Region · Kroatien

Süddalmatien

Wo Kroatiens Küste am weitesten nach Süden reicht, umschließt Dubrovniks Stadtmauer die roten Dächer über dem tiefblauen Meer.

1 Städte8 Sehenswürdigkeiten5 Hotels
Überblick

Deine Süddalmatien auf einen Blick

Beste Zeit
Mai–Juni & September; Dubrovnik im Hochsommer sehr voll, Nebensaison angenehmer
Gut für
Kultur & Stadtkulisse (Dubrovnik), Wein & Austern (Pelješac/Ston), Inselruhe (Mljet, Korčula)
Anreise
Flughafen Dubrovnik (ca. 20 km südöstlich der Stadt, nahe Cavtat); Fähren ab Hafen Gruž zu den Inseln
UNESCO-Welterbe
Altstadt von Dubrovnik
Bekannt für
Pelješac-Wein (Plavac Mali), Austern von Ston
Basis
Dubrovnik oder das ruhigere Cavtat; Korčula-Stadt für die Insel
Die Region

Was Süddalmatien ausmacht

Süddalmatien ist der südlichste und ursprünglichste Abschnitt der kroatischen Adria, und alles kreist um Dubrovnik: die komplett begehbare Stadtmauer, den polierten Kalkstein des Stradun und den Blick von der Seilbahn auf dem Srđ über die Altstadt bis Lokrum. Drumherum liegt ein Küstenstück, das man in Ruhe bereist – die Weinhalbinsel Pelješac mit den Steillagen des Plavac Mali und den Austernbänken von Ston, die Insel Korčula mit ihrer venezianischen Altstadt und dem Schwerttanz Moreška, das grüne, halb autofreie Mljet mit seinen zwei Salzseen und dem Inselkloster sowie südlich von Dubrovnik der ruhige Ort Cavtat und das Konavle-Tal. Fähren und die 2022 eröffnete Pelješac-Brücke binden die Inseln und die Halbinsel bequem an – eine Region für Reisende, die Kultur, Wein und Inselwege statt Trubel suchen.

Reiseführer

Süddalmatien von A bis Z

Aktualisiert Juli 2026

Kurz hinter der Pelješac-Brücke wird das Meer rechts breiter, links steigen die Weinterrassen an, und irgendwann taucht am Horizont die dunkle Silhouette von Korčula auf. Süddalmatien beginnt nicht an einem Ortsschild, sondern in dem Moment, in dem die Straße auf die Küste trifft und der Geruch von Pinienharz und Salz ins Auto zieht – am Ende der Fahrt wartet, wenn du willst, die Stadtmauer von Dubrovnik im letzten Licht.

Dubrovnik

Dubrovnik Sehenswürdigkeiten – Stadtmauer, Stradun und Srđ

Wenn um acht Uhr das Pile-Tor öffnet, liegt der Stradun noch im Schatten und du hörst deine eigenen Schritte auf dem blank polierten Kalkstein.

Der Rundgang auf der Stadtmauer ist der erste Programmpunkt, und zwar früh: Rund zwei Kilometer führt der Weg oben auf der Mauer einmal um die Altstadt, vorbei an Türmen und Bastionen, mit ständig wechselndem Blick auf das Meer aus roten Ziegeldächern und die offene Adria dahinter. Es gibt nur wenige Treppenaufgänge und kaum Schatten – geh direkt nach der Öffnung oder in der letzten Stunde vor Sonnenuntergang, nimm Wasser mit und plane gut anderthalb Stunden ein. Das Ticket gilt für den kompletten Rundweg samt der vorgelagerten Festung Lovrijenac.

Unten teilt der Stradun, auch Placa genannt, die Altstadt schnurgerade vom Pile-Tor bis zum Uhrturm. Der Kalkstein ist von Jahrhunderten Fußverkehr spiegelglatt geschliffen. Am westlichen Ende sprudelt der große Onofrio-Brunnen aus dem 15. Jahrhundert, gegenüber steht das Franziskanerkloster mit einer der ältesten noch arbeitenden Apotheken Europas. Von der Hauptachse zweigen enge Treppengassen nach beiden Seiten ab – dort, abseits des Stroms, findest du die kleinen Bars und Konobas, in denen abends die Einheimischen sitzen.

