Wer von Bad Aussee aus den schmalen Weg Richtung Altaussee einschlägt, bemerkt schon nach wenigen Minuten, wie die Luft kühler und die Stille dichter wird. Der Altausseer See empfängt seine Besucher nicht mit großem Aufwand, sondern mit einer fast eigenwilligen Zurückhaltung: Das Wasser liegt dunkelgrün zwischen steilen Felswänden, der Loser im Norden und die Trisselwand im Süden rahmen das Becken so eng ein, dass der Horizont verschwunden scheint. Genau diese Enge ist es, die den See so unvergesslich macht. Das Wasser des Altausseer Sees gilt als außergewöhnlich klar und kalt – gespeist von unterirdischen Quellen aus dem umliegenden Kalkgebirge. Schon im 19. Jahrhundert zog die Landschaft Maler, Dichter und Sommerfrischler an; Schriftstellerinnen wie Emilie Mataja und später Hugo von Hofmannsthal verbrachten Sommer in Altaussee. Das Dorf und sein See wurden zu einem diskreten Refugium für jene, die Abstand zur Stadt suchten, ohne auf Gesellschaft zu verzichten. Besonders bekannt ist der Altausseer See auch durch seine Rolle im Zweiten Weltkrieg: In den Salzbergwerken oberhalb des Sees lagerten die Nationalsozialisten geraubte Kunstwerke aus ganz Europa – darunter Werke aus dem Kunsthistorischen Museum Wien und den Uffizien. Dass diese Schätze gerettet wurden, verdankt sich mutigen Einheimischen, die kurz vor Kriegsende die Sprengung der Stollen verhinderten. Heute erinnert das Salzbergwerk Altaussee an dieses Kapitel. Der Rundweg um den See ist einer der schönsten kurzen Wanderungen im Salzkammergut. Er führt mal dicht am Ufer entlang, mal leicht erhöht durch Fichtenwald, und bietet immer wieder Durchblicke auf das Wasser, das je nach Lichteinfall zwischen Smaragdgrün und Stahlblau wechselt. Früh morgens, wenn noch kein Wind geht, spiegelt die Oberfläche die Felswände so exakt, dass oben und unten kaum zu unterscheiden sind. Wer ein Boot mietet oder mit dem Tretboot unterwegs ist, erlebt den See noch einmal anders – leiser, intimer, näher am Wasser. Baden ist am Altausseer See möglich, allerdings bleibt das Wasser auch im Hochsommer kühl. Wer das schätzt, findet an den Badestellen ruhige Plätze abseits des großen Andrangs, der andere Salzkammergut-Seen im Juli und August prägt.
Ein ruhiger, naturbelassener Bergsee mit klarem Wasser, einem gut begehbaren Rundweg und eindrucksvoller Kulisse aus Kalkfelswänden. Kein touristischer Rummel, aber einfache Infrastruktur wie Gasthäuser und Bootsverleih direkt am Ufer.
Der Altausseer See war schon im 19. Jahrhundert ein beliebter Sommerfrischort für Künstler und Intellektuelle aus Wien. Weit über die Region hinaus bekannt wurde er durch die Ereignisse des Zweiten Weltkriegs: Die Nationalsozialisten nutzten die weitverzweigten Salzbergwerke oberhalb des Sees als Depot für geraubte Kunstwerke aus ganz Europa. Kurz vor Kriegsende verhinderten mutige Einheimische die geplante Sprengung der Stollen und retteten damit unschätzbare Kulturgüter. Das Salzbergwerk Altaussee erinnert heute an dieses Kapitel.
