben Ort verhandelt. An der Spitze der Altstadt-Halbinsel hat der Architekt Nikola Bašić zwei Installationen geschaffen, die das alte Hafenstädtchen weltberühmt gemacht haben: Die Meeresorgel, ein in die Uferstufen eingelassenes System aus Pfeifen, verwandelt das Spiel der Wellen in stetig wechselnde, nie gleiche Klänge. Direkt daneben leuchtet der Sonnengruß, eine kreisrunde Fläche aus Solarmodulen im Boden, die nach Einbruch der Dunkelheit ein Farbenspiel über das Pflaster zieht. Beide ziehen abends Menschen an, die sich zum Sonnenuntergang über der Adria niederlassen – einem Schauspiel, das schon Alfred Hitchcock als das schönste der Welt bezeichnet haben soll. Nur wenige Schritte entfernt steht die Stadt fest in der Antike. Das römische Forum, einst der zentrale Platz der Kolonie Iader, liegt offen als Steinfeld inmitten der Altstadt. Über seinen Resten erhebt sich die Donatuskirche, ein wuchtiger romanischer Rundbau aus dem 9. Jahrhundert, dessen schlichte Monumentalität bis heute beeindruckt. Daneben ragt der Glockenturm der Kathedrale Sv. Stošija auf, von dessen Spitze der Blick über die ganze Halbinsel reicht. Die Altstadt selbst ist ein Geflecht aus Marmorgassen, kleinen Plätzen und venezianischen Stadttoren – das Landtor mit dem Markuslöwen erinnert an die lange Zugehörigkeit zu Venedig. Cafés, Konobas und Märkte geben der Halbinsel ein lebendiges, unaufgeregtes Alltagsleben. Zadar ist außerdem das Tor zu zwei der eindrucksvollsten Naturräume Kroatiens: dem Nationalpark Kornati mit seinen kahlen Inseln und dem Nationalpark Plitvicer Seen im Hinterland. Damit verbindet die Stadt römisches Erbe, dalmatinisches Stadtleben und moderne Klangkunst zu einem ungewöhnlich vielschichtigen Ziel an der Adria.