Für den Überblick fährst du mit der Seilbahn auf den Hausberg Srđ, 412 Meter über der Stadt. Von der Bergstation blickst du senkrecht auf die ummauerte Altstadt, auf die Insel Lokrum davor und an klaren Tagen bis zu den Elaphiten und der Halbinsel Pelješac. Am schönsten ist die Fahrt zum Sonnenuntergang; wer sparen will, wandert den Serpentinenweg hinauf. Oben erinnert ein Museum an die Belagerung Dubrovniks in den Neunzigern – ein Teil der Stadtgeschichte, den die glatten Fassaden unten nicht mehr zeigen.

Plane einen Ausflug per Boot auf die Insel Lokrum ein, nur ein paar Bootsminuten vom alten Hafen entfernt: ein Naturreservat mit Pinien, einem alten Benediktinerkloster, einem kleinen Salzsee zum Baden und frei laufenden Pfauen. Wer Game of Thrones kennt, erkennt in Dubrovnik King's Landing wieder – die Treppe der Jesuitenkirche, die Gassen, die Festung Lovrijenac dienten als Kulisse. Für die Altstadt selbst gilt: Kreuzfahrtschiffe spucken vormittags Tausende Tagesgäste aus, also leg die Mauer und die Gassen auf den frühen Morgen oder den späten Nachmittag.

Sehenswürdigkeiten in Süddalmatien

Alle 8 Sehenswürdigkeiten
Insel Korčula

Insel Korčula – Altstadt, Moreška und Weißwein

Von der Fähre aus wirkt Korčula wie ein Schiff aus Stein: Die Altstadt schiebt sich auf einer kleinen Halbinsel ins Wasser, umringt von runden Türmen.

Die Stadt Korčula ist ein Musterbeispiel mittelalterlicher Planung: Von der zentralen Hauptgasse zweigen die Seitengassen im leichten Fischgrätmuster ab – auf der einen Seite gebogen, um den kalten Nordwind Bura zu brechen, auf der anderen gerade, damit die kühlende Sommerbrise Maestral durchzieht. In der Mitte steht die Kathedrale des Heiligen Markus aus hellem Korčula-Stein, den die Insel jahrhundertelang in ganz Dalmatien verkaufte. Ein Rundgang dauert kaum eine Stunde, aber die Stadt lohnt das Bleiben bis zum Abend, wenn die Tagesgäste weg sind.

Korčula führt sich als Geburtsort von Marco Polo – ein Anspruch, den Historiker anzweifeln, den die Insel aber selbstbewusst pflegt: Ein Turm am Altstadtrand wird als sein Geburtshaus gezeigt. Verlässlicher ist die Moreška, ein historischer Schwerttanz, bei dem zwei farbige Heere in einem choreografierten Kampf um eine Braut ringen. Von Mai bis September wird er mehrmals wöchentlich auf einer Freilichtbühne aufgeführt – ein echtes Stück lebendiger Inseltradition und keine Touristennummer.

Die Insel ist auch Weinland. Rund um Čara und Smokvica reift der frische Weißwein Pošip, bei Lumbarda am Ostende der seltene, nur hier heimische Grk auf sandigen Böden. Viele Winzer schenken direkt am Hof aus; ein Nachmittag mit dem Mietwagen oder E-Bike zwischen den Dörfern verbindet Verkostung, Olivenhaine und einsame Kiesbuchten. Reservier die Verkostung besser vorab, gerade bei den kleineren Familienbetrieben.

Nach Korčula kommst du auf zwei Wegen: Die kurze Autofähre setzt von Orebić auf der Halbinsel Pelješac in etwa fünfzehn Minuten nach Dominče bei Korčula-Stadt über und fährt tagsüber im dichten Takt. Alternativ verbinden Katamarane der Jadrolinija und anderer Reeder Dubrovnik direkt mit Korčula – schnell, aber ohne Auto. Wer die Insel erkunden will, nimmt den eigenen Wagen mit; die Strände und Weindörfer liegen weit auseinander.

Pelješac

Pelješac – Weinhalbinsel mit Ston und Austern

Auf der Straße von Ston nach Orebić klettern rechts die Weinterrassen fast senkrecht zum Meer hinunter – hier wächst der dunkelste Rote Dalmatiens.

