Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Braga
Das historische Zentrum passt in einen Kreis von kaum einem Kilometer Durchmesser – alles Weitere liegt östlich auf den Hügeln und ist eine kurze Busfahrt entfernt.
Der Ausgangspunkt ist die Sé de Braga, die älteste Kathedrale Portugals, im späten 11. Jahrhundert begonnen und seither in jeder Stilepoche weitergebaut. Von außen wirkt sie wie ein Konglomerat aus romanischem Kern, manuelinischer Vorhalle und barocken Aufsätzen; drinnen hängen zwei vergoldete Orgelprospekte aus dem 18. Jahrhundert einander gegenüber wie zwei Bühnenbilder. Wichtiger als das Kirchenschiff sind die kostenpflichtigen Nebenräume, für die du separat am Kreuzgang eintrittst: die Capela dos Reis mit den Gräbern von Henrique de Borgonha und Teresa de Leão, den Eltern des ersten portugiesischen Königs, die Capela da Glória mit dem Grabmal des Erzbischofs Gonçalo Pereira unter maurisch anmutender Wandmalerei und die Schatzkammer mit Reliquiaren, Paramenten und dem liturgischen Silber von acht Jahrhunderten.
Zwei Minuten westlich steht der Arco da Porta Nova, das barocke Stadttor von 1772, durch das früher jeder neue Erzbischof in die Stadt einzog und durch das du heute in die ältesten Gassen kommst. Nordöstlich der Kathedrale liegt der Jardim de Santa Bárbara, ein Blumengarten in strengen Beeten, angelegt unter der abgebrochenen Flanke des mittelalterlichen Erzbischofspalasts – der Kontrast aus verwittertem Granit und Sommerflor ist das meistfotografierte Motiv der Stadt. Von dort führt die Fußgängerzone zur Praça da República, wo die Avenida Central als grüne Achse ansetzt; ein paar Straßen nordwestlich davon, an der Rua do Castelo, steckt die Torre de Menagem zwischen Wohnhäusern – der Bergfried der längst verschwundenen Stadtburg.
Braga ist außerdem eine Barockstadt, und das erkennt man an einem einzigen Namen. Der hier geborene André Soares entwarf im 18. Jahrhundert Fassaden, deren Steinmetzarbeit sich in Voluten und Muschelwerk fast auflöst; sein bekanntestes Stück ist der Palácio do Raio mit der blau gekachelten Front, gleich hinter der Avenida da Liberdade. Dazu kommen die Igreja de Santa Cruz, die Igreja dos Congregados und die winzige Capela dos Coimbras mit ihren Terrakottafiguren. Wer die profane Seite sehen will, geht ins Museu dos Biscainhos, einen Adelspalast des 17. und 18. Jahrhunderts, in dessen barocken Garten man aus dem Trubel der Innenstadt fällt wie durch eine Tür.
Der Rest verteilt sich auf die Ränder. Sechs Kilometer östlich liegt Bom Jesus do Monte, seit 2019 UNESCO-Welterbe und der einzige Programmpunkt, den du auch bei knapper Zeit nicht streichen solltest; ein paar Kilometer weiter oben öffnet die Terrasse des Santuário do Sameiro den weitesten Blick über das Minho. Nach Westen, außerhalb der Stadt, steht in Real die Capela de São Frutuoso, ein westgotischer Zentralbau aus dem 7. Jahrhundert, und in Tibães das riesige Benediktinerkloster São Martinho mit Barockkirche und wiederhergestellten Gärten. Architekturinteressierte fahren zusätzlich zum Estádio Municipal von Eduardo Souto de Moura, das in einen Steinbruch am Monte Castro gesprengt wurde.









































