Die Strände von Faro liegen auf den Inseln der Ria Formosa
In Faro selbst gibt es keinen Strand – zwischen der Stadt und dem Atlantik liegt erst einmal die Lagune, und über die musst du hinüber.

Der naheliegendste ist die Praia de Faro auf der schmalen Ilha de Faro, einer Nehrung westlich der Stadt, die über eine einspurige Brücke mit dem Festland verbunden ist. Auf der einen Seite der Sandzunge rollt der Atlantik an, auf der anderen liegt das stille Wasser der Lagune – ein Unterschied, den vor allem Familien schätzen, weil die Ria-Seite flach, warm und wellenlos ist. Rund um den Brückenkopf drängen sich Strandbars, Fischlokale und niedrige Ferienhäuser, dahinter läuft der Sand nach Westen kilometerweit aus, und je weiter du gehst, desto leerer wird es. Eine Stadtbuslinie verbindet Zentrum, Flughafen und Strand, und weil die Parkplätze an der Brücke im Sommer früh voll sind, ist der Bus meist die entspanntere Wahl.
Die zweite Adresse erreichst du nur per Boot. Die Ilha Deserta, offiziell Ilha da Barreta, ist die südlichste der Inseln vor Faro und die einzige ohne Ortschaft – kein Haus, keine Straße, nur Dünen, ein Holzsteg und ein einziges Restaurant am Anleger. Ihre Südspitze, das Cabo de Santa Maria, gilt als südlichster Punkt Kontinentalportugals. Genau das macht den Reiz aus und ist zugleich der Haken: Außer diesem einen Lokal gibt es weder Schatten noch Geschäft. Nimm Wasser, Sonnenschutz und einen Hut mit, plane die Rückfahrt mit dem vorletzten statt dem letzten Boot ein, und rechne damit, dass ein Teil der Insel als Schutzzone ausgewiesen und nicht begehbar ist.
Wer lieber ein Dorf im Rücken hat, fährt auf die Ilha da Culatra. Im Westen der Insel liegt Farol mit dem hohen Leuchtturm, im Osten das Fischerdorf Culatra; beide ohne Autos, dafür mit Sandwegen, Stegen und Booten, die im Watt liegen. Der Strand auf der Atlantikseite ist breit, grobkörnig und muschelreich und selbst im August nicht überfüllt, weil er nur über die Fähre erreichbar ist. Zu essen gibt es in beiden Orten einfache Lokale mit Muscheln, gegrilltem Fisch und Bier – mehr Infrastruktur brauchst du für einen Inseltag nicht, aber mehr gibt es auch nicht.
Ein paar Dinge gelten für alle diese Strände. Das Wasser an der Ostalgarve ist ein paar Grad wärmer als an der Westküste um Sagres, im Spätsommer liegt es angenehm über zwanzig Grad, im Frühjahr eher darunter – der Atlantik bleibt auch hier kein Mittelmeer. Bewacht wird nur ein Teil der Abschnitte und nur in der Badesaison; achte auf die Flaggen und auf die Strömung an den Einfahrten zwischen den Inseln, wo das Wasser mit den Gezeiten durchschießt. Und die Lagune selbst ist kein Badegewässer im klassischen Sinn: Zwischen Stadt und Insel liegen Fahrrinnen, dazu Muschelbänke und Wattflächen, die bei ablaufendem Wasser trockenfallen.