Pelješac ist die zweitgrößte Halbinsel Kroatiens, schmal, gebirgig und ganz auf Wein und Meer ausgerichtet. In den extremen Steillagen von Dingač und Postup, wo die Reben zwischen bloßem Fels und Adria hängen, reift der Plavac Mali zu einem kräftigen, dunklen Rotwein – der Dingač war 1961 die erste geschützte Herkunftslage Kroatiens. Fahr die kurvige Küstenstraße langsam, halte an einem der Weingüter und probier den Wein dort, wo die Trauben wachsen; viele Konobas verkaufen auch direkt ab Keller.

Am Festlandende der Halbinsel liegt Ston, berühmt für seine Wehrmauer: Über fünf Kilometer zieht sich die mittelalterliche Befestigung über den Hügel und verband einst Ston mit Mali Ston, um die wertvollen Salzpfannen zu schützen. Die Salinen arbeiten bis heute nach jahrhundertealter Methode. Ein Aufstieg auf die Mauer belohnt mit Blick über die Salzbecken und die Bucht – der Weg ist steil und schattenlos, also nicht in der Mittagshitze.

In der Bucht von Mali Ston, wo sich Süßwasser aus Karstquellen mit dem Meer mischt, liegen die bekanntesten Austernbänke Kroatiens. Die europäische Auster wächst hier seit der Antike; in den einfachen Lokalen am Wasser bekommst du sie frisch geöffnet, dazu ein Glas Weißwein und Zitrone – mehr braucht es nicht. Rund um den 19. März, den Tag des heiligen Josef, feiert Ston sein Austernfest. Auch Miesmuscheln kommen frisch aus derselben Bucht.

Die Anreise nach Pelješac hat sich seit 2022 grundlegend geändert: Die neue Pelješac-Brücke überspannt den Meeresarm bei Komarna und verbindet die Halbinsel direkt mit dem kroatischen Festland. Früher musste man auf dem Weg von Split nach Süden den schmalen bosnischen Küstenstreifen bei Neum durchqueren, mit zwei Grenzkontrollen. Heute fährst du durchgehend auf kroatischem Boden – ein spürbarer Zeitgewinn, gerade in der Hauptsaison, und der Grund, warum Pelješac und Korčula bequemer erreichbar sind als je zuvor.

Mljet

Mljet Nationalpark – Salzseen und Inselkloster

Auf Mljet wird es still – kein Rummel, kaum Autos, nur Pinienwald, das Knirschen der Radreifen auf dem Uferweg und zwei Seen, deren Wasser mit dem Meer atmet.

Der Nationalpark im Westen der Insel Mljet schützt einen der grünsten Flecken der Adria: Rund zwei Drittel der langgestreckten Insel sind bewaldet, und im Park liegen zwei durch schmale Kanäle mit dem Meer verbundene Salzseen, das Veliko und das Malo Jezero. Das Wasser ist wärmer und ruhiger als das offene Meer, ideal zum Schwimmen. Ein Uferweg führt rund um die Seen – zu Fuß oder mit dem Fahrrad, das du am Eingang leihen kannst. Autos bleiben weitgehend draußen, das macht den besonderen Frieden der Insel aus.

Mitten im größeren See Veliko Jezero liegt ein winziges Eiland mit einem Benediktinerkloster aus dem 12. Jahrhundert. Ein kleines Parkboot setzt regelmäßig hinüber; im ehemaligen Kloster gibt es heute ein Café, und der Rundgang über das Inselchen dauert kaum eine Viertelstunde. Es ist einer der stillsten Orte Süddalmatiens – ein Klosterhof unter Zypressen, ringsum nur Wasser und Wald. Der Legende nach soll Odysseus sieben Jahre bei der Nymphe Kalypso auf Mljet festgesessen haben; eine Höhle an der Südküste trägt bis heute seinen Namen.

Die meisten kommen als Tagesausflug: Katamarane fahren von Dubrovnik nach Sobra oder direkt nach Polače am Parkeingang, dazu gibt es geführte Bootstouren. Wer die Insel wirklich erleben will, bleibt eine Nacht in Pomena oder Polače – dann gehören dir die Seen am frühen Morgen und nach Abfahrt der Tagesboote am Abend. Das Nationalpark-Ticket schließt Bootstransfer zum Kloster und die Radwege ein; Fahrräder und Kajaks mietest du direkt vor Ort.

