Viana do Castelo liegt dort, wo der Rio Lima in den Atlantik mündet, und trägt den Reichtum aus der Zeit der portugiesischen Entdecker bis heute in seinen Fassaden. Die Stadt an der Costa Verde im äußersten Norden des Landes verbindet maritime Geschichte, prunkvolle Architektur und gelebte Minho-Tradition auf entspannte Weise. Das Herz der Altstadt bildet die Praça da República mit ihrem Renaissance-Brunnen und dem filigranen Gebäude der Misericórdia. In den umliegenden Gassen reihen sich manuelinische Portale, herrschaftliche Stadthäuser und kleine Plätze, auf denen das Leben der Stadt stattfindet. An Festtagen, besonders zur großen Romaria de Nossa Senhora da Agonia im August, zeigen die Einheimischen die golddurchwirkten Trachten und den traditionellen Filigranschmuck des Minho. Über der Stadt thront auf dem Monte de Santa Luzia die neobyzantinische Basilika gleichen Namens. Eine historische Standseilbahn führt hinauf, und vom Vorplatz öffnet sich ein weiter Blick über die Flussmündung, die Stadt und die Atlantikküste – ein Panorama, das früh internationalen Ruhm erlangte. Viana ist zugleich Stadt am Wasser. Über die eiserne Brücke, die nach Plänen aus dem Umfeld Gustave Eiffels entstand, gelangt man ans gegenüberliegende Ufer zum weiten Surferstrand Praia do Cabedelo. Kulinarisch dreht sich vieles um den Bacalhau, den getrockneten Stockfisch, und um frischen Fisch aus dem Atlantik, begleitet vom leichten Vinho Verde der Region. So verbindet Viana do Castelo nordportugiesische Tradition und Meer so selbstverständlich wie kaum eine zweite Stadt.



