Die schönsten Strände in Lagos von Meia Praia bis Porto de Mós
Die Buchten unter den Klippen sind klein, und bei auflaufendem Wasser werden sie noch kleiner – wer Platz braucht, geht nach Osten an die Meia Praia.

Die berühmten Postkartenbuchten liegen alle südlich der Stadt, auf dem Weg zur Ponta da Piedade. Auf halber Strecke dorthin, zwischen Praia dos Estudantes und Praia Dona Ana, liegt die kleine Praia do Pinhão, erreichbar über einen unscheinbaren Pfad und bei Ebbe auch am Fels entlang von Estudantes aus – weshalb dort selbst im August oft weniger los ist. Die Praia Dona Ana ist die größte der Buchten, eingerahmt von honigfarbenen Felsblöcken, die aus dem Wasser ragen; seit einer Sandaufspülung ist sie deutlich breiter als auf älteren Fotos, hat dadurch aber etwas von ihrem eingeschlossenen Charakter verloren. Ein Stück weiter südlich führt eine lange Holztreppe hinunter zur Praia do Camilo, die eigentlich aus zwei kleinen Buchten besteht: Die zweite erreichst du durch einen kurzen Tunnel im Fels. Für alle drei gilt dasselbe: Handtuch früh legen, Sonnenschirm mitbringen, denn Schatten gibt es nur, solange die Klippe ihn wirft.
Direkt vor der Altstadt, unterhalb des Forte da Ponta da Bandeira, liegt die Praia da Batata – der Stadtstrand, den du in fünf Minuten vom Praça do Infante Dom Henrique erreichst. Sie ist klein und im Sommer voll, hat aber einen Vorteil, den keine andere Bucht bietet: Von der Altstadt zum Wasser sind es keine Umwege. Am westlichen Ende führt ein in den Fels gehauener Durchgang zur benachbarten Praia dos Estudantes, über der ein Felsbogen wie eine kleine Brücke steht. Wer mit Kindern unterwegs ist und nur ein paar Stunden Sand zwischen Museum und Mittagessen einschieben will, ist hier richtig – für einen ganzen Strandtag ist der Platz allerdings knapp.
Östlich der Marina beginnt die Meia Praia und läuft von dort gut vier Kilometer flach die Bucht entlang, bis in die Nähe der Ria de Alvor. Das ist der Strand für alle, die Weite brauchen: Sand statt Fels, flach abfallendes Wasser, hinter den Dünen ein Holzsteg, und je weiter du nach Osten läufst, desto leerer wird es. Weil hier nichts vor dem Wind schützt, ist die Meia Praia im Sommernachmittag der Ort für Kite- und Windsurfer, während die Klippenbuchten im Windschatten liegen. Ein paar Strandrestaurants verteilen sich über die Länge, dazwischen liegen lange Abschnitte ohne jede Infrastruktur – wer dort hingeht, nimmt Wasser mit.
Nach Westen schließt hinter der Ponta da Piedade die Praia do Porto de Mós an, ein langer Goldsandstrand unter steilen Klippen mit ordentlicher Parkfläche und einem Aufgang zum Klippenweg. Sie ist die entspannte Alternative zu Dona Ana: fast so schön, deutlich größer, und weil sie nicht in jedem Reiseführer als Motiv auftaucht, auch im Hochsommer erträglich. Wer noch weiter fährt, erreicht in wenigen Minuten die Praia da Luz und dahinter Burgau und Salema, kleine Küstenorte mit eigenen Buchten. Zwei praktische Hinweise für alle Strände hier: Prüfe die Gezeiten, bevor du eine kleine Bucht ansteuerst, und rechne im Atlantik auch im August nur mit rund zwanzig bis zweiundzwanzig Grad Wassertemperatur – hier ist es spürbar kühler als an der Ostalgarve.