Nimm für Mljet feste Schuhe und ausreichend Wasser mit, denn außer in den beiden Häfen gibt es wenig Infrastruktur. Die Kombination aus Baden im warmen See, Radeln im Pinienschatten und dem Bootsausflug zum Kloster füllt bequem einen ganzen Tag. Wer mehr Zeit hat, erkundet auch den Osten der Insel außerhalb des Parks – dort locken einsame Buchten wie die Sandbucht Saplunara ganz im Süden, an der wirklich niemand mehr Trubel erwartet.

Aktivitäten & Touren in Süddalmatien

Cavtat & Konavle

Cavtat und das Konavle-Tal südlich von Dubrovnik

Cavtat liegt eine halbe Bucht südlich vom Flughafen, und wer hier abends an der Promenade sitzt, wundert sich, wie leise es nur wenige Kilometer von Dubrovnik zugeht.

Cavtat ist der ruhige Gegenentwurf zur vollen Altstadt von Dubrovnik: ein Küstenort auf einer bewaldeten Halbinsel, mit einer Uferpromenade voller Palmen, kleinen Booten im Hafen und einem Rundweg um die Landzunge unter Zypressen und Pinien. Weil der Flughafen Dubrovnik gleich nebenan bei Čilipi liegt, ist Cavtat ein beliebter erster oder letzter Standort einer Reise. Von hier fährt tagsüber regelmäßig ein Ausflugsboot nach Dubrovnik – bequemer und schöner als die Straße, und du sparst dir die Parkplatzsuche in der Stadt.

Der Ort hat zwei kulturelle Anziehungspunkte, die weit über seine Größe hinausweisen. Auf dem Friedhofshügel steht das weiße Račić-Mausoleum, entworfen vom bedeutendsten kroatischen Bildhauer Ivan Meštrović – ein streng gebauter Rundbau mit Blick über die Bucht. Unten am Wasser erinnert das Geburtshaus des Malers Vlaho Bukovac, heute ein Museum, an einen der wichtigsten kroatischen Künstler des 19. Jahrhunderts, dessen farbige Wände er teils selbst bemalte.

Hinter Cavtat öffnet sich das Konavle-Tal, der südlichste Zipfel Kroatiens zwischen Meer und der Grenze zu Montenegro. Es ist eine grüne Agrarlandschaft mit Weinbergen, alten Wassermühlen und Dörfern, in denen die traditionelle Konavle-Stickerei und Seidenweberei noch gepflegt werden. Konobas servieren hier Lammfleisch unter der Peka, der gusseisernen Glocke mit Glut, und den eigenen Wein. Eine Fahrt durchs Tal ist der beste Weg, dem Küstentrubel zu entkommen und zu sehen, wovon die Region abseits des Tourismus lebt.

Von Cavtat aus liegen zwei lohnende Tagesziele nah beieinander. Südlich, jenseits der Grenze, erreichst du die Bucht von Kotor in Montenegro in gut einer Stunde – ein fjordartiger Meeresarm mit ummauerten Städtchen. Nördlich lockt Dubrovnik, das du wie beschrieben am besten per Boot ansteuerst. Denk bei Fahrten nach Montenegro an Reisepass oder Personalausweis und die Grenzwartezeiten in der Hauptsaison; sie können sich an heißen Sommertagen deutlich ziehen.

Rundreise

Süddalmatien-Rundreise – die schönste Route in einer Woche

Die klassische Süddalmatien-Schleife passt auf einen Bierdeckel: von Dubrovnik über Pelješac nach Korčula, mit einem Bootstag auf Mljet dazwischen.

Für eine Woche funktioniert diese Route zuverlässig: zwei Nächte Dubrovnik für Altstadt, Stadtmauer und Srđ, dann über die Pelješac-Brücke auf die Weinhalbinsel mit Ston und den Steillagen, weiter per kurzer Fähre von Orebić nach Korčula für zwei Nächte. Von Korčula oder Dubrovnik aus schiebst du einen Bootstag auf Mljet ein, und zum Abschluss verlegst du dich nach Cavtat, günstig am Flughafen für die Heimreise. So siehst du Stadt, Insel, Halbinsel und Nationalpark, ohne jeden Tag den Koffer zu packen.

Denk beim Planen in Fähren, nicht nur in Kilometern. Die Autofähre Orebić–Korčula fährt oft, aber in der Hochsaison bilden sich Warteschlangen; komm früh oder reservier, wo möglich. Für Mljet lohnt der Katamaran ab Dubrovnik, dann brauchst du auf der Insel selbst kein Auto. Rechne generell mit mehr Zeit als die Karte suggeriert: Die Küstenstraßen sind kurvig, hinter jedem Reisebus verlierst du Minuten, und die Grenzformalitäten Richtung Montenegro kosten in der Saison extra.

