Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Dubrovnik
Vom Pile-Tor bis zum Alten Hafen läufst du zehn Minuten, wenn du nirgends stehen bleibst – und genau das wird dir nicht gelingen.
Die Stradun, offiziell Placa, ist die Achse, an der alles hängt: rund 300 Meter schnurgerade vom Pile-Tor im Westen zum Luža-Platz im Osten, gepflastert mit Kalkstein, den Millionen Schritte spiegelglatt poliert haben. Dass die Straße so gerade verläuft, hat einen Grund – hier lag ein Meeresarm, der die alte Inselsiedlung Ragusa vom slawischen Dubrava am Festland trennte und im Mittelalter zugeschüttet wurde. Ihr heutiges Gesicht bekam sie nach dem Erdbeben von 1667: Die Republik ließ die Häuserzeilen in einheitlicher Höhe und mit gleichen Fensterachsen wieder aufbauen, mit Läden im Erdgeschoss und den charakteristischen Türbögen, in denen Tür und Schaufenster zusammenfallen. Gleich hinter dem Pile-Tor steht der Große Onofrio-Brunnen von 1438, das Endstück einer Wasserleitung, die schon damals Quellwasser aus dem Hinterland in die Stadt brachte – und aus dessen Masken du bis heute die Flasche füllen kannst.
Direkt daneben beginnt das Franziskanerkloster Mala Braća mit dem stillsten Ort der Altstadt: einem romanischen Kreuzgang aus dem 14. Jahrhundert, dessen Doppelsäulen jedes Kapitell anders geschnitzt tragen. Im Vorraum liegt die Klosterapotheke, die seit 1317 arbeitet und damit zu den ältesten durchgehend betriebenen Europas zählt; in den Vitrinen stehen Mörser, Waagen und Apothekergefäße aus mehreren Jahrhunderten, nebenan wird tatsächlich noch verkauft. Am anderen Ende der Stradun öffnet sich der Luža-Platz mit dem Sponza-Palast, einem der wenigen Bauten, die das Beben von 1667 fast unbeschadet überstanden – heute liegt darin das Staatsarchiv, und ein Gedenkraum erinnert an die Verteidiger der Stadt aus dem Krieg von 1991. Davor steht die Roland-Säule von 1418, deren steinerner Unterarm jahrhundertelang das offizielle Längenmaß der Republik war.
Ein paar Schritte südlich beginnt die Regierungsseite der alten Stadt. Der Rektorenpalast, gotisch begonnen und nach zwei Explosionen und dem Erdbeben immer wieder umgebaut, war Amtssitz des Rektors – gewählt jeweils für einen einzigen Monat, mit der Auflage, das Haus während dieser Zeit nur im Dienst zu verlassen. Über dem Sitzungssaal steht die Mahnung, private Angelegenheiten zu vergessen und sich um die öffentlichen zu kümmern. Heute ist der Palast Kulturhistorisches Museum, und der Innenhof mit seiner Freitreppe wird im Sommer zur Konzertbühne. Nebenan folgt die barocke Kathedrale Mariä Himmelfahrt, deren Schatzkammer die Reliquiare des Stadtpatrons Sveti Vlaho aufbewahrt – Kopf, Arme und Bein in getriebenem Gold und Silber, die einmal im Jahr durch die Stadt getragen werden.
Nach oben wird es ruhiger. Von der Gundulićeva poljana, dem alten Marktplatz mit dem Denkmal des Dichters Ivan Gundulić, führt die breite Barocktreppe von 1738 hinauf zur Poljana Ruđera Boškovića, auf der die Jesuitenkirche Sveti Ignacije steht – die Treppe ist nach römischem Vorbild gebaut und liefert die Kulisse, die viele aus dem Fernsehen kennen. Im Osten der Altstadt liegt das Dominikanerkloster hinter unauffälliger Fassade, mit einem weiten gotischen Kreuzgang, Orangenbäumen im Hof und einer Sammlung Dubrovniker Tafelmalerei aus dem 15. und 16. Jahrhundert. Und wer den Überblick vor dem Detail will, nimmt gleich am ersten Morgen die Seilbahn auf den Srđ: Von 412 Metern Höhe liegen die Altstadt, der Alte Hafen, Lokrum und bei klarem Wetter die Elaphiten wie auf einer Karte unter dir.















