Wer in Bad Aussee dem alten Salz nachspüren will, fährt hinauf nach Altaussee zum Eingang des Salzbergwerks am Fuß des Sandling. Schon der Moment, in dem man den groben Bergmannskittel überstreift und durch das niedrige Stollenmundloch in den Berg tritt, verändert die Stimmung: Draußen das Ausseerland mit seinen grünen Hängen, drinnen kühle, gleichbleibende Luft und das gedämpfte Echo der eigenen Schritte. Die Führung nimmt einen mit auf eine Reise, die zugleich Geologie, Handwerk und ein dunkles Kapitel europäischer Geschichte verbindet. Tief im Stollen geht es vorbei an glänzenden Salzadern, die im Lampenlicht aufblitzen. Höhepunkt für viele sind die hölzernen Bergmannsrutschen, auf denen man wie die Knappen früherer Generationen in tiefere Sohlen gleitet – ein Erlebnis, das vor allem Familien begeistert. Weiter unten öffnet sich ein unterirdischer Salzsee, dessen spiegelglatte Fläche mit Licht- und Toninszenierung in Szene gesetzt wird. Eindrucksvoll ist auch die im Berg eingerichtete Kapelle der Barbara, der Schutzpatronin der Bergleute. Besonders bewegend ist die Geschichte, die das Salzbergwerk Altaussee weltbekannt gemacht hat: In den letzten Kriegsjahren lagerten die Nationalsozialisten hier tausende geraubte Kunstwerke in den trockenen, klimastabilen Stollen ein – darunter Meisterwerke von europäischem Rang. Dass diese Schätze am Kriegsende vor der drohenden Sprengung gerettet wurden, ist Teil jeder Führung und macht den Rundgang zu mehr als einer reinen Bergwerkstour. Der Besuch ist gut planbar: Die Temperatur im Berg bleibt das ganze Jahr über konstant kühl, festes Schuhwerk und eine Jacke sind sinnvoll. Familien mit Kindern, Geschichtsinteressierte und alle, die das Ausseerland abseits der Seen erkunden möchten, kommen hier gleichermaßen auf ihre Kosten. Wer Tickets im Voraus sichert und die Öffnungszeiten beachtet, vermeidet Wartezeiten an stark besuchten Tagen.
Nach dem Anlegen der Bergmannskleidung geht es in den Berg hinein – vorbei an glänzenden Salzadern, über hölzerne Rutschen in tiefere Sohlen, hin zu einem inszenierten Salzsee und der Barbarakapelle. Die geführte Tour verbindet Bergbau-Handwerk mit der Geschichte der geretteten Kunstschätze.
Das Salzbergwerk am Sandling prägt das Ausseerland seit Jahrhunderten durch den Salzabbau. Internationale Bekanntheit erlangte es während des Zweiten Weltkriegs: In den klimastabilen Stollen lagerten die Nationalsozialisten tausende geraubte Kunstwerke ein, die am Kriegsende vor der Zerstörung bewahrt werden konnten.
