Wer Seefeld in Tirol kennt, kennt meistens die Promenade, die Boutiquen und die Après-Ski-Bars. Doch wer einmal früh morgens den Weg zum Wildsee einschlägt, bevor die ersten Gondeln fahren, erlebt ein völlig anderes Seefeld. Das Viertel rund um das Seekirchl und den Wildsee liegt am südwestlichen Rand des Ortskerns und gehört zu den ruhigsten, dabei eindrucksvollsten Ecken des gesamten Karwendel-Hochplateaus. Das Seekirchl selbst – offiziell die Wallfahrtskirche Heiliges Kreuz – thront auf einem kleinen Hügel und ist eines der bekanntesten Bauwerke Nordtirols. Die barocke Kuppelkirche aus dem 17. Jahrhundert wirkt von unten fast schwebend. Von der umlaufenden Terrasse schweift der Blick über die Dächer Seefelds bis zu den Nordketten des Karwendels. Besonders im Abendlicht, wenn die Kuppel golden leuchtet, versteht man, warum Maler und Fotografen diesen Aussichtspunkt seit Jahrhunderten aufsuchen. Unmittelbar zu Füßen des Seekirchls liegt der Wildsee – ein kleiner, naturbelassener Moorsee, der in seiner Stille fast unwirklich wirkt. Das Wasser spiegelt die Bergsilhouetten und die Kirchenkuppel gleichzeitig. Ein gut ausgebauter Rundweg führt in wenigen Minuten um den See herum. Im Frühling blühen hier Wollgras und Seerosen, im Herbst färbt sich das Schilf tiefgold. Das Viertel selbst ist eine Übergangszone zwischen dem belebten Ortszentrum und der freien Landschaft. Einige der ruhigeren Hotels und Pensionen Seefelds haben sich hier angesiedelt, genau für jene Gäste, die Erholung suchen und trotzdem zu Fuß in die Ortsmitte gelangen möchten. Das Seekirchl-Viertel ist damit ein idealer Ausgangspunkt für Wanderungen in Richtung Reither Spitze oder Gschwandtkopf.

Seekirchl (Heiligkreuzkirche)
Das Seekirchl in Seefeld ist ein barockes Kleinod direkt am Wildsee – eine der bekanntesten Wallfahrtskirchen Tirols mit bewegter Hostienlegende aus dem 14. Jahrhundert.
Barocke Heiligkreuzkirche mit Wunderblut-Reliquie aus dem Jahr 1384