Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Istrien
Antike, Byzanz und Venedig liegen in Istrien keine halbe Autostunde auseinander – die Halbinsel ist klein, ihre Geschichtsschichten sind es nicht.
Fang in Pula an, weil dort das Größte gleich am Anfang steht: Die Arena aus dem 1. Jahrhundert ist eines der sechs größten erhaltenen römischen Amphitheater und noch fast vollständig – die äußere Steinschale ragt bis zu 32 Meter hoch, im Sommer sitzen dort abends Konzertbesucher, wo einst Gladiatoren kämpften. Ein paar Gassen weiter stehen der Augustustempel am alten Forum und der Sergierbogen mitten in der Fußgängerzone. Plane nicht nur für die Arena Zeit ein, sondern für den Weg dorthin: Pula trägt seine Antike so beiläufig, dass man leicht daran vorbeiläuft.
Der zweite Pflichtstopp steht in Poreč und ist von außen unscheinbar: Die Euphrasius-Basilika aus dem 6. Jahrhundert gehört seit 1997 zum UNESCO-Welterbe, und ihr Grund sind die byzantinischen Mosaiken in der Apsis – Goldgrund, in den kleine Glassteine gesetzt sind, sodass die Fläche je nach Lichteinfall zu flimmern scheint. Es ist eines der besterhaltenen Beispiele frühbyzantinischer Sakralkunst außerhalb Ravennas. Steig auf den Glockenturm für den Blick über die Altstadt und die vorgelagerten Inseln, und nimm dir Zeit für den Innenhof mit seinem Atrium.
In Rovinj ist die Sehenswürdigkeit die Stadt selbst: eine venezianische Altstadt, die sich auf eine Halbinsel drängt und in engen Treppengassen zur Kirche der heiligen Euphemia hinaufsteigt. Ihr Glockenturm ist dem Campanile von San Marco nachempfunden, oben dreht sich eine Kupferfigur der Heiligen im Wind. Landeinwärts wartet das zweite Istrien: die Hügeldörfer Motovun und Grožnjan über dem Mirna-Tal, dazu der Limski kanal, ein tief eingeschnittener Meeresarm bei Rovinj, in dem Austern und Miesmuscheln gezüchtet werden.
Für einen freien Tag lohnt der Nationalpark Brijuni, eine Inselgruppe vor Fažana nördlich von Pula: Von dort setzt man mit dem Boot über und erkundet die Hauptinsel, auf der Josip Broz Tito jahrzehntelang Staatsgäste empfing – geblieben sind ein kleiner Safaripark, römische Ruinen und Dinosaurierspuren im Kalkstein. Wer lieber wild unterwegs ist, fährt an die Südspitze zum Kap Kamenjak, einem Naturschutzgebiet mit zerklüfteten Buchten, Macchia und einer einzigen holprigen Schotterpiste, an der man sich einen eigenen Badeplatz sucht.




















