Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Villach
Die Altstadt passt in ein Rechteck von wenigen hundert Metern, und der Turm in ihrer Mitte zeigt dir von oben, wie der Rest zusammenhängt.
Der Hauptplatz Villach ist kein Platz im üblichen Sinn, sondern eine breite, leicht ansteigende Zeile, die von der Draubrücke nach Süden führt und an beiden Seiten von Bürgerhäusern mit Laubengängen, Durchgängen und Innenhöfen gesäumt wird. An seinem oberen Ende steht die Stadtpfarrkirche St. Jakob, eine spätgotische Hallenkirche mit Netzrippengewölbe, einer Renaissancekanzel und einer ganzen Reihe von Grabdenkmälern der Khevenhüller, jener Familie, die als Amtsträger des Hochstifts Bamberg im 16. Jahrhundert die Geschicke der Stadt lenkte und die Kirche jahrzehntelang protestantisch führte. Stadtherr war Villachs eigentlicher Sonderfall: Von 1007 bis 1759 gehörte die Stadt dem fernen Hochstift Bamberg in Franken, verwaltet durch dessen Vizedome, ehe Maria Theresia die Herrschaft ankaufte – gut 750 Jahre, in denen Villach kärntnerisch lebte und bambergisch regiert wurde. Der Stadtpfarrturm daneben misst 94 Meter und ist damit der höchste Kirchturm Kärntens. Über eine enge Wendeltreppe mit 239 Stufen kommst du in der wärmeren Jahreshälfte an der alten Türmerwohnung vorbei auf die Galerie, von der aus Drau, Dobratsch und Karawanken auf einen Blick liegen – der beste erste Programmpunkt, weil du danach jede Richtung einordnen kannst.
Ein paar Schritte weiter westlich sitzt in einem alten Stadtpalais an der Widmanngasse das Museum der Stadt Villach – ein Saisonhaus, das von Anfang Mai bis Anfang November offen hat und den Winter über geschlossen bleibt. Kein großes Haus, aber ein gut sortiertes, mit Stadtgeschichte vom Mittelalter bis in die Gegenwart, gotischen Tafelbildern und Skulpturen aus Villacher Werkstätten und der Erinnerung an Paracelsus, dessen Vater ab 1502 als Stadtarzt hier arbeitete und in dessen Haushalt der spätere Arzt und Alchemist seine Jugend verbrachte. Wer danach Zusammenhang sucht, geht in den Schillerpark am Rand der Altstadt, wo unter einem eigenen Dach das Relief von Kärnten steht: ein rund 180 Quadratmeter großes Landschaftsmodell des gesamten Bundeslandes, an dem Josef Hafner jahrzehntelang gearbeitet hat. Es ist nur in der warmen Jahreshälfte zugänglich und die beste Vorbereitung auf jede Rundfahrt, weil Täler, Seen und Pässe erstmals im Verhältnis zueinander liegen.
Nordöstlich der Stadt, auf einem Felsrücken zwischen Drau und Ossiacher See, steht die Burgruine Landskron. Die Anlage war im 16. Jahrhundert ein repräsentativer Renaissancesitz, brannte im 19. Jahrhundert nach einem Blitzschlag aus und liegt seither offen – was ihr nichts nimmt, weil die Mauern heute vor allem als Aussichtsterrasse dienen. Im Burghof zeigt die Adler-Arena in der Saison Flugvorführungen mit Greifvögeln, direkt am Hang darunter lebt im Affenberg eine Gruppe frei laufender Japanmakaken in einem großen Waldgehege. Südöstlich der Altstadt, kurz vor der Stelle, an der die Gail in die Drau mündet, lohnt die Wallfahrtskirche Maria Gail den Umweg: romanischer Kern, mittelalterliche Fresken und ein spätgotischer Flügelaltar von 1505/15, das späte Hauptwerk der Villacher Schule, den kaum ein Tagesgast auf dem Zettel hat.
Der zweite große Block liegt im Süden. In Warmbad-Villach tritt seit der Römerzeit Thermalwasser mit knapp 30 Grad aus dem Karst, gefasst in der KärntenTherme und in den Urquellbecken der alten Kurhäuser, in denen das Wasser durch den Beckenboden nach oben steigt. Im Wald darüber sammelt sich nach der Schneeschmelze das Maibachl, eine unregelmäßig fließende warme Quelle mitten im Bachbett, in der du gratis badest, wenn genug Wasser aus dem Berg kommt. Und über allem steht der Dobratsch, an dessen Flanke eine Mautstraße in weiten Kehren bis zur Rosstratte auf 1.732 Meter führt – den Gipfel selbst erreichst du nur zu Fuß. Wer nur einen Tag hat, nimmt Turm, Museum und Altstadt; wer zwei hat, hängt Warmbad und den Berg an.