Zwei bis drei Standquartiere reichen für die ganze Schleife: eines in oder bei Dubrovnik, eines auf Korčula oder Pelješac, optional Cavtat am Ende. Von jedem aus fährst du sternförmig zu den Zielen der Umgebung und schläfst mehrere Nächte im selben Bett. Gerade in Dubrovnik lohnt es sich, außerhalb der Altstadt zu wohnen – in Lapad oder bei Cavtat ist es ruhiger, günstiger und mit Parkplatz, und in die Stadt kommst du per Bus oder Boot.

Wer zehn bis vierzehn Tage hat, dehnt die Runde nach Norden Richtung Mitteldalmatien aus: Über die Brücke und die Küstenstraße erreichst du Split und die Makarska-Riviera in zwei bis drei Stunden, und unterwegs liegen die Elaphiten-Inseln als Bootsausflug bereit. Nach Süden lohnt der Abstecher nach Montenegro in die Bucht von Kotor. Übertreib das Programm nicht – Süddalmatien belohnt eher das langsame Bleiben an einem Ort als das tägliche Weiterziehen.

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Unterkünfte

Hotel, Apartment oder Konoba mit Zimmer – so wohnst du in Süddalmatien

Abends um sieben, wenn die Fassaden der Altstadt noch die Tageswärme abgeben und im Hafen die letzten Boote festmachen, entscheidet sich, ob du drinnen oder draußen schläfst.

In und um Dubrovnik hast du die Wahl zwischen Altstadt und Umland. In den Gassen innerhalb der Mauern wohnst du mittendrin, aber teuer, laut bis spät und ohne Parkplatz – dein Auto muss ohnehin draußen bleiben, und Koffer über Kopfsteinpflaster und Treppen sind Arbeit. Ruhiger und günstiger schläfst du auf der Halbinsel Lapad mit ihren Stränden und Hotels oder gleich in Cavtat, von wo das Boot in die Stadt fährt. Wer die Altstadt bei Nacht und am frühen Morgen erleben will, nimmt dafür bewusst eine Nacht drinnen in Kauf.

Auf den Inseln und der Halbinsel dominieren private Apartments und kleine familiengeführte Häuser. In Korčula-Stadt, in den Weindörfern von Pelješac oder in Orebić findest du Ferienwohnungen mit Meerblick, oft direkt beim Winzer oder Fischer. Das ist die authentischste und meist preiswerteste Variante: eigene Küche für Marktbeute, ein Gastgeber, der dir die beste Bucht verrät, und abends der Wein aus dem Keller unter dir. Die guten Objekte für Juli und August sind früh weg – buche im Winter, nicht im Frühjahr.

Eine dalmatinische Besonderheit ist die Konoba oder das Gasthaus mit Zimmern (sobe / apartmani): einfache, saubere Unterkünfte über oder neben einem Familienlokal, oft ohne großen Komfort, dafür mit hausgemachtem Essen und ehrlichen Preisen. Gerade auf Mljet, in den Dörfern von Pelješac und im Konavle-Tal ist das die typische Wahl. Achte auf die Kurtaxe, die pro Person und Nacht extra anfällt, und darauf, ob Klimaanlage inklusive ist – im Hochsommer ist sie an der Küste kein Luxus.

Fürs Budget gilt die einfache Regel: Dubrovnik ist die teuerste Stadt Kroatiens, alles ringsum deutlich günstiger. Wer in Cavtat, auf Pelješac oder Korčula wohnt und Dubrovnik als Tagesausflug nimmt, spart spürbar, ohne auf Nähe zu verzichten. In der Nebensaison im Mai, Juni und September fallen die Preise für Apartments oft um ein Drittel, und du findest auch kurzfristig noch etwas – ein weiterer Grund, den Hochsommer zu meiden.

Hotels in Süddalmatien

Alle 5 Hotels

Ferienhäuser & Villen mit Pool

Die beliebteste Wahl in der Region — privates Ferienhaus oder Villa mit Pool, oft mitten in den Weinbergen.

Agriturismi & Weingüter

Urlaub auf dem Land: übernachten auf einem Weingut oder Bauernhof, mit Wein und Öl aus eigener Ernte.

