Wer verstehen will, wie aus einer römischen Siedlung am Drauufer eine der bedeutendsten Städte Kärntens wurde, findet im Museum der Stadt Villach die richtigen Antworten. Das Haus liegt in der Altstadt, eingebettet in eine Häuserzeile, die selbst schon Geschichte atmet. Schon der Eingang signalisiert: Hier wird kein steriler Überblick geboten, sondern eine Begegnung mit dem, was Villach über Jahrhunderte geprägt hat.
Die Dauerausstellung führt chronologisch durch die Stadtgeschichte – von den Spuren der Römerzeit über das mittelalterliche Villach als wichtigen Handelsknoten auf der Route zwischen dem Adriaraum und dem Norden bis hin zu den Umbrüchen des 19. und 20. Jahrhunderts. Besonders eindrücklich ist der Abschnitt, der sich mit dem Erdbeben von 1348 befasst, einem der stärksten je in den Alpen verzeichneten Beben, das weite Teile der Region verwüstete und das städtische Leben nachhaltig veränderte. Originale Fundstücke, Karten und Modelle machen diese Epochen greifbar, ohne dass man ein Vorwissen mitbringen müsste.
Ein eigenes Kapitel widmet das Museum dem Villacher Fasching, dem traditionsreichsten Faschingsumzug Österreichs. Kostüme, Requisiten und Fotografien aus vergangenen Jahrzehnten zeigen, wie tief dieses Fest in der städtischen Identität verankert ist – und wie es sich über die Zeit verändert hat. Wer im Februar nicht vor Ort sein kann, bekommt hier zumindest einen lebendigen Eindruck davon, was die Stadt jedes Jahr in Bewegung versetzt.
Der Rundgang ist gut zu Fuß zu bewältigen und lässt sich in ein bis zwei Stunden absolvieren, je nachdem wie intensiv man sich mit den einzelnen Stationen beschäftigt. Die Räume sind übersichtlich gegliedert, die Texte auch für Kinder verständlich aufbereitet. Familien mit schulpflichtigen Kindern finden hier einen sinnvollen Einstieg in die Regionalgeschichte Kärntens – konkreter und anschaulicher als jedes Schulbuch.