Wer einmal auf dem Dobratsch gestanden hat, versteht, warum dieser Berg die Kärntner so stolz macht. Mit 2.166 Metern Höhe überragt er das Villacher Becken wie ein natürlicher Aussichtsturm – und die Villacher Alpenstraße ist der Schlüssel dazu. Sie windet sich in engen Kehren vom Stadtrand Villachs hinauf in eine Welt aus Latschen, Almwiesen und weitem Himmel, bevor der eigentliche Wanderweg zum Gipfel beginnt.
Der Tag startet am besten früh, wenn die Täler noch im Morgendunst liegen und die Alpenstraße noch kaum befahren ist. Bereits auf der Fahrt hinauf öffnen sich an den Aussichtspunkten erste Blicke über den Faaker See und die Karawanken – Vorgeschmack auf das, was oben wartet. Am Parkplatz nahe der Bergstation wechselt man vom Fahrzeug auf den Wanderweg: Der Pfad zum Dobratschgipfel führt über gut markierte Steige durch den Naturpark Dobratsch, vorbei an den charakteristischen Felsbrocken des Bergsturzes von 1348, der die gesamte Südseite des Massivs geprägt hat.
Unterwegs begegnet man immer wieder kleinen Almflächen, auf denen im Sommer Kühe grasen, und der Blick weitet sich mit jedem Höhenmeter. Die Julischen Alpen im Süden, der Wörthersee im Osten, der Ossiacher See im Norden – das Panorama vom Gipfelkreuz des Dobratsch gehört zu den eindrucksvollsten in ganz Österreich. Wer genau hinschaut, erkennt bei klarer Sicht sogar den Triglav, den höchsten Berg Sloweniens.
Nach der Gipfelrast – am besten mit einem mitgebrachten Jausenbrettl – führt der Abstieg entweder auf demselben Weg zurück oder über Alternativrouten durch den Naturpark, die an der Dobratsch-Alm vorbeikommen. Der gesamte Aufstieg ab Parkplatz dauert je nach Kondition und Routenwahl zwischen zwei und drei Stunden, der Abstieg entsprechend. Die Villacher Alpenstraße selbst ist mautpflichtig; wer zu Fuß oder mit dem Rad von Villach aufsteigt, erlebt eine noch intensivere Begegnung mit dem Berg.