Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Split
Fast alles, was in Split auf der Liste steht, liegt in einem Halbkreis von einem Kilometer um den Peristil – hier misst man Wege in Minuten, nicht in Kilometern.
Der Peristil ist der Bezugspunkt für alles Weitere, der säulengesäumte Innenhof im Zentrum des Diokletianpalastes, in dem Kaiser und Bittsteller einst aufeinandertrafen. Heute ist er Freiluftbühne, Café-Terrasse und Fotomotiv in einem: Auf den Stufen liegen im Sommer Kissen, an einer Seite hockt eine der ägyptischen Granitsphingen, die Diokletian aus Ägypten herbeischaffen ließ – sie stammen aus der Zeit Thutmosis' III. im 15. Jahrhundert v. Chr. und sind damit rund 1.800 Jahre älter als der Palast, in dem sie stehen. Gleich südlich davon führt eine Treppe hinauf ins Vestibül, den runden Vorraum der Kaiserwohnung, dessen Kuppel oben offen steht. Der Raum klingt wie eine Kathedrale, weshalb dort in der Saison Klapa-Gruppen singen, der dalmatinische Mehrstimmengesang, den die UNESCO ins immaterielle Kulturerbe aufgenommen hat.
An der Ostseite des Peristils steht die Kathedrale des Hl. Domnius, und ihre Geschichte ist die größte Ironie der Stadt. Der achteckige Bau war Diokletians Mausoleum, errichtet für einen Kaiser, unter dessen Herrschaft Christen verfolgt wurden; wenige Jahrhunderte später weihte man ihn ausgerechnet dem heiligen Domnius, einem Bischof aus Salona, der unter diesem Kaiser starb. Der Sarkophag des Kaisers ist längst verschwunden, die römische Kuppel und der geschnitzte Holzportalflügel aus dem 13. Jahrhundert sind geblieben. Daneben ragt der mittelalterliche Glockenturm auf, dessen offene Treppe zu den besten Blicken über die Dächer führt – die Stufen sind steil und teilweise seitlich offen, für Höhenangst ist das nichts.
Zwei Minuten westlich, durch die schmale Gasse gegenüber der Kathedrale, liegt der Jupitertempel, den man später zum Baptisterium umwidmete. Vor dem Eingang wacht eine kopflose schwarze Sphinx, drinnen steht ein Taufbecken mit dem Relief eines mittelalterlichen kroatischen Herrschers, darüber ein Johannes des Täufers von Ivan Meštrović. Verlässt du den Palast durch das Goldene Tor nach Norden, stehst du unmittelbar vor dessen monumentalster Arbeit: der Bronzestatue des Gregor von Nin, jenes Bischofs, der im 10. Jahrhundert für die kroatische Sprache im Gottesdienst stritt. Sein linker großer Zeh glänzt goldblank, weil ihn jeder Vorbeigehende für Glück anfasst – ein Ritual, das offenkundig funktioniert, zumindest für die Politur.
Nach Westen öffnet sich die Stadt: Über den Narodni trg mit dem alten Rathaus führt die Fußgängerachse Marmontova zu den Prokurative, einem dreiseitig umbauten Platz im venezianisch-neorenaissancen Stil, der sich zum Meer hin öffnet und im Sommer als Konzertbühne dient. Weiter draußen liegen mit der Galerie Meštrović in der einstigen Villa des Bildhauers und dem Waldpark Marjan die beiden Ziele, für die du länger als eine Stunde brauchst. Und die spektakulärste Sehenswürdigkeit steht gar nicht in Split, sondern gut zehn Kilometer landeinwärts: die Festung Klis auf ihrem Felsriegel zwischen zwei Gebirgszügen, jahrhundertelang der Schlüssel zum Hinterland und Drehort für Game of Thrones.















