Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Porto
Portos historisches Zentrum passt in einen Fußweg von zwanzig Minuten – allerdings in einen, der zweimal steil bergab und wieder hinauf führt.
Fang im Bahnhof São Bento an, weil du dort ohnehin ankommst und weil die Vorhalle das schönste Wartezimmer des Landes sein dürfte. Rund 20.000 blau-weiße Azulejos bedecken die Wände, entworfen von Jorge Colaço und um 1916 fertiggestellt. Sie erzählen portugiesische Geschichte in Bildern – die Einnahme von Ceuta, den Einzug von König João I. in Porto, dazu ländliche Szenen aus dem Douro und dem Minho. Der Bahnhof steht auf dem Grund eines abgebrannten Benediktinerklosters, ist bis heute ganz normal in Betrieb, und Eintritt kostet er keinen: Du gehst durch die Tür und stehst mitten drin, während neben dir Pendler zum Regionalzug nach Guimarães laufen.
Von dort führt der Weg bergauf zur Torre dos Clérigos, dem gut 75 Meter hohen Glockenturm, den der Italiener Nicolau Nasoni Mitte des 18. Jahrhunderts an seine Barockkirche stellte. Rund 240 enge Wendelstufen später stehst du über den Dächern und siehst zum ersten Mal, wie Porto tatsächlich gebaut ist – als Amphitheater über einer Flussschlucht. Zwei Gehminuten weiter liegt die Livraria Lello von 1906, deren geschwungene rote Holztreppe auf jedem zweiten Foto aus dieser Stadt klebt. Du brauchst ein Zeitfensterticket, dessen Preis beim Buchkauf angerechnet wird. Die oft erzählte Harry-Potter-Verbindung hat J. K. Rowling, die Anfang der Neunziger in Porto Englisch unterrichtete, selbst zurückgewiesen – sehenswert ist der Laden trotzdem.
Die Kathedrale Sé do Porto oben auf dem Felsen ist eher Festung als Kirche: romanisches 12. Jahrhundert, wehrhafte Türme, Zinnenkranz. Innen lohnen vor allem der gotische Kreuzgang mit seinen Azulejo-Bahnen von Valentim de Almeida aus dem 18. Jahrhundert und die Loggia, die wiederum Nasoni entworfen hat. Vom Terreiro davor schaust du über die Ziegeldächer der Ribeira hinunter aufs Wasser. Bergab liegen dann zwei Innenräume dicht beieinander. Den Palácio da Bolsa, den die Handelsvereinigung ab 1842 auf den Ruinen eines Franziskanerklosters errichtete und dessen maurisch ausgemalter Arabischer Saal jahrzehntelang in Arbeit war, siehst du ausschließlich mit Führung – buch sie in der Saison vorab. Gleich nebenan gehst du die Igreja de São Francisco dagegen mit einem normalen Ticket auf eigene Faust durch, Katakomben und kleines Museum inbegriffen; ihr gotisches Kirchenschiff verschwindet komplett unter vergoldetem Schnitzwerk.
Bleibt die Ponte Dom Luís I, 1886 eröffnet und von Théophile Seyrig entworfen, einem früheren Geschäftspartner Gustave Eiffels; die Eiffel selbst zugeschriebene Konstruktion ist die benachbarte Eisenbahnbrücke Maria Pia. Über das Unterdeck kommst du von der Ribeira in fünf Minuten ans Kai von Gaia, über das Oberdeck laufen Metro und Fußgänger rund sechzig Meter über dem Fluss. Geh einmal beides, tagsüber unten, abends oben. Für Grün und Weitblick steigst du danach hinauf in die Jardins do Palácio de Cristal, wo Pfauen über die Wege stolzieren und der Blick von den Terrassen bis zur Flussmündung reicht. Und wer Kacheln in Reinform will, geht zur Capela das Almas an der Rua de Santa Catarina, deren Fassade unter rund 16.000 Azulejos verschwindet – angebracht erst 1929.















