
◆ STADT · OBERÖSTERREICH
Gmunden liegt dort, wo der Traunsee am tiefsten in die Berge greift – am Nordufer, wo der See zur Stadt wird und die Stadt zum See. Über dem Wasser thront das Seeschloss Ort auf seiner winzigen Insel, verbunden mit dem Festland durch eine hölzerne Brücke, die jeder Salzkammergut-Reisende kennt. Dahinter steigt die mächtige Pyramide des Traunstein 1.700 Meter senkrecht aus dem See. In der Altstadt prägt seit zwei Jahrhunderten ein Name die Stadt: Gmundner Keramik, deren grün gewellter Hirschdekor in halb Österreich auf den Frühstückstischen steht. Wer über die kastaniengesäumte Esplanade flaniert, versteht, warum Gmunden schon im 19. Jahrhundert die feine Wiener Gesellschaft zur Sommerfrische zog.

Gmundens Reichtum kam mit dem weißen Gold. Über die Traun, die hier den See verlässt, wurde jahrhundertelang das Salz aus dem inneren Salzkammergut nach Norden verschifft – Gmunden war der große Umschlagplatz, an dem die Salzschiffe entladen und die Fuhrwerke beladen wurden. Vom Rathausplatz mit seinem Keramik-Glockenspiel bis zum mächtigen Salzamt erzählt die Altstadt von dieser Zeit, in der das Salz die Kassen der Habsburger füllte und Gmunden zu einer der wohlhabendsten Städte Oberösterreichs machte.
Im 19. Jahrhundert kam eine zweite Blüte: die Sommerfrische. Als das nahe Bad Ischl zur kaiserlichen Sommerresidenz wurde, entdeckte auch die Wiener Gesellschaft den Traunsee. Villen wuchsen am Ufer, die Esplanade wurde angelegt, und Persönlichkeiten von Johannes Brahms bis Friedrich Hebbel verbrachten ihre Sommer am See. Aus dieser Epoche stammt das mondäne, leicht verträumte Flair, das Gmunden bis heute von den lauteren Tourismusorten der Alpen unterscheidet – hier geht es ruhiger, bürgerlicher, beständiger zu.
Und dann ist da die Keramik. Seit 1903 produziert die Gmundner Keramik am Stadtrand ihr handbemaltes Geschirr, dessen grüner Hirsch- und Flammendekor zum heimlichen Wappen Oberösterreichs geworden ist. Die Manufaktur kann man besichtigen, im Werksverkauf stöbern und im ganzen Stadtbild wiederfinden: Das Glockenspiel am Rathaus klingt aus 24 Keramikglocken, die Straßenbahn trägt das Dekor, und kaum ein Café serviert seinen Kaffee in etwas anderem. travelperfect empfiehlt, Gmunden nicht im Eiltempo zu nehmen – die Stadt belohnt das langsame Schauen.
01 · Auf einen Blick
· Stadtviertel




· Sehenswürdigkeiten
· Entdecken & Buchen
02 · Was tun
Wasser & Schloss
Vom Rathaussteg legen die historischen Schiffe der Traunsee-Schifffahrt ab, darunter der älteste Schaufelraddampfer Österreichs. Vom Wasser aus zeigt sich die ganze Postkartensilhouette: das Seeschloss Ort auf seiner Insel, dahinter der Traunstein, am Ostufer die Villen der Sommerfrische. Wer lieber an Land bleibt, geht über die Esplanade und die hölzerne Brücke hinüber ins Schloss.
Berg & Aussicht
Die Grünberg-Seilbahn schwebt vom Stadtrand hinauf auf knapp 1.000 Meter, wo der Baumwipfelpfad Salzkammergut über die Kronen führt und sein Aussichtsturm den Blick über den ganzen Traunsee bis zum Höllengebirge öffnet. Für Ausdauernde beginnt hier der Aufstieg zum Traunstein, einem der ernsteren Gipfel des Salzkammerguts – Trittsicherheit und Erfahrung vorausgesetzt.
