Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Zadar
Die Altstadt passt auf eine Halbinsel von gut einem Kilometer Länge – vom Landtor bis zur Meeresorgel läufst du zwanzig Minuten, ohne eine einzige befahrene Straße zu queren.
Das römische Forum ist der offene Kern der Altstadt und der größte antike Platz an der kroatischen Adriaküste. Angelegt wurde er ab der Zeit des Kaisers Augustus, als Zadar noch Iader hieß und römische Kolonie war. Heute liegen Säulentrommeln, Kapitelle und Bruchstücke von Tempelarchitektur einfach im Gras, Kinder klettern darauf herum, und nur eine einzelne korinthische Säule steht noch aufrecht am Rand – sie diente im Mittelalter als Pranger und heißt bis heute Schandsäule. Wer den Platz vor neun Uhr betritt, hat ihn fast für sich. Ab dem späten Vormittag stehen hier die Gruppen der Kreuzfahrtschiffe, die im Hafen Gaženica anlanden, und zwischen Mittag und drei Uhr wirft der Kalkstein das Licht so hart zurück, dass vom Platz auf Fotos wenig übrig bleibt.
Am Rand des Forums steht die Kirche des Heiligen Donatus, ein Zylinder aus dem 9. Jahrhundert und rund 27 Meter hoch. Gebaut wurde sie aus dem, was die Römer hinterlassen hatten: Im Fundament und in den Wänden stecken Altarplatten, Inschriftensteine und Säulen vom Forum, sichtbar bis heute, wenn du im Inneren nach oben zur Empore schaust. Gottesdienste finden hier seit langem nicht mehr statt, dafür Konzerte, denn die Akustik unter der Kuppel ist der Grund, warum Zadar jeden Sommer sein Festival für Alte Musik in diese Rotunde legt. Direkt daneben zieht sich die Kathedrale der Heiligen Anastasia in die Länge, die größte Kirche Dalmatiens, romanisch, mit zwei Rosetten und blinden Arkaden auf der Fassade. Der freistehende Glockenturm wurde erst im 19. Jahrhundert vollendet und lässt sich besteigen – oben siehst du die komplette Halbinsel und bei klarer Luft die Kette der vorgelagerten Inseln.
Die venezianische Seite Zadars beginnt am Landtor über dem kleinen Hafenbecken Foša. Michele Sanmicheli entwarf es 1543 als Triumphbogen mit dem geflügelten Markuslöwen über dem Durchgang und dem heiligen Krševan zu Pferd darüber, eine Machtdemonstration mit klarem Adressat, denn vor den Mauern standen die Osmanen. Die Befestigungsanlage, zu der das Tor gehört, wurde 2017 als Teil der venezianischen Verteidigungswerke in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen. Ein paar Schritte weiter liegt der Platz der fünf Brunnen, wo 1574 über einer großen Zisterne fünf Brunnenschächte gesetzt wurden, damit die Stadt eine Belagerung übersteht. Darüber erhebt sich der kleine Park auf der Bastion, einer der ältesten öffentlichen Parks Kroatiens, mit der Kapetanova kula als Aussichtspunkt über die Dächer.
Zwei Museen lohnen auch bei bestem Badewetter. Das Museum für antikes Glas residiert im Palast Cosmacendi über dem Hafen und zeigt römische Fläschchen, Balsamarien und Urnen aus den Gräberfeldern der Umgebung – eine der größten Sammlungen dieser Art außerhalb Italiens, ergänzt um eine Werkstatt, in der vorgeführt wird, wie diese Formen entstehen. Die zweite Adresse ist die ständige Ausstellung Gold und Silber von Zadar im Benediktinerinnenkloster neben der Kirche St. Marija, wo Reliquiare, Schreine und Prozessionskreuze aus tausend Jahren in abgedunkelten Räumen stehen. Dazwischen läufst du über die Kalelarga, die Hauptgasse der Altstadt, deren Verlauf noch dem römischen Decumanus folgt, und über den Narodni trg mit der Stadtloggia und der alten Wache.















