Wer durch die Altstadt von Villach schlendert, sieht den Turm der Stadtpfarrkirche St. Jakob schon von Weitem: Mit rund 95 Metern Höhe überragt er alles in der Stadt und markiert seit Jahrhunderten das Zentrum des städtischen Lebens. Der Turm ist nicht nur ein architektonisches Ausrufezeichen, sondern auch begehbar — von der Aussichtsplattform aus öffnet sich ein Panorama über die Dächer Villachs, den Ossiacher See und die umliegenden Karawanken, das man so schnell nicht vergisst.
Das Kircheninnere empfängt Besucher mit dem kühlen Halbdunkel einer spätgotischen Hallenkirche. Der Bau geht in seinen Grundzügen auf das 14. und 15. Jahrhundert zurück, wurde jedoch über die Epochen hinweg immer wieder erweitert und verändert. Besonders beeindruckend ist das spätgotische Netzrippengewölbe, das sich wie ein steinernes Spinnennetz über das dreischiffige Langhaus spannt. Wer den Blick nach unten richtet, entdeckt in den Bodenplatten die Grabinschriften längst verstorbener Villacher Bürger — Geschichte zum Anfassen, buchstäblich unter den Füßen.
Zu den kunsthistorisch bedeutendsten Objekten zählt das große Fresko an der Nordwand: eine Darstellung des Jüngsten Gerichts aus dem 15. Jahrhundert, die in ihrer Detailfülle und Farbintensität noch heute beeindruckt. Auch der barocke Hochaltar und die seitlichen Kapellen mit ihren Votivtafeln erzählen von den Jahrhunderten, in denen St. Jakob Mittelpunkt des religiösen Lebens der Stadt war.
Ein Besuch lässt sich gut mit einem Spaziergang durch die unmittelbar angrenzende Fußgängerzone und den Hauptplatz verbinden. Wer morgens kommt, erlebt die Kirche im ruhigsten Zustand: Das Licht fällt dann durch die hohen Fenster in langen Bahnen auf das Pflaster, und die Stille ist fast greifbar. An Markttagen und in den Sommermonaten wird es im Umfeld belebter — wer Ruhe sucht, ist früh dran am besten aufgehoben.