Zadar Sehenswürdigkeiten – Altstadt, Meeresorgel und Sonnengruß
Gegen halb neun morgens liegt das römische Forum noch im Schatten der Mauern, und du hörst deine eigenen Schritte auf den blank getretenen Steinplatten.
Zadars Altstadt sitzt auf einer schmalen Halbinsel, rundum vom Meer und den venezianischen Mauern umschlossen – in einer guten Stunde läufst du sie ab. Das römische Forum aus der Zeit von Kaiser Augustus bildet den offenen Kern, und mittendrin steht die Rundkirche des Heiligen Donatus aus dem 9. Jahrhundert, ein wuchtiger vorromanischer Zylinder aus Stein, dessen Fundamente teils aus antiken Spolien bestehen. Wegen ihrer Akustik finden hier im Sommer Konzerte für Alte Musik statt. Nebenan lohnt der Aufstieg auf den Glockenturm der Kathedrale Sveta Stošija für den Blick über die Dächer bis zu den vorgelagerten Inseln.
Der eigentliche Grund, warum man abends nicht mehr aus Zadar wegkommt, liegt an der Westspitze der Halbinsel: die Meeresorgel des Architekten Nikola Bašić, eröffnet 2005. Unter den breiten Marmorstufen, die zum Wasser hinabführen, stecken Röhren unterschiedlicher Länge – drückt eine Welle Luft hindurch, entstehen tiefe, nie ganz gleiche Orgeltöne. Setz dich einfach auf die Stufen und hör zu; je nach Seegang klingt es mal wie ein Atmen, mal wie ein ganzes Ensemble. Direkt daneben liegt der Sonnengruß, eine kreisrunde Solarfläche im Boden, die tagsüber Strom sammelt und ihn nach Sonnenuntergang in ein Lichtspiel verwandelt.
Zadar ist zudem die Stadt des Maraschino, eines klaren Kirschlikörs aus den Marasca-Kirschen der Umgebung, den die Traditionsbrennerei Maraska seit dem 19. Jahrhundert herstellt – ein kleines Fläschchen macht sich als Mitbringsel besser als jeder Kühlschrankmagnet. Wer Zeit hat, nimmt die Fähre oder das Ausflugsboot zu den nahen Inseln Ugljan und Dugi otok, wo im Naturpark Telašćica steile Klippen ins offene Meer abfallen und der Salzsee Mir warmes, salziges Badewasser bietet. Für die Sehenswürdigkeiten der Altstadt selbst brauchst du kein Auto – park es außerhalb und geh zu Fuß über die Fußgängerbrücke ins Zentrum.
Zwanzig Fahrminuten nördlich lohnt ein Abstecher nach Nin, dem ältesten kroatischen Königsstädtchen, das auf einer winzigen Insel in einer Lagune liegt. Hier steht die Heilig-Kreuz-Kirche aus dem 9. Jahrhundert, oft als kleinste Kathedrale der Welt bezeichnet, und ringsum breiten sich die einzigen wirklich sandigen Strände der Region aus – die Kraljičina plaža, die Königinnenstrand-Bucht, fällt so flach ab, dass Kinder hier weit hinauslaufen können. Nebenan liegt der graue Heilschlamm der Lagune, den man sich traditionell gegen Gelenkschmerzen aufträgt.





