Essen & Trinken

Essen und Trinken in Süddalmatien

In der Konoba hebt der Wirt den Deckel der Peka, und unter der gusseisernen Glocke liegt das Lamm, das seit zwei Stunden in der eigenen Glut geschmort hat.

Die Küche Süddalmatiens ist Meeresküche mit mediterranem Kern: Fisch und Meeresfrüchte vom Grill, Tintenfisch, und der schwarze Risotto crni rižot, den Sepia-Tinte tiefschwarz färbt. In der Bucht von Mali Ston auf Pelješac kommen die berühmten Austern frisch aus dem Wasser auf den Teller, dazu Miesmuscheln na buzaru – in Weißwein, Knoblauch und Petersilie gedämpft. Bestell den Fisch nach Gewicht; wie in ganz Dalmatien wird er frisch gewogen und pro Kilo abgerechnet, nicht pro Portion.

Das Landgericht der Region ist die Peka, auch ispod peke oder ispod čripnje genannt: Fleisch – meist Lamm oder Kalb – oder Oktopus mit Kartoffeln, unter einer gusseisernen Glocke in der Glut langsam geschmort. Weil das Stunden dauert, musst du die Peka in vielen Konobas einen halben Tag vorher bestellen; frag am Vortag oder morgens. Das Ergebnis ist zart und rauchig und lohnt jede Vorplanung – ein Essen, das man teilt und für das man sich Zeit nimmt.

Beim Wein spielt Süddalmatien in der ersten Reihe. Der kräftige Rote Plavac Mali von den Steillagen Dingač und Postup auf Pelješac ist der Star, verwandt mit dem kalifornischen Zinfandel. Von Korčula kommen die Weißen Pošip und der seltene Grk, aus Konavle die eigenen Tropfen. Kauf direkt beim Winzer, wo du weniger zahlst als im Handel und die Flasche an einen Ort erinnert. Als Digestif gehört ein Schnaps dazu: Rakija, oft mit Kräutern (Travarica) oder Feigen und Johannisbrot aromatisiert.

Süßes kommt österreichisch-venezianisch beeinflusst daher: Rožata, ein dalmatinischer Karamellpudding ähnlich der Crème caramel, ist der klassische Abschluss, dazu kandierte Orangenschalen (arancini) und getrocknete Feigen. In Dubrovnik lohnt der Weg weg vom Stradun in die Seitengassen und hinauf in die höher gelegenen Viertel: Dort kochen die Konobas für Einheimische, die Preise sind ehrlicher und die Portionen größer als in den Lokalen direkt an der Hauptmeile.

Restaurants in Süddalmatien

Anreise & Mobilität

Anreise nach Süddalmatien – Flug, Fähre und die Pelješac-Brücke

Nach der Landung in Čilipi öffnet sich schon beim Ausrollen der Blick aufs Meer, und zwanzig Minuten später stehst du vor der Stadtmauer von Dubrovnik.

Am schnellsten kommst du mit dem Flugzeug: Der Flughafen Dubrovnik (DBV) bei Čilipi liegt rund zwanzig Kilometer südöstlich der Stadt, direkt bei Cavtat, und wird aus vielen deutschen Städten saisonal direkt angeflogen. Vom Terminal fährt der Flughafenbus in die Stadt und zum Hafen, ein Taxi kostet mehr, ist aber flexibler. Wer die Inseln und Pelješac erkunden will, mietet den Wagen am besten gleich am Flughafen – die Region ist ohne Auto nur eingeschränkt zu bereisen.

Mit dem eigenen Auto ist Süddalmatien die südlichste und am weitesten entfernte Region Kroatiens: Von München über Salzburg, Villach und die kroatische Autobahn bis Ploče und weiter an die Küste rechnest du grob zehn bis zwölf Stunden. Die kroatischen Autobahnen sind mautpflichtig – keine Vignette, du löst Tickets an den Schranken. Für die Anfahrt kommen die österreichische und die slowenische Vignette dazu. Die Pelješac-Brücke selbst ist kostenfrei. Plane die Fahrt über zwei Tage, wenn du entspannt ankommen willst.

Die wichtigste Neuerung der letzten Jahre ist die 2022 eröffnete Pelješac-Brücke: Sie überspannt den Meeresarm bei Komarna und verbindet Süddalmatien durchgehend mit dem übrigen kroatischen Festland. Früher zwang die Landkarte jeden auf dem Weg von Split nach Dubrovnik durch den schmalen bosnischen Korridor bei Neum – mit zwei Grenzkontrollen und Wartezeiten. Heute bleibst du auf kroatischem Boden. Seit Kroatien im Schengen-Raum ist und den Euro nutzt, entfallen zudem Passkontrolle und Geldwechsel an den EU-Binnengrenzen.