Keramik & Handwerk
Die Gmundner Keramik lässt sich in einer Werksführung erleben, vom Drehen über das Glasieren bis zum freihändigen Bemalen des berühmten Flammen- und Hirschdekors. Im Werksverkauf finden sich erste und zweite Wahl, im Stadtzentrum klingt das Glockenspiel aus 24 Keramikglocken, und das K-Hof Museum erzählt die Geschichte von Salz und Keramik unter einem Dach.
Sommerfrische & Genuss
Am Traunsee gehört der gegrillte oder geräucherte Seefisch auf den Teller – Reinanke und Saibling kommen direkt aus dem See. Dazu eine Mehlspeise im Kaffeehaus, ein Glas Most aus dem oberösterreichischen Hinterland und am Abend ein Platz auf einer Seeterrasse, wenn die Sonne hinter dem Höllengebirge versinkt. travelperfect rät, mindestens einmal direkt am Wasser zu essen.
03 · Wann
Gmunden liegt im Salzkammergut, das für seine grüne Üppigkeit ebenso bekannt ist wie für seine regenreichen Tage – die Berge fangen die feuchte Luft ab. Der Traunsee mildert die Extreme: Die Sommer sind angenehm, selten drückend, die Winter mild für österreichische Verhältnisse. Die beste Zeit für See und Berge liegt zwischen Mai und September, doch auch der Advent am beleuchteten Seeufer hat seinen ganz eigenen Reiz.
04 · Häufige Fragen
Das Wahrzeichen ist das Seeschloss Ort, das auf einer kleinen Insel im Traunsee liegt und über eine hölzerne Brücke erreichbar ist – aus der ORF-Serie „Schlosshotel Orth“ vielen vertraut. Dazu kommen die Gmundner Keramik mit Manufaktur und Werksverkauf, die kastaniengesäumte Esplanade am Seeufer, die Grünberg-Seilbahn mit Baumwipfelpfad und der Blick auf den markanten Traunstein.
Für die Stadt selbst genügen ein bis zwei Tage: ein Tag für Altstadt, Schloss Ort, Esplanade und Keramik, ein zweiter für Grünberg, Schifffahrt oder eine Wanderung. Wer Gmunden als Basis fürs ganze Salzkammergut nutzt – mit Ausflügen nach Hallstatt, Bad Ischl oder Sankt Wolfgang –, plant gut drei bis fünf Tage ein.
Mit dem Auto über die Westautobahn A1 (Abfahrt Regau/Gmunden), rund eine Stunde ab Linz. Mit der Bahn fährt man über Attnang-Puchheim und steigt dort auf die Salzkammergutbahn um; von Gmunden bringt einen die Traunseetram ins Zentrum. Der nächste Flughafen ist Linz, größere internationale Verbindungen bietet Salzburg in rund 75 Minuten Fahrt.
Ja, besonders bei klarem Wetter. Die Seilbahn führt vom Stadtrand auf knapp 1.000 Meter, wo der Baumwipfelpfad mit Aussichtsturm einen weiten Blick über den Traunsee bis zum Höllengebirge eröffnet. Oben beginnen leichte Spaziergänge ebenso wie der anspruchsvolle Aufstieg zum Traunstein, der erfahrenen, trittsicheren Bergsteigern vorbehalten bleibt.
Ja. Der Traunsee ist ein sauberer, allerdings kühler und tiefer Alpensee; im Hochsommer erreicht das Wasser angenehme Badetemperaturen. In und um Gmunden gibt es mehrere Seebäder und Badeplätze am Ufer. Wer es ruhiger mag, weicht auf die kleineren Buchten am Ostufer aus.
Vor allem Fisch aus dem See – Reinanke (Renke) und Saibling, gegrillt oder geräuchert, gehören zu den Klassikern. Dazu kommen oberösterreichische Wirtshausküche wie Bratl in der Rein und Knödel, eine Mehlspeise im Kaffeehaus und ein Glas Most aus dem Umland. Am stimmungsvollsten isst man auf einer der Seeterrassen mit Blick auf Schloss Ort.
05 · In der Nähe
Sagen Sie uns, worauf Sie Lust haben — wir planen Ihre Tage am Traunsee.
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