Faro wird von vielen Reisenden nur als Ankunftsort wahrgenommen, weil hier der wichtigste Flughafen der Algarve liegt. Wer sich davon nicht abschrecken lässt, entdeckt eine Stadt, die ihren portugiesischen Charakter behalten hat – ohne das touristische Hochglanzkleid mancher Küstenorte weiter westlich. Das Herzstück ist die Cidade Velha, die von einer alten Stadtmauer umschlossene Altstadt. Durch den klassizistischen Arco da Vila betritt man ein Gassengeflecht aus Kopfsteinpflaster, das zur Kathedrale Sé führt. Vom Glockenturm der Sé reicht der Blick über die ockerfarbenen Dächer bis hinaus zum Wasser, und auf den Türmen nisten Störche, die zum vertrauten Stadtbild gehören. Vor der Stadt erstreckt sich der Naturpark Ria Formosa, ein weitläufiges Schutzgebiet aus Lagunen, Salzwiesen, Wattflächen und vorgelagerten Sandinseln. Es ist ein Paradies für Wasservögel, darunter Flamingos und Löffler, und lässt sich am besten per Boot oder auf Holzstegen erkunden. Von Faro aus erreicht man mit kleinen Fähren die Ilha do Farol, die Ilha Deserta oder den Praia de Faro – ruhige Strände, die nicht überlaufen sind. Kulturell fällt das Capela dos Ossos auf, eine kleine Kapelle, deren Wände mit menschlichen Gebeinen verkleidet sind – ein eindringliches Memento mori im Innern der Igreja do Carmo. Wer abends durch die Rua de Santo António schlendert, findet Tascas und Restaurants, in denen frischer Fisch, Cataplana und die für die Region typischen Muscheln serviert werden. Faro ist damit kein reiner Durchgangsort, sondern ein guter Ausgangspunkt, um die Algarve abseits der großen Badebetriebe kennenzulernen.