Vor Ort brauchst du für die Inseln die Fähren: Die staatliche Jadrolinija und weitere Reeder bedienen die Strecken, etwa die Autofähre Orebić–Korčula und Katamarane von Dubrovnik nach Mljet, Korčula und Lastovo. Fahrpläne wechseln stark zwischen Sommer- und Wintersaison, in der Hochsaison sind Autofähren morgens schnell voll – komm früh oder buche vorab. Für Dubrovniks Altstadt selbst gilt: Sie ist komplett autofrei, park außerhalb der Mauern und geh die letzten Minuten zu Fuß oder nimm den Bus.

Mietwagen

Die schönsten Orte liegen abseits von Bahn und Bus — mit dem Mietwagen bist du flexibel.

Beste Reisezeit & Wetter

Beste Reisezeit für Süddalmatien – Wetter im Jahreslauf

Zwischen Maigrün und Oktobersonne liegt an der südlichen Adria ein halbes Jahr, in dem fast jede Woche eine gute Reisewoche ist – nur der Hochsommer verlangt einen Plan.

Süddalmatien hat ein ausgeprägt mediterranes Klima mit milden, feuchten Wintern und heißen, trockenen Sommern – Dubrovnik zählt zu den sonnenreichsten Orten Kroatiens. Das Meer wärmt sich langsam auf und bleibt bis in den Oktober badewarm, was den Herbst hier besonders macht. Frühling und Herbst sind ideal für Stadt, Inseln und Wanderungen; fürs Baden brauchst du Juni bis September. Die Werte unten gelten für Dubrovnik an der Küste; im Landesinneren des Konavle-Tals sind die Nächte etwas kühler.

Jan12°6°mild, ruhig, viel geschlossen
Feb12°6°kühl, leere Altstadt
Mär15°8°erstes Grün, frisch
Apr18°11°Frühling, angenehm
Mai23°15°warm, ideal für Stadt
Jun27°19°Meer wird warm
Jul30°22°Hochsaison, heiß, voll
Aug30°22°sehr heiß, am vollsten
Sep26°19°warmes Meer, ruhiger
Okt22°15°mild, gutes Badewetter
Nov17°11°regenreich, still
Dez13°8°mild, viel geschlossen

Beste Reisezeit · Balken = Tageshöchstwert

Die beste Reisezeit für Süddalmatien sind Mai, Juni, September und der frühe Oktober: warm genug zum Baden, angenehm für die Stadtmauer und die Inselwege, und ohne den Andrang der Kreuzfahrtsaison. Den Juli und August überlässt du besser den reinen Strandurlaubern – Dubrovnik ist dann heiß, voll und teuer. Wer nur Kultur und Wandern sucht, reist im April oder späten Oktober und hat die Altstadt fast für sich.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zu Süddalmatien

