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Piazza del Campo
Der muschelförmige Platz mit neun Pflastersegmenten – Bühne des Palio und einer der schönsten Plätze Europas.
◆ STADTVIERTEL · SIENA
Das Herz Sienas ist eine Muschel aus Backstein: Rund um die Piazza del Campo mit Palazzo Pubblico und Torre del Mangia drängen sich gotische Palazzi, Caféterrassen und die Gassen der alten Kaufmannsstadt. Hier wird der Palio geritten, hier endet jede Passeggiata – wer Siena sagt, meint zuerst diesen Ort.

Die Piazza del Campo ist kein gewachsener Zufall, sondern ein Manifest: Die Regierung der Neun ließ den Platz im 14. Jahrhundert pflastern und in neun strahlenförmige Segmente teilen – ein steinernes Denkmal ihrer selbst. Das Wasser für die Fonte Gaia, deren Reliefs Jacopo della Quercia schuf (die Originale stehen heute in Santa Maria della Scala), reist bis heute durch die Bottini, kilometerlange mittelalterliche Tunnel unter der Stadt.
An der tiefsten Stelle des Platzes erhebt sich der Palazzo Pubblico, seit dem Mittelalter Sitz der Stadtregierung. Im Museo Civico hängen Simone Martinis Maestà und Ambrogio Lorenzettis Allegorie vom Guten und Schlechten Regiment – Malerei als politisches Programm. Daneben ragt die Torre del Mangia auf, exakt so hoch wie der Domhügel: Kirche und Kommune auf Augenhöhe, nirgends wurde das selbstbewusster gebaut.
Im Alltag ist der Campo Sienas Wohnzimmer: Studenten sitzen auf dem warmen Pflaster, Kellner balancieren Tabletts zu den Terrassen, Kinder jagen Tauben über die Segmente. Zweimal im Jahr verwandelt sich alles – dann wird Tuffsand auf den Ring gekippt, Tribünen wachsen vor den Fassaden, und für 90 Sekunden Palio hält die Stadt den Atem an. Wer das Spektakel verpasst, kommt am frühen Morgen: Dann gehört die schönste Piazza der Toskana dir fast allein.
01 · Highlights
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Der muschelförmige Platz mit neun Pflastersegmenten – Bühne des Palio und einer der schönsten Plätze Europas.
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Der „fröhliche Brunnen“ am oberen Platzrand, gespeist von mittelalterlichen Wasserleitungen – die Originalreliefs von Jacopo della Quercia stehen in Santa Maria della Scala.
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Das gotische Rathaus mit Lorenzettis Fresken vom Guten und Schlechten Regiment und Martinis Maestà.
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87 Meter Backstein und Travertin – über 400 Stufen zum großen Panorama über Stadt und Crete.
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Die elegante Kaufmannsloggia an der Croce del Travaglio, wo die drei Hauptstraßen der Terzi zusammentreffen.
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Ja – das Pflaster ist Sienas beliebteste Sitzfläche. Vor allem abends lassen sich Einheimische wie Besucher auf den warmen Backsteinsegmenten nieder. Nur während der Palio-Tage gelten Absperrungen und eigene Regeln.
Unbedingt – der Blick über das Muschelrund des Campo, die Dächer und die Crete Senesi ist der schönste der Stadt. Der Zugang ist kontingentiert und der Aufstieg eng; in der Hochsaison früh kommen oder vorab reservieren.
Zweimal jährlich, am 2. Juli (Palio di Provenzano) und am 16. August (Palio dell'Assunta). Schon die Tage davor sind mit Proben, Umzügen und Contrada-Abendessen ein Erlebnis – mit deutlich weniger Gedränge als am Renntag.
Die Platzmitte ist kostenlos, füllt sich aber Stunden vor dem Rennen und wird erst danach wieder geöffnet. Tribünenplätze und Fensterplätze in den Palazzi werden früh und zu hohen Preisen vergeben – wer das plant, kümmert sich viele Monate im Voraus darum.
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