Wie viele Tage braucht man für Süddalmatien?
Für einen ersten Überblick plane eine Woche: zwei Tage Dubrovnik, dazu Pelješac mit Ston, die Insel Korčula und einen Bootstag auf Mljet. Mit zehn bis vierzehn Tagen hängst du Cavtat, das Konavle-Tal und einen Abstecher nach Montenegro oder Mitteldalmatien an, ohne täglich umziehen zu müssen.
Braucht man in Süddalmatien ein Auto?
Für Dubrovnik allein nicht – die Altstadt ist autofrei und per Boot und Bus gut erreichbar. Für Pelješac, das Konavle-Tal und die Weindörfer von Korčula lohnt ein Mietwagen sehr, weil Busse selten fahren. Auf Mljet und in den Altstädten selbst brauchst du dagegen kein Auto.
Wie kommt man von Dubrovnik nach Korčula?
Zwei Wege: Mit dem Auto über die Pelješac-Brücke bis Orebić und dann per kurzer Autofähre in etwa fünfzehn Minuten nach Korčula, oder ohne Auto direkt per Katamaran von Dubrovnik nach Korčula-Stadt. In der Hochsaison bilden sich an der Autofähre Warteschlangen – komm früh.
Lohnt sich der Mljet Nationalpark als Tagesausflug?
Ja. Katamarane fahren von Dubrovnik nach Polače und Sobra, und ein Tag reicht für die beiden Salzseen, die Bootsfahrt zum Inselkloster und eine Radtour am Ufer. Wer die Insel morgens und abends ohne Tagesgäste erleben will, bleibt aber besser eine Nacht in Pomena oder Polače.
Was kann man auf Pelješac machen?
Pelješac ist Weinland: Probier den Rotwein Plavac Mali in den Steillagen Dingač und Postup, besichtige die über fünf Kilometer lange Wehrmauer von Ston und iss frische Austern in der Bucht von Mali Ston. Dazu kommen ruhige Kiesbuchten und Windsurf-Spots rund um Viganj bei Orebić.
Ist Dubrovnik teuer?
Ja, Dubrovnik ist die teuerste Stadt Kroatiens, besonders in der Altstadt und in der Hochsaison. Du sparst deutlich, wenn du in Lapad, Cavtat oder auf den Inseln wohnst und Dubrovnik als Tagesausflug nimmst. In der Nebensaison im Mai, Juni und September fallen die Preise für Unterkünfte oft um ein Drittel.
Was kostet der Rundgang auf der Stadtmauer von Dubrovnik?
Der Eintritt für den kompletten Mauerrundgang samt Festung Lovrijenac ist der teuerste Einzelposten in der Stadt und liegt im zweistelligen Euro-Bereich pro Person; die Dubrovnik Card mit Bus- und Museumseintritten kann sich rechnen. Genaue Preise ändern sich jährlich – prüfe sie vor der Reise auf der offiziellen Seite.
Wann ist die beste Reisezeit für Süddalmatien?
Mai, Juni, September und der frühe Oktober: 22 bis 27 Grad, warmes Meer und weniger Andrang als im Hochsommer. Für reinen Badeurlaub sind Juli und August am verlässlichsten, aber heiß und voll. Für Stadt und Wandern sind auch April und der milde Oktober mit rund 20 Grad angenehm.
Braucht man für Kroatien noch Euro wechseln oder eine Grenzkontrolle?
Nein. Kroatien gehört seit 2023 zum Euro-Raum und zum Schengen-Gebiet, an der EU-Binnengrenze etwa aus Slowenien entfällt die Passkontrolle. Für Abstecher nach Montenegro brauchst du dagegen Reisepass oder Personalausweis und musst mit Grenzwartezeiten in der Saison rechnen.
Was ist die Pelješac-Brücke und warum ist sie wichtig?
Die 2022 eröffnete Pelješac-Brücke verbindet die Halbinsel Pelješac direkt mit dem kroatischen Festland. Früher musste man von Split nach Süden den schmalen bosnischen Küstenstreifen bei Neum mit zwei Grenzkontrollen durchqueren. Heute fährst du durchgehend auf kroatischem Boden – ein spürbarer Zeitgewinn nach Dubrovnik.
Kann man in Süddalmatien gut baden?
Ja. Die Strände sind meist Kies oder Fels mit klarem Wasser: rund um Dubrovnik der Banje-Strand und die Buchten von Lapad, auf Mljet die warmen Salzseen und die Sandbucht Saplunara, auf Korčula die Sandstrände bei Lumbarda (Vela Pržina). Das Meer bleibt von Juni bis in den Oktober badewarm.
Lohnt sich ein Ausflug nach Montenegro von Dubrovnik aus?
Für viele ja: Die Bucht von Kotor mit den ummauerten Städtchen Kotor und Perast erreichst du von Cavtat aus in gut einer Stunde. Nimm Reisepass oder Personalausweis mit und plane die Grenzwartezeit ein, die sich an heißen Sommertagen deutlich ziehen kann. Ein voller Tag reicht für Bucht und Altstadt.
Ist Korčula wirklich der Geburtsort von Marco Polo?
Belegt ist es nicht – Historiker halten Venedig für wahrscheinlicher. Korčula pflegt den Anspruch aber selbstbewusst und zeigt einen Turm als sein Geburtshaus. Sicherer verbürgt ist der historische Schwerttanz Moreška, der im Sommer mehrmals wöchentlich in der Altstadt aufgeführt wird.
SüddalmatienWo Kroatiens Küste am weitesten nach Süden reicht, umschließt Dubrovniks Stadtmauer die roten Dächer über dem tiefblauen Meer.

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